Speyer So ändern sich die Ziele

Zäher Bursche: Speyers Philip Müller (oben) geht zweimal in die Verlängerung und steht über zwölf Minuten auf der Matte.
Zäher Bursche: Speyers Philip Müller (oben) geht zweimal in die Verlängerung und steht über zwölf Minuten auf der Matte.

«SPEYER.» Diese Möglichkeit ist allerdings gering. Denn während Speyer mit der Bundesliga-Süd-Partie am Samstag, 21. September, in Sindelfingen die Runde abschließt, haben Tabellenführer Esslingen sowie Abensberg noch zwei und gar drei Kämpfe mit Erfolgsaussichten vor sich. Das JSV-Team um den Vorsitzenden Michel Görgen-Sprau kann also aus dem Kreis der Anwärter auf die finale Runde mit den jeweiligen Tabellenführern und -zweiten der Gruppen Süd und Nord verdrängt werden. Das Unentschieden mit dem deutschen Vizemeister 2018 aus der kleinen Stadt 100 Kilometer nördlich von München im Speyerer Judomaxx stand auf der Kippe. Nach der bereits zu diesem Zeitpunkt verblüffenden Speyerer 4:3-Führung vor der immerhin 30-minütigen Pause, schienen die Gastgeber der Sensation nahe, das Match gewinnen zu können. Abensbergs Verzicht, im zweiten Durchgang das Duell der Klasse über 100 Kilogramm austragen zu lassen (um seiner Mannschaft eine Strafe zu ersparen, betrat Hugo Murphy zwar die Matte, verzichtete aber auf das wohl aussichtlose Match mit Onise Bughadze), hatte Speyer mit 7:6 in Front gebracht. Dass Giga Gigauri/- 81 kg anschließend den letzten der insgesamt 14 Kämpfe gegen Zebeda Rekhviasvili verlor, änderte nichts am Jubel der 200 Zuschauer und der JSV-Mannschaft. „Einfach Wahnsinn, was die Jungs da geschafft haben“: Vorsitzender Görgen-Sprau war schier außer sich vor Freude über das Unentschieden mit dem 20-maligen deutschen Meister und siebenmaligen Europacup-Gewinner. Seine Fachkenntnis holte ihn aber rasch zurück. Der Einzug der JSV-Männer in die Finalrunde ist aus den eingangs beschriebenen Gründen keinesfalls sicher. Keines der Gefechte langweilte, erst recht nicht die drei Kämpfe die im Goldenen Score entschieden wurden. Dem Unentschieden nach vier Minuten folgt hier eine Verlängerung, die nach dem ersten Wertungsgewinn endet. Hier gab Philip Müller ein Beispiel außergewöhnlicher Zähigkeit. Gleich zweimal musste er mit seinem jeweiligen Kontrahenten in der Gewichtsklasse bis 73 kg in die Verlängerung. Den ersten Golden Score verlor er gegen David Krämer nach insgesamt 5:53 Minuten, den zweiten gegen Lukas Venekold gewann er trotz Nasenblutens nach 6:19 Minuten. Seine Teamkollegen und die Zuschauer feierten den Mattenhelden. SO KÄMPFTEN SIE JSV Speyer - TSV Abensberg Erster Durchgang Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm: Andreas Benkert - Marc Odenthal 0:1 in 3:28 Minuten; - 73 kg: Philip Müller - David Krämer 0:2 in 5:53 (Golden Score); - 60 kg: Irakli Kupatadze - Max Heyder 1:2 in 5:23 (Golden Score); - 90 kg: Franz Hättich - Markus Tuscher 2:2 in 3:48; - 66 kg: Martin Ludwig - Manuel Scheibel 2:3 in 1:47; + 100 kg: Onise Bughadze - Simon Glockner 3:3 in 3:23; - 81 kg: David Riedl - Zebeda Rekhviasvili 4:3 in 2:09 Zweiter Durchgang Gewichtsklasse bis 100 kg: Raphael Schlegel - Odenthal 0:1=4:4 in 0:53; - 73 kg: Müller - Lukas Venekold 1:0=5:4 in 6:19 (Golden Score); - 60 kg: Tobias Teucke - Heyder 0:1=5:5 in 4:00; - 90 kg: Hättich - Mathias Tuscher 1:0=6:5 in 0:42; - 66 kg: Paul Ackermann - Scheibel 0:1=6:6 in 1:37; + 100 kg: Bughadze - Hugo Murphy kampflos 1:0=7:6; - 81 kg: Giga Gigauri - Rekhviasvili 0:1=7:7 in 3:21.

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