Speyer Siebte Kindertagesstätte soll kommen
Bekommt Römerberg eine siebte Kindertagesstätte? Die Wahrscheinlichkeit ist groß, denn immer mehr junge Familien ziehen in die Neubaugebiete. Einen Antrag der CDU-Fraktion, den Bau einer neuen Kita auf den Weg zu bringen, hat der Ortsgemeinderat am Dienstagabend einstimmig angenommen.
Der Bedarf steige stetig, nicht zuletzt aufgrund der Bebauung im Baugebiet W 3, argumentiert die CDU in ihrem Antrag. Römerberg habe die gesetzlich garantierten Ansprüche auf Kita-Plätze zu erfüllen. Außerdem sei es wünschenswert, eine größere Anzahl an Ganztagsplätzen vorzuhalten. Daher soll nach dem Willen der CDU und auch der anderen Ratsfraktionen, die dem Antrag zustimmten, der strategische Bedarf an Kita-Plätzen ermittelt werden. Die Ortsgemeinde soll außerdem Verbindung mit potenziellen Trägern einer neuen Kita aufnehmen und Zuschussmöglichkeiten für den Bau einer neuen Kindertagesstätte prüfen. Für CDU-Fraktionssprecher Mathias Müller ist jetzt die Zeit zu handeln, sonst sei es „womöglich zu spät“. Seine Fraktion habe bereits geprüft, ob es Alternativen zu einem Neubau gebe und stattdessen eine oder mehrere existierende Kindergärten erweitert werden könnten. Diese Idee habe sich aber als untauglich erwiesen – sei es, weil ein Ausbau zu teuer käme, bauliche Gegebenheiten nicht passten oder aus anderen Gründen. So müsse beispielsweise auch die Küche genügend Kapazitäten haben, um zusätzliche Kita-Gruppen versorgen zu können. „Es wäre alles Stückwerk gewesen“, sagte Müller. Stattdessen schlug er den Bau einer neuen Einrichtung in Modulbauweise vor. Dies sei sinnvoll, da möglich sei, dass aufgrund der demografischen Entwicklung in einigen Jahren wieder auf eine Kita verzichtet werden könnte. „Die Module kann man auch in zehn oder 15 Jahren noch weiterveräußern, wenn die Fläche vielleicht anderweitig gebraucht wird, zum Beispiel für Mehrgenerationenwohnen“, so der CDU-Sprecher. Gleichwohl gab Müller zu: „Sieben Kitas sind eine ganz schöne Hausnummer.“ Ortsbürgermeister Manfred Scharfenberger (CDU) glaubt ebenfalls, dass eine neue Betreuungseinrichtung für die kleinsten Römerberger gebaut werden muss. „Der Bedarf wird auch vom Kreisjugendamt gesehen“, sagte Scharfenberger. Es gebe bereits Kontakt mit möglichen Trägern, er sehe hier eine Lösung. Träger könnten, so Scharfenberger auf Nachfrage aus dem Rat, entweder die Kirchen, freie Wohlfahrtsverbände oder die Kommune sein. Der Ortsbürgermeister geht davon aus, dass die neue Kita drei Gruppen beherbergen wird. Auch von den ungefähren Baukosten hat er bereits eine Vorstellung: Zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Euro soll das Projekt kosten, wobei mit Zuschüssen bis zu 600.000 Euro zu rechnen sei. Dass die Modul-Lösung praktikabel sei, zeigt für Scharfenberger die vor einem Jahr eingeweihte Kita Sandhase in Dudenhofen, die in dieser Bauweise errichtet sei. Ziel sei es, so Scharfenberger, den Kita-Bau noch in den Haushalt für 2019 mit aufzunehmen. Noch offen ist, wo genau die neue Kita entstehen soll. Der CDU-Antrag nennt das Baugebiet W 3 als Standort. Aus den Reihen der Grünen-Fraktion kam der Vorschlag, über eine Bebauung des in Gemeindebesitz befindlichen Sportplatzes hinter der Grundschule in Berghausen nachzudenken. Auch diese Möglichkeit soll geprüft werden.