Speyer Skulpturengarten mitten im Ort

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Seit Montag dieser Woche bis Freitag veranstaltet die Volkshochschule in Dudenhofen einen Bildhauerkurs. Tatort: Mitten im Ort auf dem Platz vor dem Rathaus. Dozent ist der Speyerer Bildhauer Holger Grimm. Der Kurs endet mit einer Finissage am Freitagabend um 18.30 Uhr, bei der die fertigen Werke vor dem Rathaus besichtigt werden können. Ein Rundgang.

Schon von Weitem kann man das helle Hämmern hören, wenn Hammer auf Meißel trifft. Es klingt bis in die Büros der Verwaltungsleute im Rathaus. In Dudenhofen wird ausschließlich von Hand, ohne elektrische Hilfsmittel, gearbeitet. Manche haben Schutzbrillen auf, denn es kann ganz schön spritzen, nicht nur Sand, auch kleine Steinbröckchen fliegen davon. Das Werkzeug, die Eisen und Holzhämmer, die „Klüpfel“ heißen, bringt jeder selber mit. Viele der elf Teilnehmer sind schon „Wiederholungstäter“, den Kurs bei der Volkshochschule gibt es schon seit neun Jahren, und auch dieses Jahr ist er wieder ausgebucht. Marliese Goldschmidt, die den Kurs organisiert, macht selbst auch mit. Der Werkstoff ist heller Sandstein aus Neustadt-Haardt, und die meisten Teilnehmer haben vorher kleine Modelle aus Ton angefertigt, die nun neben ihrem Arbeitsplatz stehen. Gustav Adlhoch aus Dudenhofen ist schon zum achten Mal dabei. Unter seinen Händen entsteht eine Stele mit guten Gartengeistern, sein Sohn hat sich die für seinen Garten gewünscht. Adlhochs eigener Garten ist mittlerweile schon ein wahrer Skulpturengarten. Christine Horrer hat sich das vergrößerte Foto einer Säule aus einer Krypta neben ihre Werkbank gelegt. Auch sie ist schon zum wiederholten Mal dabei. Annette Schrader und Inge Grefenstein kommen beide aus Altrip. Inge Grefenstein ist schon zum fünften Mal dabei und hat Annette Schrader zum Mitmachen überredet, und das auch schon zum zweiten Mal. Auf Annette Schraders Sandsteinblock ist eine Eidechse skizziert, die als Relief herauswachsen soll, bei Inge Grefenstein ist es ein Schneckenhaus. Wie ist das eigentlich mit Muskelkater? „Ich merke nichts“, meint Inge Grefenstein. „Die Hand kann ein bisschen wehtun“, meint Annette Schrader. „Letztes Jahr waren meine Arbeitshandschuhe am Ende total durch. Aber es ist so befriedigend, wenn man sein Werk aus dem Stein wachsen sieht.“ Auch Helmut Gräber aus Böhl meint: „Wenn ich zu viel auf einmal mache, kann die Hand wehtun. Man muss es sich eben einteilen.“ Er ist zwar hier erst zum zweiten Mal, aber beschäftigt sich seit etwa fünf Jahren damit, seit er Rentner ist. „Im Winter schnitze ich lieber“, sagt er. Sein Modell, ein holzgeschnitzter Pinguin, ist selbstgefertigt. „Ich will mal sehen, wie sich das in Stein anlässt.“ Eveline Sanderbeck modellierte schon länger in Ton, ehe sie mit der Bildhauerei angefangen hat. Sie hat eines ihrer tönernen Gesichter als Vorlage mitgebracht. Besonders originell ist das Modell von Georg Scherdel aus Maxdorf: seine kleine hölzerne Eisenbahn, mit der er als Kind gespielt hat. Sie soll in seinem Werkstück über eine Brücke fahren. Beate Lang ist zum ersten Mal dabei. Als echte Speyererin ist ihr erstes eigenes Werk ein Relief vom Dom. Eberhard Treusch kommt aus Bad Dürkheim und arbeitet ein einander zugewandtes Paar heraus. Auch Marliese Goldschmidt hat ein Paar in Arbeit, ihres ist schon weit gediehen, denn sie hatte es schon beim letzten Kurs angefangen. Ab und zu wird der Stein befeuchtet mit der Gießkanne, es flutscht dann besser. An manchen Tagen übernimmt das Gießen auch der Himmel. Die Tapferen arbeiten dann im Regenmantel weiter. Gegen 18 Uhr jeden Abend kommt Bildhauer Holger Grimm aus Speyer, schaut sich die Stücke an, gibt Rat und geizt auch nicht mit Tat, wenn nötig. „Bei ihm sieht das so einfach aus“, meint Goldschmidt „Ein kleiner Hieb aus dem Handgelenk, und weg fliegt das Überflüssige.“

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