Speyer
Sommerinterview: „Am schlimmsten sind die E-Roller- und Pedelec-Fahrer“
Herr Rauch, sind Sie bei jeder Fahrt mit dem Fahrrad so perfekt ausgerüstet wie heute?
Natürlich. Ohne Helm steige ich nicht in den Sattel. Schon wegen der Sicherheit.
Sind Sie schon weit gefahren?
Geht so. Immerhin von Dudenhofen nach Speyer. Das Fahrrad ist mein Hauptverkehrsmittel, das Auto nehme ich nur, wenn es nicht anders geht.
Warum ist Ihnen Ihr Drahtesel so ans Herz gewachsen?
Zum Beispiel brauche ich keinen Parkplatz. Das ist viel wert. Als ich noch berufstätig war, bin ich jeden Tag mit dem Rad nach Schifferstadt zur Arbeit gefahren. Damit habe ich 15 Minuten länger gebraucht als mit dem Pkw. Sich an der frischen Luft zu bewegen, war doch viel gesünder.
Ist Speyer eine gute Stadt für Fahrradwege?
Nein, überhaupt nicht. Hinsichtlich der Fahrradwege müsste viel mehr gemacht werden. Außerdem gibt es viel zu viele rücksichtslose Autofahrer. Auf der Gilgenstraße gilt Tempo 20. Seltsam, ständig überholen mich da Busse und Taxis. 1,30 Meter Abstand kennen Speyerer Autofahrer auch nicht. Das sage ich, der selbst Auto fährt. Am schlimmsten sind die E-Roller- und Pedelec-Fahrer. Es wundert mich, dass damit nicht mehr passiert. Die Fahrer sind zu schnell unterwegs, richten sich nicht nach der Straßenverkehrsordnung und kümmern sich keinen Deut um andere Verkehrsteilnehmer.
Geht es per Rad oder Auto in den Urlaub?
In diesem Jahr geht es überhaupt nicht in den Urlaub. Daheim auf der Terrasse ist es einfach am schönsten. Hier habe ich alles, was Ferien für mich bedeuten, inklusive gutem Wetter in der Toskana am Rhein. Vielleicht machen wir ein paar Tagesausflüge in der Pfalz. Natürlich mit dem Fahrrad.
Also sind Sie wunschlos glücklich?
Soweit. Aber wenn ich den Fernseher einschalte, bin ich entsetzt über das, was im Moment in der Welt geschieht. Ich mach’ mir keine Sorgen um mich, aber über die Zukunft meiner Kinder und Enkel. Wenn kleine Kinder fragen, ob der Krieg wohl zu uns kommt und ich keine Antwort darauf weiß, ist das schrecklich. Ich wünsche mir, dass die Generationen nach uns keinen Krieg erleben.
Sorgen Sie trotzdem für schlechte Zeiten vor?
Ja, wir haben grundsätzlich Vorräte in der Garage. Dafür sorgt meine Frau schon immer. Aber bei Stromausfall sind wir die Dummen. Unsere Garage lässt sich nur elektrisch öffnen. Also hoffen wir auch deshalb, dass die Zeiten gut bleiben.
Geht es jetzt zurück nach Dudenhofen?
Noch nicht direkt. Erst einmal wird gemütlich Kaffee getrunken. Der gibt die nötige Kraft für die Rückfahrt.