Speyer Senioren wollen Sitz im Rat

Der Speyerer Seniorenbeirat will künftig im Stadtrat einen Sitz haben. Dies wurde in seiner Sitzung gestern deutlich. Die Mitglieder des Gremiums unterstützten nach eingehender Debatte eine Aussage, die das stellvertretende Vorstandsmitglied Klaus Bohn in der Ratssitzung vom 3. November getroffen hatte.
Bohn hatte in der Sitzung erstmals die Gelegenheit, den Ratsmitgliedern aus der Arbeit des seit 23 Jahren bestehenden Seniorenbeirats zu berichten. Er betonte dabei, wie er gestern in der Beiratssitzung unter Leitung von Ludwig Schultheis ausführte, dass 35 Prozent der Speyerer Bevölkerung über 60 Jahre alt seien. „Das unterstreicht das Gewicht des Seniorenbeirats.“ Zustimmend zur Kenntnis nahm der Seniorenbeirat eine Aufforderung Bohns an die Ratsmitglieder, die Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung über die Verlegung der Bereitschaftsdienst-Zentrale von Speyer nach Germersheim nicht so zu akzeptieren. Sie sollten vielmehr mit Nachdruck mit den Beteiligten Gespräche führen, „um den unsäglichen Zustand für 52.000 Einwohner in einer Stadt des Mittelzentrums mit Oberfunktion rückgängig zu machen“. Der Beirat hatte schon früher gegen die Maßnahme protestiert – wie die Politik jedoch erfolglos. An Themen wird es dem Seniorenbeirat auch im kommenden Jahr nicht mangeln. Zunächst will er sich vor allem darum bemühen, in der Öffentlichkeit besser als bisher wahrgenommen zu werden. Auf der Tagesordnung bleibe unter anderem der „Dauerbrenner“ Altersarmut, kündigte Vorsitzender Schultheis an. Die Daten, die hierzu zur Verfügung stünden, seien allerdings widersprüchlich und ungenau, wurde kritisiert. Weiter nach Lösungen gesucht werden soll auf dem Sektor bezahlbarer Wohnraum. Dabei wurde in der Sitzung gestern die Frage diskutiert, ob es sinnvoll sein könnte, bei der Stadtverwaltung eine eigene, zentrale Anlaufstelle dafür zu schaffen. Die Senioren wollen zudem auf der Abfassung des seit Langem vermissten Altenberichts der Stadt bestehen. Nicht mehr beteiligen wird sich der Seniorenbeirat an der Organisation der einst als „Seniorenmesse“ deklarierten Präsentation in der Stadthalle. Zum Schluss der Sitzung referierte Ria Krampitz, Leiterin des städtischen Seniorenbüros, über den siebten Altenbericht der Bundesregierung. |le