Speyer Skelette, Hexen, Voodoo-Doktor

Schaurig: Allerlei gruselige Gestalten tummelten sich bei der Halloweenparty des MGV Concordia.
Schaurig: Allerlei gruselige Gestalten tummelten sich bei der Halloweenparty des MGV Concordia.

Spinnweben spannen sich unter der Decke der Waldseer Sommerfesthalle, aus der Ecke grinst ein leuchtender Kürbis, zwei tiefe Augenhöhlen in einer Monsterfratze am Eingang sind mit hellen Glühbirnen effektvoll ausstaffiert: Die Zeichen stehen auf Gruseleinheiten, wenn der MGV Concordia zu seiner Halloween-Party lädt. Und das Publikum dankt es mit stattlichem Zulauf.

Die Live-Band Grand Malör macht Soundcheck bis zuletzt. Der unvergessene „Ghostbusters“-Titelsong, der wummernde Alice Cooper-Sound mit dem Top-Hit „Poison“ – das Repertoire ist perfekt auf den Anlass abgestimmt. Überall gibt es Lobeshymnen auf die Musiker. Sie sind der Hauptgrund, weswegen das Publikum strömt – nicht nur aus Waldsee, sondern auch aus einem etliche Kilometer fassenden Umkreis. Jutta Romann beispielsweise ist mit ihrer Freundin extra aus Worms gekommen. Sie gönnt sich noch schnell eine heiße Portion Pommes in der kalten Spätabendluft hinter der Halle. Und: Sie sieht gruselig aus. Die 54-Jährige hat zweieinhalb Stunden vorm Spiegel verbracht, um so auszusehen. „Mindestens“, sagt sie, streckt den rechten Zeigefinger in die Höhe und lacht. Ihre Augen sind großflächig schwarz umrandet, das Gesicht hauptsächlich in Weiß bemalt, in Schwarz wiederum zieht sich eine feine Narbe an ihrem Mund entlang. „Letztes Jahr habe ich mit einem weißen Kajalstift alle Konturen vorgezeichnet“, erinnert sich Romann an die einzelnen Skelettknochen, die sie in ihr Dekolleté gezaubert hatte. Sie hat dazugelernt. Diesmal steckt die 54-Jährige in einem Bodysuit. Beim Toilettengang später setzt sie auf die Hilfe der Freundin. Kurz vor 20 Uhr kommen die Gruselgestalten kontinuierlich durchs dunkle Eingangsportal. Sicherheitskräfte tasten die feierwütigen Zombies, Spinnen, Hexen und Horrorpuppen vorm Eintritt ab. Die Schwestern Nancy Panz (30) und Nicole Spielmann (32) samt Bruder Norman Hansche (37) haben die Einlasskontrolle bereits passiert. Auch sie haben sich in Spukgestalten verwandelt. „Wir haben um 14 Uhr angefangen“, berichtet die Jüngste, die gleichzeitig die Kreative unter den Geschwistern ist. Während die Frauen als Skelette mit riesigen aufgemalten Zahnleisten unterwegs sind, haben sie aus ihrem Bruder einen Voodoo-Doktor gemacht. „Das Kostüm ist selbst gestaltet“, betont Nancy Panz. Eine Maske wurde abgesägt, ein Hut aufgepeppt, ein schwarzes, übergroßes Jacket mit gruseligen Accessoires versehen. „Es ist auch interessant, die Kostüme der anderen zu sehen“, wirft Norman Hansche ein und lässt den Blick in der mittlerweile gut gefüllten Halle schweifen. Aus Speyer sind Christine Arbogast (52) und Annette Lallensack (50) gekommen. Während sich die eine an einem weiten Hemd mit Farbe verkünstelt hat, hat die andere aus einem Piratenkostüm eine Zombiebraut gemacht. Musik, Ambiente, Altersstruktur – alles gefällt den beiden beim Halloween-Rock. Der geht jetzt erst so richtig los. Grand Malör startet durch, an Höllenbar und Gruftschenke sind die Helfer im Dauereinsatz. Die Stimmung ist auf dem Höhepunkt. Kurzum: Der Abend läuft einfach mörderisch gut.

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