Speyer Sieben räuberische Ausflüge

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Sieben Ausflüge in die Pfalz und nach Mannheim hat ein 48-jähriger Mainzer zwischen Juni 2014 und September 2015 gemacht und dabei jeweils die Filiale einer Sparkasse überfallen. Die Touren haben dem Mann ein Verfahren wegen schwerer räuberischer Erpressung und versuchter schwerer räuberischer Erpressung vor der Ersten Großen Strafkammer am Landgericht Frankenthal beschert.

„Alles, was in der Anklage steht, wird eingeräumt“, sagte am gestrigen ersten Verhandlungstag Rechtsanwalt Ulrich Stange. Die Serie der Überfälle begann am 11. Juni 2014 in der heutigen Speyerer Hauptfiliale der Sparkasse Vorderpfalz in der Wormser Straße. Der Angeklagte berichtete, dass er kurz in Speyer gelebt hatte und in dieser Zeit einige Male in der Sparkasse war. Später habe er sich entschieden, die Speyerer Sparkasse zu überfallen, so der 48-Jährige, der wegen Banküberfällen vorbestraft ist. Der Bankraub am 11. Juni 2014 und die folgenden sechs Überfälle hatten im Wesentlichen den gleichen Ablauf. Er habe sich immer ein Rheinland-Pfalz-Ticket gekauft und sei mit der Bahn an den Tatort gefahren, erzählte der Mainzer gestern. Auch hatte er immer einen Schreckschussrevolver dabei, der mit Gaspatronen geladen war und mit dem er die Angestellten der Sparkassen bedrohte. Dabei hatte der 49-Jährige auch immer eine Plastiktüte mit Kleidung zum Wechseln sowie eine Plastiktüte für die Beute. Bei den Überfällen zog er sich T-Shirt und Kapuze vor das Gesicht. Nach den Überfällen habe er sich erst in der Nähe des Tatorts versteckt, sich umgezogen und gewartet, „bis die Polizeihubschrauber nicht mehr da waren“, erzählte der Angeklagte. Dann sei er in einen Nachbarort gelaufen und von dort mit dem Taxi nach Mainz gefahren. Das Geld habe er vor allem für Drogen gebraucht, so der 48-Jährige. Nach eigenen Angaben konsumiert er seit vielen Jahren Cannabis und Kokain. Außerdem habe er nach jedem Überfall Urlaub in seinem Heimatland Türkei gemacht und dort Geld „verprasst“. Beim Überfall am 11. Juni 2014 betrug die Beute 22.630 Euro. Der Täter habe ihn mit der Waffe bedroht, Geld gefordert und gesagt „schnell, schnell“, berichtete gestern der Sparkassenangestellte. Er habe den Überfall ohne Probleme verkraftet, so der Zeuge. Auch andere Mitarbeiter der Sparkassen sagten, dass sie keine oder nur kurze Zeit Ängste hatten. Zwei Frauen sagten dagegen, dass sie immer noch unter psychischen Problemen leiden. Der Angeklagte entschuldigte sich gestern bei den Mitarbeitern der Sparkassen. Am 20. August 2014 raubte der 48-Jährige erneut die Hauptfiliale der Speyerer Sparkasse aus. Dieses Mal nahm er 22.690 Euro in einer Plastiktüte mit. Er habe sich gedacht, dass die Sparkasse in Speyer „jetzt überwacht wird“, begründete der Angeklagte, warum er beim dritten Überfall zur Sparkasse Rhein-Haardt in der Bahnhofstraße in Frankenthal wechselte. Rund 9000 Euro betrug die Beute. Danach habe er sich in einem Lieferwagen versteckt. „Ich war geschockt, ich hatte nicht damit gerechnet dass da umgebaut worden ist“, berichtete der Angeklagte über seinen dritten Überfall am 5. Februar 2015 auf die Speyerer Sparkasse. Er flüchtete ohne Beute. Bei einem Überfall am 10. Februar 2015 auf eine Mannheimer Sparkasse nahm der Mann knapp 18.000 Euro mit. Am 16. Juni 2015 war wieder die Sparkasse Rhein-Haardt in Frankenthal an der Reihe. 14.420 Euro nahm er dieses Mal mit. Am 29. September 2015 überfiel der Mann die Sparkasse in Eisenberg. Die Bankmitarbeiterin sei „einfach weggegangen“. Der Mainzer flüchtete, versteckte sich in einem Gebüsch im Eisbach, „doch ich habe meine Beine nicht richtig versteckt“ und so entdeckte ihn die Polizei. Der Prozess wird am 24. März, 9 Uhr, fortgesetzt. (ann)

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