Speyer Seniorenheim geht auf Kreuzfahrt

Verschenkt Rosen im Seniorenheim: Schauspieler Manfred Kessler.
Verschenkt Rosen im Seniorenheim: Schauspieler Manfred Kessler.

Bewohner und Mitarbeiter des Evangelischen Seniorenzentrums „Amalie-Sieveking-Haus“ in Berghausen sind am Dienstag in See gestochen. Mit Musik, Humor und viel Seemannsgarn hat sie Manfred Kessler, Gründer des Burgschwalbacher Chapiteau-Theaters, auf eine Kreuzfahrt ins Reich der Fantasie mitgenommen.

Der Klabautermann kam in der Theater-Revue ebenso zu Wort wie Kapitän Graubär. Kessler erwies sich als Verwandlungskünstler. Mit wenigen Mitteln schlüpfte er zum Vergnügen der Mitreisenden in die Rolle des Kapitäns, Verkäufers, Dauerpassagiers oder der Putzfrau. „Eine Seefahrt, die ist lustig“, spielte er beim Auslaufen der „Andrea Gloria“ auf dem Akkordeon. Ein paar Zauderer ordnete Kessler Passagieren der ersten Klasse zu. „Die lassen singen.“ Das ließen sich die Angesprochenen nicht zweimal sagen. Zu „Nimm mich mit Kapitän auf die Reise“ stimmten alle ein. Auch die von Demenz betroffenen Senioren freuten sich über die Kreuzfahrt ohne Gepäck und Seekrankheit. Begeistert schwangen sie die von Kessler verteilten Rasseln in Obstform und schmetterten dazu „Ausgerechnet Bananen“. Zuvor hatte der Veranstalter sich beim Publikum seines guten modischen Geschmacks versichert. „Toll“, gab eine Seniorin ihr Votum über seine intensiv rot glänzende Jacke ab. In jede seiner Darbietungen band Kessler die Zuschauer ein. Der „Rosmarie“ schenkte er eine rote Rose. Für die Passagiere der dritten Klasse hatte er durchlöcherte Schwimmwesten übrig, für die zahlungskräftigeren gab es solche mit integrierter Krawatte oder Spitze und Borte. „Aber der Untergang findet nicht statt“, beruhigte Kessler die Besucher, die Rollstühle und Rollatoren bei unruhiger See gut festhalten sollten. „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern“, versicherten Besatzung und Passagiere des Kreuzfahrtschiffs. Vor Madagaskar waren sie dennoch erleichtert, endlich wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Kesslers Humor kam bei seinem Publikum gut an. Auch seine international eingefärbten Ansagen auf Deutsch, Englisch und Französisch. In „Die Männer sind alle Verbrecher“ stimmten vor allem die Frauen lautstark ein. Bis zum Einlaufen in den Römerberger Heimathafen sangen Bewohner und Mitarbeiter gemeinsam mit Kapitän Graubär Freddy Quinns „Junge komm bald wieder“. Zum Abschied gab es Sekt und Selters an Bord der „Andrea Gloria“.

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