Speyer Spaß und Leidenschaft

„Rock4Benefiz“ – der Titel verrät schon, dass am Samstagabend in der Speyerer Halle 101 fünf Bands vor über 200 Zuhörern für einen guten Zweck gespielt haben. Der Initiator und Veranstalter Kevin Benz aus Heiligenstein lässt die Erlöse dem Kinderhospiz „Sterntaler“ in Dudenhofen zukommen. Der Rockmusikerverein hat bei der Sponsorensuche und Organisation geholfen.
Obwohl Benz bis dato noch keine Erfahrung als Veranstalter hatte, lief der Abend hochgradig professionell ab: Den fünf Bands stand eine große Bühne im letzten Hallendrittel zur Verfügung – ebenso wie eine Licht- und Tonanlage, die den Ansprüchen einer Profiveranstaltung genügt hätte. Auch der Tontechniker Peter Johann aus Schifferstadt arbeitete den ganzen Abend gratis für den guten Zweck. Vom guten Rahmen alleine wird kein Bild ansehnlich, deswegen lag natürlich bei den Bands die Verantwortung, die Besucher ordentlich zu beschallen: durch die Bank sehr junge Acts aus der erweiterten Region, die sich kennen und stilistisch von Metal bis Hardcore reichen – das kann man getrost als Szene bezeichnen. „Bury My Regrets“ hatten die letze Position im Fünferreigen und waren damit ein wenig herausgehoben, schließlich sind sie schon länger dabei und wissen eine größere Fanschar hinter sich. Im Sommer 2011 gegründet, konnten „Bury My Regrets“ vor allem durch Spaß an der Musik und Leidenschaft in ihrer Show überzeugen. Die erste Studioproduktion „No Place Like Home“ wurde im Oktober 2012 veröffentlicht – eine EP mit fünf Songs, durch die die Band versucht, eine Botschaft der Hoffnung, Zuversicht und Nächstenliebe an ihre Zuhörer weiterzugeben, so das offizielle Bandinfo. Die Band ordnet sich selbst „irgendwo zwischen Metal und Hardcore“ ein. Die Eigenbezeichnung „Melodic Metalcore“ dürfte es relativ gut treffen. Die Gesangsparts sind teilweise clean, teilweise geshouted. Veranstalter Benz hat die Band erstmals in Weinheim bei einem Wettbewerb live gesehen und sich sofort entschlossen, die Jungs in die Pfalz zu holen. Bei Temperaturen von weit über 30 Grad machten alle Bands einen unglaublich agilen Eindruck, besonders bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass unter den Bühnenlampen die Temperaturen locker die 40-Grad-Marke überschreiten. Davon angestachelt, wollte sich das überwiegend jugendliche Publikum natürlich auch nicht lumpen lassen und hüpfte und tobte munter mit. Der Opener „In Friends We Trust“ ist eine recht neue Band aus Mannheim, die ihren Namen aus ihrer Philosophie herleitet, positiv durchs Leben zu gehen. Trotzdem schwingen die Buben eine beachtliche Hardcore-Axt. Eine EP ist bereits am Start, und bei der Einstellung wird das nicht das letzte Lebenszeichen bleiben. Die Truppe mit dem sehr sperrigen Namen „Stop! Death Behind Her Smile“ macht ebenfalls seit einiger Zeit die Bühnen der umliegenden Jugendtreffs unsicher. Eigentlich als kleines Studio-Projekt ins Leben gerufen, entwickelte sich die Gruppe mit der Zeit zu einer gern gebuchten Live-Band. Sie machte etliche Besetzungswechsel durch, doch ließ man sich nicht vom Weg abbringen. Mid-Tempo-Metalcore prägt den Stil mit einigen sphärischen Samples untermalt, aber im Grunde herrscht die Sechs-Saiten-Axt. Ebenfalls zum modernen Metalcore lassen sich „Swallow Your Pride“ und „Quiet Confidence“ zählen, die sich wacker geschlagen haben. Eine besonderes Goodie gab es noch für Leute, die das Konzert auf „Facebook“ beworben haben: Unter allen Werbehelfern wurde eine exklusive Tasche verlost, die Joe Pomponio, Inhaber der Agentur „Music Office“, mit dem Veranstaltungslogo bestickt hatte. Die Bands füllten das gute Stück mit CDs und T-Shirts. Weitere Preise waren eine Flasche Sekt und T-Shirts des Rockmusikervereins.