Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel So hat sich der Hauptbahnhof verändert

 Speyer Hauptbahnhof: Hier steigen rund 6500 Passagiere pro Tag ein und aus.
Speyer Hauptbahnhof: Hier steigen rund 6500 Passagiere pro Tag ein und aus.

Speyerer Silhouetten (6): 1944 wird der Speyerer Bahnhof bei einem alliierten Luftangriff schwer beschädigt. 1953 entsteht an der Stelle des früheren Gebäudes ein Neubau – im minimalistischen Baustil der Zeit. Eine Besonderheit unterscheidet das Gebäude von anderen Zeitgenossen.

Der Speyerer Hauptbahnhof liegt nach dem Zweiten Weltkrieg in Trümmern. Bei einem Luftangriff der Alliierten im Dezember 1944 wird das 1847 eingeweihte, alte Bahnhofsgebäude schwer beschädigt. Komplett abgerissen worden ist das Gebäude aber nicht. „Wir haben angebaut“, gibt Bahnhofsmanagerin Kathrin Behsler, die von Kaiserslautern aus die Liegenschaft verwaltet, einen Einblick in die Zeit des Wiederaufbaus im Speyerer Bahnhofsbereich.

Neu hinzugekommen seien der Eingangsbereich sowie ein Anbau auf der Nordseite, in dem sich heute das Speyerer Stellwerk befindet. Erhalten, aber umgebaut, ist der Südflügel, wie Pläne aus der Nachkriegszeit dokumentieren. Eine Besonderheit zeichnet den Speyerer Nachkriegsbau aus: Die Kuppel auf dem Dach, berichtet Behsler, konnte auch nach dem Bombenangriff erhalten und in den Neubau integriert werden. Sie breche mit der nach dem Zweiten Weltkrieg üblichen Sparbauweise.

Erinnerung an Laderampe

Auf der Nordseite des Speyerer Hauptbahnhofs befindet sich die frühere Laderampe. Dort soll die Gepäck- und Expressabfertigung hinter alten Rollläden gewesen sein. „So sieht man das auf alten Plänen“, sagt Behsler. Wenn ein Zug im Bahnhof Halt machte, seien die Transportwagen von der Rampe aus beladen worden. Die Bahnsteige hätten sich – mit Ausnahme von Sanierungen – wenig verändert. Schon in den 1940er-Jahren gab es in Speyer drei Bahnsteige, erläutert die Bahnhofsmanagerin.

Beim Hauptbahnhof der Domstadt handele es sich um einen Bahnhof der Kategorie vier. „Rund 6500 Menschen steigen hier täglich ein und aus“, erklärt Behsler. Die Kategorien reichten von sieben bis eins. Während es sich bei Bahnhöfen der Gruppe sieben um die kleinste Größenordnung handele, könne man Bahnhöfe der Kategorie eins etwa in Berlin oder Frankfurt am Main sehen.

Neuer Zugang

Neu hinzugekommen ist zuletzt am Südende des Bahnsteigs eine Rampe zugunsten der Barrierefreiheit. Dort verläuft auch die Grenze zum alten Güterbahnhof, in dem sich heute eine Filiale eines Biomarkts befindet. „Der Zugang wurde im November und Dezember 2021 errichtet“, sagt Behsler. Neu sei auch die Bäckerei-Filiale in der Eingangshalle. Ergänzt wird sie durch eine Buchhandlung sowie ein Büro der Deutschen Bahn.

Optisch sollen die Bahnhöfe der Region aufgewertet werden, sagt Behsler. Im Inneren des Speyerer Bahnhofs steht zu diesem Zweck eine Pflanze unter der zentralen Kuppel in der Bahnhofshalle. Doch auch im Außenbereich soll es grüner werden. „Eine Art Schmetterlingswiese mit Insektenhotel“, sagt Behsler, wird in Betracht gezogen, um den Bereich vor dem Gebäude aufzuwerten. Testweise lasse man schon jetzt einige Pflanzen sprießen – um herauszufinden, was überhaupt wächst und wie die Sonne die angedachten Plätze erreicht.

Die Serie

Jahrtausende haben ihre Spuren hinterlassen in Speyer. Diese neue Serie beschränkt sich der Einfachheit halber auf Jahrzehnte. Sie stellt prägnante Gebäude im Stadtbild aus jeder der Dekaden seit 1890 vor. Heute geht es um die Zeit ab 1940.

Unversehrt: das Bahnhofsgebäude um 1933.
Unversehrt: das Bahnhofsgebäude um 1933.
Soll den Bahnhof aufwerten: Die Pflanze unter der Kuppel in der Eingangshalle des Bahnhofs.
Soll den Bahnhof aufwerten: Die Pflanze unter der Kuppel in der Eingangshalle des Bahnhofs.
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