Speyer Spargel in der Tradition von Andy Warhol

Placeholder-Image

Spargel satt und in allen Variationen im Bürgerbüro, Treppenaufgang und in den Fluren des Rathauses in Dudenhofen: Weiße, grüne und violette Stangen, noch im Sandboden abgebildet oder angerichtet auf dem Teller. Einzeln für sich sprechend, zu mehreren, mit Menschen oder Gegenständen zur Garnierung. Gemalt haben die Bilder Schüler der Fachschule für Sozialwesen Speyer und der Realschule plus Dudenhofen-Römerberg. Zu sehen sind sie bis zum Spargelfestsonntag am 15. Juni.

Zwischen Ende März und Mitte Juni verordnet sich der Ortsbürgermeister von Dudenhofen selbst eine ganz besondere Kur. Peter Eberhard bei der Ausstellungs-Eröffnung am Montagabend: „In der Zeit esse ich jeden Tag Spargel.“ Voraussetzung zur Teilnahme am Spargellauf ist das nicht. Der wird im Rahmen der „SpargelSpitze“ am Samstag, 17. Mai, 16.30 Uhr, vom Turnverein gestartet und hat eine Verbindung zur Ausstellung im Rathaus. Eberhard: „Die Bilder sind in Ausschnitten auf der Urkunde zu sehen.“ Das Spargel-Motiv habe aber natürlich nahe gelegen, findet Claudia Straub-Lekszas, Kunstlehrerin an der Speyerer Fachschule für Sozialwesen, an der Sozialassistenten und Erzieher ausgebildet werden: „Weil Spargel im Frühjahr in der Region ein zentrales Thema ist, für Erzieher und Jugendliche sogar eine Projektarbeit ergeben könnte.“ Dafür blätterte sie erst einmal in der Geschichte: „Vermutlich stammt er aus Vorderasien. Durch Abbildungen auf Grabfresken ist belegt, dass ihn die Ägypter schon vor 5000 Jahren schätzten. Die Griechen nutzten den Spargel bereits 460 vor Christi auch wegen seiner harntreibenden Wirkung, die Römer kultivierten den Anbau, brachten das weiße Gold nach Germanien.“ Sich seiner Heilwirkung bewusst – noch im 19. Jahrhundert mussten Apotheken Spargel vorrätig halten – pflanzten die Klöster vornehmlich die grünen Stangen an. Straub-Lekszas weiter: „Während und zwischen den beiden Weltkriegen wurde der Anbau eingestellt. Spargel galt nicht als Sattmacher.“ Seit den 1950er Jahren gehöre Deutschland mit dem hellen Spargel in Europa zu den führenden Lieferanten. Das war Eberhard zu weit weg: „Ein Siebtel der Gesamtmenge der Pfalz wird in Dudenhofen geerntet.“ Die Anbaufläche liege bei 100 Hektar. Straub-Lekszas interessierte auch der Wachstum: Der Spargel treibt im Frühjahr aus einer bis zu sechs Meter langen Wurzel, bildet Knospen (die essbaren Stangen), die sich überirdisch verfärben und stehen gelassen zwei Meter hoch aufschießen. Im ersten Jahr wird der Boden vorbereitet, im zweiten die Wurzel gesetzt, gestochen werde er erst ab dem dritten Jahr. Und dann nur bis zum Johannistag am 24. Juni. Wie man den Asparagus aus den gehäuften Reihen holt, wissen die meisten Dudenhofener – aus mühseliger eigener Erfahrung. Mit der „Hommage an den Spargel“ sieht Straub-Lekszas die Kinder und Jugendlichen der Fachschule in der Tradition der Maler Manet, Slevogt, Warhol, Lüppertz: „Meine Schüler haben Formen und Farben des Spargels erkundet, ihn naturalistisch, expressiv, fantasievoll, witzig, real und skurril inszeniert.“ (län)

x