Speyer
Schaustellerin setzt auf Markthalle als zweites Standbein
Die 54-jährige Schaustellerin, seit rund 40 Jahren in ihrem Beruf, hat vorige Woche „Anjas Markthalle“ in der Waldseer Straße, Ecke Erlenweg, eröffnet. „Es wird noch dauern, bis es mit den Jahrmärkten wieder richtig losgeht“, glaubt Ruppert-Keller. Deshalb macht sie nun ein Hofladen-Angebot vor ihrer Betriebshalle. Wenn die Halle fertig renoviert sei und das Angebot gut laufe, könne sie sich zusätzlich einen Umzug nach drinnen vorstellen, berichtet sie.
Die ersten Erfahrungen seien sehr positiv, vor allem Leute „aus der Siedlung“ kauften gerne bei ihr saisonale, regionale Produkte wie Spargel, Radieschen, andere Gemüsesorten und Obst. Aber auch Marmeladen, Chutneys und Weine gehörten zum Angebot. Mit dem direkt gegenüberliegenden Ümit Supermarkt komme sie sich dabei nicht in die Quere, so Ruppert-Keller. „Der hat eine überwiegend andere Klientel.“ Montags bis freitags von 8.30 bis 18 Uhr, samstags bis 16 Uhr, ist das neue Geschäft geöffnet.
Hoffen auf Messen und Märkte
Sie sammle nun Erfahrungen, wie es läuft, plane aber längerfristig, sagt die Unternehmerin. Sie habe einen Angestellten aus dem Schausteller-Bereich, den sie gerne weiterbeschäftige. Wenn in diesem Jahr Brezelfest und Co. ausgerichtet werden könnten, werde sie mit ihrem Kinderkarussell parallel vor Ort sein. Sie sei skeptisch, ob Veranstalter das Wagnis der Menschenmassen in der Corona-Lage eingehen, betont sie. Realistischer sei eher die Hoffnung auf einen guten Weihnachtsmarkt, so Ruppert-Keller, die in Speyer traditionell ihr „Mühlenstadel“ mit Glühwein- und Imbissangebot aufbaut. Ihren Weinstand, mit dem sie in der Vergangenheit ebenfalls auf Jahrmärkten vertreten war, will sie verkaufen. Wenn es wie im Vorjahr zu einem Markt im Domgarten über die Sommermonate käme, wäre sie ebenfalls dabei.
„Ich habe mir ein zweites Standbein gesucht, weil kein Land in Sicht ist“, so Ruppert-Keller über ihre Initiative. In all den Jahren zuvor sei das nicht nötig gewesen, da habe sie von der Schaustellerei leben können. Früher sei nach dem Tingeln über Jahrmärkte stets der Weihnachtsmarkt das zweite Standbein gewesen.