Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Schausteller starten hoffnungsvoll in Domgarten-Saison

Stolze Beschicker: Madleen und Thilo von Olnhausen.
Stolze Beschicker: Madleen und Thilo von Olnhausen.

Wer glückliche Menschen sehen wollte, musste am Freitag in den Domgarten gehen. Für die Schausteller, die dort erstmals in diesem Jahr ihre Stände öffnen durften, war es wie Ostern und Weihnachten an einem Tag.

Bis mindestens 29. August hat die Stadt acht einheimischen Betrieben die Öffnung ermöglicht. „Und das ohne Standgeld, wir freuen uns ungemein“, sagte Birgit Lemke-Krieg. Zusammen mit dem Betrieb ihres Sohnes Alexander bietet sie einen Biergarten mit 150 Plätzen und Imbiss sowie einen Crepesstand an. Für 13 Menschen plus Aushilfen bedeute das eine Verdienstmöglichkeit, für viele Speyerer und Speyer-Besucher eine Chance, „endlich mal wieder rauszukommen“. Die Volksfeste, die die Schausteller sonst bespielen, fielen 2020 und 2021 fast alle aus – so auch das Brezelfest im Juli.

Schon voriges Jahr hatte die Stadt den Betrieben den Sonderauftritt im Domgarten ermöglicht. Diese hoffen, an die gute Resonanz von 2020 anknüpfen zu können. Sie sei „überzeugt, dass was hängenbleibt“, so Lemke-Krieg. „Es war eine schöne Zeit damals, hoffentlich wird es wieder so schön“, sagte Thilo von Olnhausen, Betreiber eines Süßwaren- und Imbissstands. Für sein Gewerbe sei es „nicht alltäglich“, so lange an einem Platz zu sein. Angesichts der jetzt schon 90 Prozent Absagen anderswo sei er dankbar. In einem „normalen“ Jahr wäre er jetzt „mitten in der Hochsaison“.

EM-Spiele werden übertragen

Es ist von Olnhausens erster Stand in diesem Jahr, und er musste beim Aufbau zunächst den Techniker bemühen, um seine Kühltheke in Gang zu bekommen – die braucht er gerade an den heißen Starttagen. „Ab 16, 17 Uhr wird es mehr werden“, kalkulierte er im Hinblick auf die Besucherzahl. Die Stände „hinter“ dem Dom öffnen mittwochs bis sonntags, jeweils von 12 bis 21 Uhr, unter Einhaltung genau definierter Hygieneregeln. „Ein, zwei Grad kälter dürfte es sein“, so Patrick Barth, ein weiterer Biergarten- und Imbissbetreiber mit rund 200 Plätzen. Wie die anderen Anbieter mit Sitzplätzen zeigt er die Spiele der Fußball-EM. Parallel bewirtet er seit einigen Tagen am Rhein in Germersheim und sagt: „Es ist so gut angelaufen wie im vergangenen Jahr.“

Zu den kulinarischen Angeboten im Domgarten kommen ein Kinderkarussell, ein Bungee-Sprunggerät und ein Angelstand. Letztgenannten betreibt Beate Wittmann, deren Gatte Roland am Freitagmittag die letzten Vorbereitungen traf. „Wir sind guter Dinge“, sagte er über die Möglichkeit, endlich wieder öffnen zu dürfen. Sechs weitere Geschäfte des Betriebs müssten aber in der Garage bleiben, was bitter sei, weil gerade im Januar 2020 noch groß investiert worden sei. Er habe zusätzlich einen Job als Lkw-Fahrer angenommen, sagte er. Die ganze Familie helfe am Angelstand mit und hoffe schon auf den Weihnachtsmarkt.

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