Speyer Segenstuch als Zeichen der Einheit

Das katholische Hilfswerk Misereor
Das katholische Hilfswerk Misereor

Es soll zusammenwachsen, was zusammen gehört: Mit einem Segenstuch will die katholische Großpfarrei Hl. Hildegard in der Fastenzeit einen Beitrag zur Einheit leisten. Sieben Künstler aus Dudenhofen, Hanhofen, Harthausen und Berghausen haben sechs Bilder gestaltet. Am Ostersonntag sollen die Bilder zusammengesetzt und als Gesamtkunstwerk präsentiert werden.

Die Idee gehe zurück auf die alte Tradition der Hungertücher, sagt Pfarrer Josef Metzinger zur Idee, das Zusammenwachsen der sechs Kirchengemeinden zu einer neuen Pfarrei bildlich darzustellen. Das „Hildegardener Segenstuch“ widme sich der Aufgabe, die mit Leben gefüllten und in ihrer Tradition und Identität verwurzelten Gemeinden zu verbinden. „Daher haben wir überlegt, dass wir das Hungertuch anders benennen wollen. Es enthält in so vielfältiger Weise reichhaltigen Segen, der uns in unseren Dörfern geschenkt wurde, dass wir es Segenstuch nennen möchten“, erklärt Metzinger. Das Tuch zeige sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten der Dorfgemeinden auf, sagt Metzinger. „Durch das Gemeinsame der Pfarrei darf die Individualität und das Besondere einer jeden Gemeinde nicht aufgelöst oder in Frage gestellt, sondern muss hervorgehoben werden.“ Das sei mit dem Mosaik aus sechs Bildern, die in Gottesdiensten in der Fastenzeit nacheinander vorgestellt würden, gelungen. „Sie weisen eine großartige Vielfalt auf, die bunt und abwechslungsreich, aber auch interessant und voller Chancen ist“, sagt der Pfarrer. Nach der Präsentation des letzten Bildes am Ostersonntag soll das Gesamtkunstwerk erstmals zusammengesetzt und anschließend fotografiert werden. Jede Dorfkirche erhalte eine originalgetreue Kopie auf einem Tuch, kündigt Metzinger an. Ebenso sei eine Postkartenaktion zum Erhalt der Gotteshäuser geplant. Das erste Bild wird am kommenden Samstag um 18.30 Uhr während des Gottesdienstes in der katholischen Kirche in Hanhofen präsentiert. Gestaltet wurde das Bild von Anne Krause. Darauf sind zwei in Acryl gemalte Hände zu sehen: die eine schwarz, die andere weiß. Sie habe das Thema „Willkommen“ für ihren künstlerischen Beitrag gewählt, sagt Krause auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Sich die Hand reichen, aufeinander zugehen, miteinander leben, Gemeinschaft und Heimat erfahren, das alles habe sie selbst vor Jahren erlebt, erzählt Krause von ihrer Ankunft in Hanhofen vor 18 Jahren. Aus Den Haag sei sie mit ihrer Familie nach Hanhofen gezogen und herzlich willkommen geheißen worden. „So ist Hanhofen zu meiner Heimat geworden“, sagt Krause. Entstanden sei ihr Teil für das Segenstuch zwischen September und November, sagt Krause und berichtet von vielen Gesprächen über Neuanfänge, Unterstützung und Fremdsein. „Das Bild musste wachsen wie das Zusammenleben“, fasst sie den Schaffensprozess zusammen. Die anderen Bilder wurden von Robert Schneider (Berghausen), Elisabeth Kostov (Dudenhofen), Traudel Heim (Hanhofen), Martina Jann-Bettag, Maria Schraut und Monika Steiger (Harthausen) gestaltet. Termine In den Gottesdiensten wird jeweils eins der sechs Bildsegmente präsentiert: —Samstag, 17. Februar, 18.30 Uhr, Hanhofen; —Sonntag, 25. Februar, 10.30 Uhr, Berghausen (Großes Gebet); —Sonntag, 4. März, 10.30 Uhr, Dudenhofen; —Sonntag, 11. März, 10.30 Uhr, Mechtersheim; —Sonntag, 18. März, 10.30 Uhr, Harthausen (Misereorsonntag); —Ostersonntag, 1. April, 10.30 Uhr, Heiligenstein (Vorstellung des Gesamtkunstwerks).

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