Speyer Spaghetti carbonara für die Kanzlerin

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Wo bekommt ein Koch seine Sterne her? Welche Promis haben schon bei ihm gegessen? Und: Was mag der Profi selbst am liebsten? Fragen über Fragen haben sich die Drittklässler der Grundschule Berghausen für Philipp Stein am ersten Tag nach den Osterferien ausgedacht. Der Sternekoch aus Mainz ist um keine Antwort verlegen.

Ihrem eigenen Engagement haben es die Kinder zu verdanken, dass Stein in ihrem Klassensaal sitzt. Ein Kochbuch mit 60 leckeren Gerichten haben sie zusammengestellt (wir berichteten). Namhafte Köche waren angeschrieben worden. Die meisten haben die Schüler mit einem Rezept unterstützt. Philipp Stein hat einen besonderen Wunsch erfüllt: ein persönliches Treffen mit einem Sternekoch – und das, obwohl der 27-Jährige am Vortag 17 Stunden auf einer Weinmesse geackert hat. „Deshalb bin ich heute ein bisschen müde“, gibt er zu. Die Nacht war eben zu kurz – das kennen die Kinder und haben Verständnis. Trotzdem löchern sie den Koch mit Fragen: Marlen möchte wissen, wann Stein zum ersten Mal gekocht hat. Die Antwort lässt die Kinder staunen. „Als Drittklässler habe ich schon in der Küche mitgeholfen“, erzählt der Chef de Cuisine. Doch der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm: „Meine Eltern hatten schon Gastronomie.“ Einen von drei möglichen Sternen hat Stein. „Was muss man dafür tun?“, zeigt auch Deutsch- und Französischlehrerin Petra Wilhelm Interesse. Unangekündigt getestet würden die Restaurants wie das seine, das Favorite Parkhotel, so Stein. Ob`s geklappt hat, erfahren die Köche erst im Guide Michelin, einem Restaurantführer, der jährlich herausgegeben wird. „Seit wann darfst du schon bei besonderen Anlässen kochen“, hakt Maja nach. Stein, der zu deutschlandweit 150 Ein-Sterne-Köchen zählt, überlegt. „Im vergangenen Jahr habe ich für Frau Merkel gekocht“, nennt er ein Beispiel. Was die gegessen hat? Stein lächelt: „Spaghetti carbonara“ – aber eben auf Sterne-Art. Dass bei einem Sternekoch auch mal was schief läuft, beruhigt Drittklässler Manuel. Auch, dass Stein am liebsten Fisch zubereitet, erfahren die Kinder. Und dass das teuerste Gericht auf seiner Karte 106 Euro kostet. Immerhin: Das Rinderfilet ist für zwei Personen. „Und es macht satt“, versichert Stein. 450 Gramm kommen auf den Teller – eine Sternstunde für Genießer.

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