Speyer Schon von Weitem zu erkennen

91-85308024.jpg

Die Außensanierung der protestantischen Kirche und des Gemeindehauses in Waldsee ist abgeschlossen. Beide Häuser erstrahlen in neuem Putz und das Gemeindehaus ist neuerdings durch die Aufschrift „Protestantisches Gemeindehaus“ schon von Weitem zu erkennen. Nun geht es los mit der Innensanierung.

Pfarrer Andreas Buchholz und Gemeindediakonin Marion Wagner packen schon fleißig Kisten, denn im Gemeindehaus beginnen die Arbeiten schon in diesen Tagen. Ab den Sommerferien wird die Kirche vorübergehend stillgelegt. Die Gottesdienste finden dann in Otterstadt statt. Das sommerliche Platanenfest kann dieses Jahr nicht gefeiert werden, aber an Erntedank soll alles fertig sein. Das Gemeindehaus wird innen komplett gestrichen, kleine Schäden werden ausgebessert. Größter und teuerster Brocken ist der Bau einer barrierefrei zugänglichen Toilette im Erdgeschoss des Gemeindehauses. In der Kirche soll die gesamte Elektrik erneuert werden, alte Leuchten mit LED-Licht ausgestattet und dimmbar gemacht werden und eine Induktionsschleife für Hörgeräte installiert werden. Eine induktive Höranlage ermöglicht es den Trägern von Hörgeräten, Audiosignale wie Musik oder Worte drahtlos über das Hörgerät zu empfangen. Der Sockel im Altarbereich soll abgesenkt werden, da er sich nach Aussage von Pfarrer Andreas Buchholz als Stolperfalle für Senioren und Kinder erwiesen hat. Die Natursteine in der Kirche werden überarbeitet, die gesamte Kirche einschließlich Bänke, Stühle und Boden neu gestrichen. Im Außenbereich wird es auch eine Änderung geben: Die Rundbank um die Platane ist morsch, sie wird entfernt und nicht ersetzt. Stattdessen wird die halbrunde Abschlussmauer saniert und erhöht und mit einer hölzernen Sitzfläche versehen. „So kann man miteinander besser ins Gespräch kommen. Auf der Rundbank saß man ja Rücken an Rücken“, sagt der Pfarrer. Die gesamte Innenrenovierung soll mit Baunebenkosten 124.000 Euro kosten. Vorausgegangen war die jetzt abgeschlossene Außenrenovierung, die knapp 69.000 Euro statt der dafür verplanten 80.000 Euro gekostet hat. Neben der Fassade wurden auch die Holzverkleidung am Turm und die Glockenaufhängung erneuert, die Blitzschutzanlage auf den neusten Stand der Technik gebracht und der Kamin saniert. Für die Renovierung des Gemeindehauses gibt es einen Zuschuss von der Ortsgemeinde. Die Landeskirche zahlt nicht extra, denn solche Fälle sind dort nach dem Homburger Modell geregelt. Die Gemeinden bekommen jährlich eine bestimmte Summe für die Erhaltung der Gebäude, außerdem müssen die Gemeinden selbst jährlich Geld zurücklegen. So betrachtet muss die Gemeinde die Renovierung aus den eigenen Rücklagen selbst finanzieren. Die Gemeindemitglieder will Pfarrer Andreas Buchholz aber auch um Spenden bitten. Außerdem sollen Eigenleistungen die Arbeiten billiger machen. Der Boden der Kirche wird von einem Gemeindemitglied abgeschliffen und gestrichen. Büro und Diensträume werden mit Presbytern ausgeräumt und gestrichen. Das Jugendzimmer wird von einem dunklen Kellerraum in das benachbarte Kellerzimmer mit Tageslicht verlegt. Das alles geschieht im Moment. Anfang Juli ist das Amtszimmer an der Reihe. In den Sommerferien kommen dann externe Firmen an die Reihe. Erst im Gemeindehaus, dann in der Kirche. Während der Sanierung des Gemeindehauses werden die Möbel in der Kirche untergebracht, deswegen kann die schon ab Beginn der Sommerferien nicht mehr für die Gottesdienste genutzt werden, obwohl die Arbeiten dort erst nach den Ferien starten. Wenn alles fertig ist, fehlen Pfarrer Andreas Buchholz nur noch zwei Dinge: Hinweisschilder im Ort, die angeben, wo die protestantische Kirche und das Gemeindehaus stehen und der neu vergoldete Wetterhahn auf dem Dach des Kirchturms. Für ersteres sei die Gemeinde zuständig, für den Hahn bittet Buchholz noch um Spenden. Dessen Vergoldung kostet rund 6000 Euro. Aber so ein goldener Wetterhahn sei ein schönes Zeichen. „Er erinnert uns an unsere Versprechen. Da darf er nicht so zerrupft aussehen“, so Buchholz. |krx

x