Speyer Schweiß, Sekt und Selters fließen in Strömen

Mit jeder Menge Rhythmus haben rund 150 Zumba-Begeisterte dem Brustkrebs am Sonntag in der Festhalle Dudenhofen den Kampf angesagt. Die erste von Zumba-Trainerin Sarah Stroh organisierte „Party in Pink“ war für Veranstalter, Teilnehmer und die begünstige Susan G. Komen-Stiftung Deutschland ein voller Erfolg.
„Ich bin eine Sonnenblume“, erklärt eine junge Frau ihr dottergelbes Trikot, das sie unter der rosa Halskrause trägt. Sie habe nur ein rotes Tutu gefunden, entschuldigt sich eine andere für die Farbe ihres Tanzröckchens, die sich dem vor der Festhalle versammelten Pink nicht so recht anpassen will. Auch ihr steckt Stroh die rosa Schleife der Stiftung an, von denen die stellvertretende Vereinsvorsitzende Christine Anson-Morgan zahllose mitgebracht hat. Völlig überwältigt vom Andrang begrüßt sie mit acht weiteren „Zumba Instructors“ ihre überwiegend weiblichen Partygäste. „Ich hatte mit 27 Brustkrebs, meine Mutter ist daran gestorben“, ruft eine 33-jährige Trainerin eindringlich zur Vorsorge auf. Dann geht die Post ab. Die meisten Teilnehmer beherrschen die Kombination zwischen Aerobic und Tanz bereits; Neulinge versuchen, den Schritten und Figuren der Trainerinnen auf der Bühne zu folgen. Beine, Hüften, Pos, Arme – Muskeln bewegen sich im fliegenden Wechsel. Koordination und Kondition werden zur Herausforderung. „Wer dreimal dabei war, hat es drauf“, bewahrt Stroh eine Zumba-Einsteigerin vor vorzeitiger Aufgabe. Ihre mit Thermo-Gel gelackten Fingernägel leuchten lila. „Pink werden sie bei warmen Händen“, sagt Stroh. Partygäste aller Altersgruppen und Körperformen finden ihren eigenen Rhythmus. Jeder geht so weit in die Knie, wie er kann. Weder die Topfigur noch Höchstleistungen stehen im Mittelpunkt. „Zumba ist Spaß in jedem Alter und jedem Körper“, fasst eine Teilnehmerin zusammen, was alle im Saal empfinden. Auch Anson-Morgan wagt sich zum ersten Mal im Leben aufs Zumba-Parkett. „Das ist ja Lebensfreude pur“, berichtet sie leicht atemlos von ihrer Premiere im schwindelerregenden Salsa-Takt. Sekt, Selters und Schweiß fließen in Strömen. Kleine Pausen nutzen die Teilnehmer zum Durchatmen, für einen Blick auf das Mobiltelefon, eine Entspannungs-Zigarette im Sonnenschein oder zur Stärkung mit den liebevoll vorbereiteten Obst- und Gemüse-Snacks. Im Vorraum informiert Anson-Morgan über Risikofaktoren, Früherkennung und Heilungschancen von Brustkrebs. Nach einer Stunde sind sämtliche Shirts und Haare durchgeschwitzt, der Saal hat sich aufgeheizt. Die Zumba-Motivation bleibt bis zum letzten schweißtreibenden Tanz um 20 Uhr ungebrochen. Strohs Fingernägel strahlen nur noch in pink. (kya)