Speyer Sisyphos am Straßenrand

Unermüdlich hat Dudenhofens Ortsbürgermeister Peter Eberhard (CDU) bei der Einwohnerversammlung beim Thema Kreuzung versucht, zu retten, was nicht mehr zu retten ist. Alle seine Vorgänger waren am Versuch, das Drei-Straßen-Eck verkehrssicherer umzubauen, gescheitert. Sie mussten Initiativen, Vorschläge, Eingaben und Pläne letztlich im Ordner St. Nimmerlein abheften. Endlich, nach fünfundzwanzig Jahren, war für Eberhard der Zielstrich in Höhe Landauer Straße/Hofgraben/Carl-Zimmermann-Straße – gezogenen vom Landesbetrieb Mobilität – in Sicht. Mit der Korrektur des „Fehlers“, rechtzeitig vor der Einwohnerversammlung angekündigt, wähnte sich der Bürgermeister auf der sicheren Seite. Wenn auch ohne Spalierstehen und Applaus der Zuschauer aus dem Hofgraben. Die sehen sich weiter abgehängt, im toten Winkel, beim Ausfahren die Landauer Straße als ferne, nur im Blindflug zu erreichende Insel. Von den Göttern bestraft, war Sisyphos verdammt, auf ewig einen Felsbrocken den Berg hinaufzuwälzen. Fast am Gipfel, rollte der jedes mal ins Tal. Über eine Stunde wuchtete Eberhard bei jeder Wortmeldung wieder und wieder die immer gleichen, mit der Umgestaltung der Kreuzung verbundenen guten Absichten den Hang hinauf. Und die Bürger zeigten ihm stets die kalte Schulter, brachten seine Bemühungen mit ihren Beschwerden gleich wieder ins (Ab-)Rutschen. Wenn es schon nicht der große Wurf sein sollte, suchte Eberhard in jedem aufgeklaubten Stein das Positive, den noch so kleinen Beitrag zum letztlich doch gelungenen Großen und Ganzen. „Die“ Bürger konterten mit immer neuen, immer mehr Vorwürfen und Vorschlägen. Wobei der Bürgermeister bloß am Rande der Zielscheibe auftauchte. Ihre Zwölf waren die (am Donnerstagabend abwesenden) Leute vom Landesbetrieb Mobilität. Selbst deren Last, sofern es eine gibt, schulterte der Bürgermeister tapfer: „Die haben richtig geplant, können nichts dafür und sind uns stets ein verlässlicher Partner.“ Auf den die Verwaltung und der Gemeinderat im Zweifel zuverlässig die Verantwortung für Stillstand oder Unterbliebenes – Beispiel Kreuzung Neustadter/Speyerer Straße – abschieben kann. Fraglich, ob und was von Argument und Gegenargument in der Schwüle der Festhalle auf der jeweiligen Seite angekommen ist. Bleibt Eberhards Schlusswort: „Sind die Änderungs-Striche aufgemalt, müssen wir damit zurechtkommen.“