Römerberg
Seniorenräume: Nicht nur der Jugend wird’s langweilig im Dorf
Als Jugendlicher kann es schnell langweilig und einsam werden im Dorf. Das haben die meisten Gemeinden erkannt und Räume eingerichtet, in denen sich die junge Generation unkompliziert treffen kann. Etwas Ähnliches schwebt der Römerberger Seniorenbeiratsvorsitzenden Elvira Theurer auch für ältere Bürger vor. Sie begründet das damit, dass es immer weniger Gaststätten, Kneipen oder Cafés gibt, in denen sich die Senioren verabreden könnten. Im Gemeinderat ist deshalb über ihren Antrag gesprochen worden, solche Räume vorzuhalten. Wenn möglich, sollte es diese in jedem Römerberger Ortsteil geben, findet die Seniorenbeiratsvorsitzende. Denn gerade bei der älteren Generation hat sich nach ihrer Beobachtung die Römerberger Einheit noch nicht so ganz durchgesetzt. Die Mechtersheimer bekomme sie für solche Treffen nicht in einen Raum nach Berghausen und umgekehrt. Wichtig außerdem: „Gemütlich“ müssten die Räume sein, in denen die Senioren dann in entspannter Atmosphäre eine Runde Skat spielen, einen Kaffee trinken oder einfach nur ein Schwätzchen halten können.
Dem Anliegen steht die Gemeinde grundsätzlich durchaus offen gegenüber. Allerdings muss sie auch andere Interessen und vor allem die Finanzen im Blick behalten. Geeignete Immobilien in Gemeindebesitz gibt es nicht wie Sand am Meer. Und so verständlich es auch sei, dass Gruppen, die einen Raum nutzen, ihn gerne exklusiv für sich haben, nach ihren Bedürfnissen einrichten und dauerhaft so belassen wollen – leider sei das nicht bezahlbar, sagten die Ratsmitglieder.
Beigeordneter Wilfried Röther brachte als Kompromiss das Haus am Lindenplatz in Mechtersheim als Seniorentreffpunkt ins Spiel. Das sei schließlich bereits seniorengerecht umgebaut. Auch das Zehnthaus in Berghausen sei als Treffpunkt denkbar. Ob es den Senioren dort gemütlich genug ist und ob sich Berghausener, Heiligensteiner und Mechtersheimer dann doch mal in den Nachbar-Ortsteil trauen, wird sich in der Praxis schnell zeigen.