Speyer
Schifferstadter Straße im Sommer voll gesperrt
Autofahrer und Radler können sich schon auf Umwege einstellen: In den Sommerferien 2023 wird die Schifferstadter Straße voll gesperrt. Der Zugang von Norden in die Stadt muss saniert werden. Größte Baustelle dabei ist nicht die Straße selbst, sondern der Radweg, der laut Stadtverwaltung nicht den Anforderungen der Pendlerrad-Route genügt, die einmal Schifferstadt mit Wörth verbinden soll. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Konversion hat die Planungen am Mittwoch abgesegnet. Doch Fragen blieben offen.
„Die Situation ist katastrophal, da muss was passieren.“ Axel Wilke (CDU) brachte auf den Punkt, was mit Blick auf die Schifferstadter Straße nicht nur ihn umtreibt. Die Straßendecke zwischen der Kreuzung am Wartturm und dem nördlichen Stadtausgang ist so marode, dass sie durch den Landesbetrieb Mobilität ausgetauscht werden muss. Ein noch unschöneres Bild bietet der begleitende Weg: Fußgänger und Radler drängen sich einer Breite, die selten mehr beträgt als zwei Meter. Der Asphalt ist rissig und aufgewölbt.
Einmündung als Sorgenkind
Das größte Sorgenkind der städtischen Verkehrsplaner jedoch ist die Einmündung zum Parkplatz des Einkaufszentrums aus Rewe-Markt und Thomas Philipps, wo einst Bauhaus seine Filiale hatte: Hier quetschen sich Radler und Fußgänger gemeinsam über eine kaum zwei Meter schmale Furt, die zudem nur teilweise durch Ampeln gesichert ist. Der auf den Parkplatz führenden Rechtsabbiegespur bescheinigen die Planer ein „hohes Unfallrisiko“, weil Fahrzeuge „mit relativ hoher Geschwindigkeit“ angebraust kämen. Denkbar ungünstig, um hier den regen Radverkehr einer Pendler-Route unfallfrei vorbeizulotsen.
Also soll ein ganz neuer Weg her, den sich Fußgänger und Radfahrer zwar weiterhin teilen müssen, allerdings zwischen Wartturm-Kreuzung und Rewe-Einmündung auf vier Metern Breite. Weiter nördlich Richtung Ortsausgang und bis zum Mitfahrerparkplatz an der B9 soll die Breite nur noch drei Meter betragen, was die Verwaltung für vertretbar hält, weil der Geh- und Radweg dort infolge Abstand zu Straße und Grünstreifen „in seiner vollen Breite nutzbar“ sei. Eine Einschätzung, die der Ausschuss einmütig teilte.
Umstrittene Ampel
Weniger Einvernehmen herrschte hingegen bei der Frage, wie der Einmündungsbereich zum Rewe-Parkplatz zu gestalten sei. Michael Neugebauer (SWG) gab zu bedenken, dass eine Ampel, die jedes Mal anspringe, wenn ein Auto vom Parkplatz auf die Schifferstadter Straße einbiegen wolle, den Verkehr auf dieser Hauptachse stocken lassen würde. Dem hielt der städtische Verkehrsplaner Otto-Andreas Goger entgegen, dass gerade der Verkehr auf der Schifferstadter Straße eine Ampelanlage unabdingbar mache, weil sonst die Ausfahrt aus dem Parkplatz kaum möglich sei. Zudem, so Goger, habe die Ampel eine lange Umlaufzeit, der Verkehrsfluss wäre daher gewährleistet.
Die Kosten für die Baumaßnahmen beziffert die Verwaltung mit 750.000 Euro, wobei es noch Unsicherheiten gibt, etwa über die Höhe der Landeszuschüsse für den neuen Radweg. Klar ist, dass das Land die 356.000 Euro für die Fahrbahnerneuerung der Schifferstadter Straße übernimmt. OB Stefanie Seiler (SPD) sagte, dass sich Rewe mit 75.000 Euro an den Baukosten beteilige. Auf welcher Strecke genau die Pendler-Radroute ab dem Wartturm-Knoten durchs Stadtgebiet verläuft, steht laut Verwaltung noch nicht fest.