Speyer Schnelle Lösungen nicht in Sicht

Ein Verkehrsknackpunkt in Dudenhofen: Die Carl-Zimmermann-Straße, in der laut Anwohner das Verkehrsaufkommen hoch sei. Außerdem
Ein Verkehrsknackpunkt in Dudenhofen: Die Carl-Zimmermann-Straße, in der laut Anwohner das Verkehrsaufkommen hoch sei. Außerdem würden Autofahrer aus Berghausen und Harthausen kommend zu schnell an der Kreuzung vorbeifahren.

Schnelle Lösungen zur Verkehrssituation in Dudenhofen – sollten an kritischen Punkten überhaupt Verbesserungen möglich sein – sind nicht in Sicht. Auch wenn das mit der Erstellung eines Verkehrsgutachtens beauftragte Ingenieurbüro bei der Informationsveranstaltung am Mittwochabend in der Festhalle erste Ergebnisse präsentiert hat. Frank Gericke vom Ingenieurbüro Modus Consult sagte: „Wir sind nicht fertig, sondern sind mittendrin.“ Zudem beschränke sich seine Arbeit auf die Beschreibung des Ist-Zustands.

Ein erstes Fazit des Ingenieurbüros: „Aus Harthausen und Berghausen kommend wird mangels abbremsender Hindernisse mit zu hoher Geschwindigkeit nach Dudenhofen reingefahren, überall Falschparker, es fehlen Radwege oder sie enden abrupt im Niemandsland, keine oder zu schmale Fußwege (Kilianstraße, Rottstraße), zu weit voneinander entfernte Bushaltstellen, deshalb kein attraktiver ÖPNV.“ Als größter Unsicherheitsfaktor bleibe der Mensch und vor allem der sich nicht an Verbote haltende Verkehrsteilnehmer. Am Dienstag, 24. Oktober 2017, in 24 Stunden, an einigen Stellen in acht Stunden per Videoaufzeichnung, hat Modus Consult die Tagesbelastung gemessen sowie Verkehrsteilnehmer angehalten und nach dem Herkunfts- und Zielort gefragt. Das in der Ortsmitte („Drehscheibe“) von Neustadter, Speyerer und Landauer Straße ermittelte Ergebnis: Gesamtverkehrsaufkommen 10.900 Fahrzeuge, geringer Anteil Schwerlastverkehr über 3,5 Tonnen, aus Richtung Neustadt 4100 Autos, in Gegenrichtung 3200, nach Speyer 3500, aus Speyer 3900, aus der Landauer Straße 2500, in die Landauer Straße 2600, vom Konrad-Adenauer-Platz 800, dorthin 1300. Zwischen 6 und 8 Uhr wurden an der Drehscheibe 942 Fahrzeuge, in der Landauer Straße 722, davon 194 Abbieger in die Carl-Zimmermann-Straße registriert, von Harthausen 718, von Berghausen 732 Einfahrende. 13 Prozent sei Durchgangsverkehr, 87 Prozent innerörtlich, 36 Prozent Quell-, 51 Prozent Zielverkehr (39 Prozent nach Speyer). Gericke sagte zum Thema Parken: „Wo man hinschaut keine leichten Verhältnisse.“ Im gesamten Ort seien Straßen zu eng und Bürgersteige zu schmal. Zuvor wollte der Diplom-Ingenieur das Meinungsbild im Saal abfragen. Eine Stunde berichteten Anwohner verschiedener Straßen ihre Wahrnehmungen. Beispiel Schillerstraße: Problem sei die Ein- und Ausfahrt in die Iggelheimer Straße, („Rennstrecke zur Schule“), statt im Hof werden Autos auf der Straße geparkt, sodass diese kaum einsehbar sei. Obere Mühlstraße: Bei Gegenverkehr gebe es kaum Ausweichlücken. Rinnstraße: Zugestellte Sperr-Fläche, generell Parken nach dem „Kraut-und-Rüben-Prinzip“, unübersichtliche Ausfahrt zur Landauer Straße durch Parker am Asia-Restaurant. Weiter berichteten Bürger von zu hohen Geschwindigkeiten der aus Harthausen und Berghausen kommenden Fahrzeuge bei der Ein- und Vorbeifahrt an der Kreuzung Carl-Zimmermann-Straße/Hofgraben. Auch deshalb sei der Rad- und Fußgängerüberweg gefährlich. Die Kreuzung Boligweg/Speyerer Straße sei problematisch, Abhilfe könnte mit einer geänderten Vorfahrtsregel geschaffen werden, so ein Vorschlag. Zur Gommersheimer Straße/Falkenstraße berichteten Bürger, dass sie Angst um spielende Kinder hätten, wenn auf dem Weg zu den Pferdekoppeln ab der Jägerstraße gerast werde. Als Abhilfe wurden Blumenkübel und eine Verkehrsumleitung gefordert. Von hohem Verkehrsaufkommen berichteten Anwohner in der Trifelsstraße, Carl-Zimmermann-, Johann-Walter- und Ernst-Reuter-Straße. Dauerärgernis gefährlicher Schulweg: Vor der Schule gebe es alles andere als eine sichere Querungsmöglichkeit. Der Vorschlag: Die Schulkinder bis an den Festplatz fahren, von dort könnten sie in die Schule laufen. An der Zufahrt zu den Supermärkten sei der Straßenseitenwechsel unmöglich. Die Hoffnung ist, mit einer Tempo-30-Reglung auf sämtlichen Straßen plus prinzipieller Rechts-vor-links-Regel das Problem der Geschwindigkeit in den Griff bekommen zu können. Ortsbürgermeister Peter Eberhard (CDU) stellte Tempo 30 in der Iggelheimer Straße zwischen Fußballplatz und Schule in Aussicht – werktags, von 7 bis 19 Uhr. Ob irgendwann in der Carl-Zimmermann-Straße nur noch 30 gefahren werden darf, ließ er offen: „Die Gemeinde könnte Tempo 30 anordnen, allerdings nicht mit rechts vor links.“ Vereinskasten

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