Speyer Sparkasse: 50 Kunden haben gekündigt

„Ab dem 1. Juli werden wir die Öffnungszeiten verändern, ab 5. Juli beginnen wir mit der Umwandlung der Standorte“ – das hat der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Vorderpfalz, Clemens G. Schnell, am Mittwochabend auf der Zweckverbandsversammlung des Instituts angekündigt.
Bis November sollen die Veränderungen im Netz der bislang 61 Geschäftsstellen abgeschlossen sein, sagte der 63-Jährige anstelle des erkrankten Vorstandsvorsitzenden Rüdiger Linnebank. Die dann nur noch 49 Standorte in Ludwigshafen, Speyer und dem Rhein-Pfalz-Kreis seien in langen, internen Beratungen an das veränderte Kundenverhalten angepasst worden, versicherte er. Der Protest gegen die zwölf Standortschließungen bis 2017 – in Speyer betroffen: die Lessingstraße – habe sich in Grenzen gehalten, erklärte er. Schnell verwies auf „300 Anrufe auf der Telefon-Hotline“, von denen aber „rund die Hälfte“ nur veränderte Schließfachstandorte und Nachfragen zum Verbleib der Kundenberater betroffen hätten. 50 Kunden kehrten der Sparkasse den Rücken, was einem Verlust von 3,1 Millionen Euro an Spareinlagen und 100.000 Euro Wertpapiervolumen entspreche. Aber in Gesprächen mit Bürgerinitiativen und Seniorenbeiräten, die anfangs alle mit einer negativen Grundstimmung gekommen seien, habe es am Ende auch „ein gewisses Verständnis für unsere Belange“ gegeben, so Schnell. Demnach lassen sich neun Geschäftsstellen sowie drei SB-Standorte nicht mehr auf wirtschaftlicher Basis betreiben. Elf Geschäftsstellen werden in Selbstbedienungsstandorte umgewandelt (wir berichteten). Die Geschäftsstelle habe Zukunft, werde aber weniger ein Ort für Abwicklungsaufgaben und Transaktionen sein, vielmehr ein Ort intensiver Beratung. Ein zentrales Service-Center werde ab November rund um die Uhr erreichbar sein. Nachfragen der Zweckverbandsmitglieder gab es dazu nicht. Der Versammlung war laut der Verwaltungsratsvorsitzenden Eva Lohse (CDU) eine fünfstündige Sitzung des Gremiums zu genau diesen Themen vorangegangen. Im Betriebsergebnis von 32,9 Millionen hinkt die Sparkasse dem geplanten Abschluss bislang um rund zwei Millionen Euro hinterher. „Aber wir sind zuversichtlich, dass wir den Ertrag noch erreichen werden“, so Schnell. Wegen des veränderten Kundenverhaltens und der Niedrigzinsphase baut die Sparkasse – wie berichtet – bis 2019 sozialverträglich 140 Stellen ab, 70 bis Jahresende. Landrat Clemens Körner (CDU) übernimmt ab heute turnusgemäß für zwei Jahre den Vorsitz im Zweckverband und Verwaltungsrat der Sparkasse. Das teilte die Bank gestern mit. Er löst damit Eva Lohse, Oberbürgermeisterin von Ludwigshafen, ab. Gemeinsam mit Speyers OB Hansjörg Eger ist Lohse Stellvertreterin. |env