Speyer Senkrechtstarter im Technik-Museum

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Kaum ist die neue Sonderausstellung im Technik-Museum Speyer zu „100 Jahre BMW“ eröffnet worden (wir berichteten), ist er als Projektleiter auch schon mit der Konzeption der Nachfolgeschau befasst: Exponatsverwalter Michael Stiller. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt des 23-Jährigen: Kontaktpflege zu Leihgebern, denen die meisten Ausstellungsstücke im Museum gehören.

Mehr als 70 Flugzeuge und Hubschrauber verzeichnet „Das große Museumsbuch“ für die Speyerer Technik-Sammlung. Ein Senkrechtstarter befindet sich nicht darunter. Dennoch gibt es ihn, allerdings nicht aus Stahl: Nur etwa sechs Monate nach dem Ende seiner Ausbildung zum Bürokaufmann im Auto- und Technik-Museum Sinsheim übernahm Michael Stiller Ende 2013 als gerade mal 20-Jähriger die Stelle als Exponatsverwalter in Speyer. „Ein Lieblingsexponat habe ich nicht. Mir gefallen viele Ausstellungsstücke“, sagt der Badener aus dem Rhein-Neckar-Kreis. „Das Besondere in Speyer ist die Vielseitigkeit. Es gibt bei uns nicht nur Autos und Motorräder, sondern auch Flugzeuge und Schiffe, Lokomotiven und Feuerwehrfahrzeuge, mechanische Musikinstrumente, historische Bekleidung und nicht zuletzt Europas größte Raumfahrtausstellung“, erklärt Stiller. Von den zigtausend Exponaten, die Anzahl schwanke aufgrund häufiger Zu- und Abgänge, kämen rund 85 Prozent von Leihgebern, der Rest sei im Besitz des von einem Förderverein getragenen Museums. „Zu meinen Aufgaben gehört es, bei Angeboten von möglichen Leihgebern die Geschäftsleitung zu informieren. Sie entscheidet, ob ein Ausstellungsstück in unsere Sammlungen passt“, erklärt der Exponatsverwalter. Bei einer Annahme erstelle er einen Leihvertrag, der in der Regel unbefristet sei. Bei Leihgaben fließe kein Geld, weder an den Besitzer des Ausstellungsstücks noch ans Museum. Die meisten Leihgeber seien Mitglied im Förderverein, dem rund 2500 Personen, Firmen und Institutionen angehören. „Für ein neues Ausstellungsstück ist ein Daten-Abgleich nötig. Danach verfasse ich eine Exponatsbeschreibung, die für die Besucher auf ein Schild gedruckt wird, und trage den Zugang in unser Verzeichnis ein“, sagt der 23-Jährige. Bei der Präsentation der Exponate habe der jeweilige Leihgeber ein Mitspracherecht. Auch wenn ein Ausstellungsstück bei einer privaten Veranstaltung im Museum gezeigt werden soll, sei dafür die Zustimmung des Besitzers nötig. Das größte klassische Exponat ist die Boeing 747 (Jumbo-Jet) mit einer Rumpflänge von rund 70 Metern, gefolgt von der viermotorigen Propellermaschine Antonov An-22, teilt der Badener mit. Die beiden Flugzeuge sind zugleich Beispiele für Ausstellungsstücke, die dem Museum selbst gehören, wie Stiller betont. Die spektakulären Transporte der Luftfahrzeuge nach Speyer verfolgten Tausende Schaulustige. Das größte „Exponat“ sei jedoch die denkmalgeschützte Liller-Halle, sagt er. Die mehrmonatigen Sonderschauen im Museum plant der 23-Jährige als Projektleiter gemeinsam mit Verwaltungschef Andreas Hemmer sowie den für die Pressearbeit und Veranstaltungsorganisation zuständigen Mitarbeiterinnen Corinna Handrich und Carmen Werre. „Teamarbeit ist bei uns sehr wichtig“, betont Stiller das Vorgehen bei der Konzepterstellung der Schauen. Die nächste Sonderausstellung werde wieder mehr fürs Herz bieten, als die gegenwärtige hochkarätige zu BMW mit ihrem Schwerpunkt auf Leistung, versichert er im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Mehr könne er dazu noch nicht sagen, die Planung sei ganz am Anfang. In seiner Freizeit ist der Badener leidenschaftlicher Ski- und Motorradfahrer. Neben zwei Maschinen besitzt der Ruhe und Gelassenheit ausstrahlende junge Mann auch zwei Autos, mit denen er an seinen für Technik-Fans traumhaften Arbeitsplatz fährt.

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