Speyer Saubereres Badewasser für Steinhäuserwühlsee

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Heute wird im Steinhäuserwühlsee die erste von zwei Tiefenwasserbelüftungsanlagen in Betrieb genommen. Mit der modernen Technik soll die Schadstoffbelastung des Gewässers für die in drei Wochen beginnende Badesaison verringert werden.

Bereits am Samstag wurde die erste der beiden rund 14 Meter langen Anlagen im südlichen Teil des Sees unweit des Badestrands verankert. RHEINPFALZ-Leserin Gisela Reimann hat die Arbeiten beobachtet und fotografiert. Die Dauer-Camperin am Steinhäuserwühlsee, der auch unter dem Namen Bonnetweiher bekannt ist, nahm richtigerweise an, dass es sich um die „Wasserverbesserungsmaßnahmen“ im Auftrag von Siemens handelte. Der Hintergrund: In den 1970er Jahren sind auf dem damaligen Betriebsgelände von Siemens im Kreuzungsbereich von Siemens- und Landwehrstraße rund 50 Tonnen des Fettlösungsmittels Perchlorethen ins Erdreich gelangt (wir berichteten mehrfach). In den folgenden Jahren sickerten der Stoff und seine Abbauprodukte – als krebserregend geltende leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe (LCKW) – ins Grundwasser. So erreichten die Schadstoffe auch den Steinhäuserwühlsee. Nach Auskunft des Beigeordneten Frank Scheid (SWG) herrscht am Bonnetweiher dringender Handlungsbedarf: „Die Tiefenwasserbelüftungsanlagen sollen die LCKW-Werte in dem See verringern. Im vergangenen Sommer wurden bis zu 1,4 Millionstel Gramm LCKW pro Liter in der oberflächennahen Schicht des Gewässers gemessen. Sollte dieser Wert über 1,5 Millionstel Gramm steigen, würde der See für den Badebetrieb gesperrt werden“, sagte er gestern auf RHEINPFALZ-Anfrage. Der im Steinhäuserwühlsee zulässige LCKW-Höchstwert sei von der Stadt, der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd und dem Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht (LUWG) festgelegt worden, informierte Scheid. Für diese in Gewässern eigentlich nicht vorkommenden Schadstoffe gebe es keinen Grenzwert per Gesetz. „Die potenzielle Gesundheitsgefährdung durch die LCKW besteht für Schwimmer übrigens weniger im Verschlucken von Seewasser, als vielmehr im Einatmen der leicht flüchtigen Stoffe“, teilte der Beigeordnete mit. Am vergangenen Donnerstag seien zahlreiche Wasserproben aus dem See entnommen worden, die auf ein breites Spektrum an Stoffen untersucht werden. „Die Ergebnisse liegen in den nächsten Tagen vor“, sagte Scheid. Die Bestandsaufnahme sei eine der Auflagen durch das LUWG für den Einsatz der Tiefenwasserbelüftungsanlagen gewesen. Der Beigeordnete ist gespannt darauf, wie sich die Schadstoffwerte durch den Einsatz der beiden Anlagen, für deren Betriebskosten von rund einer Millionen Euro Siemens aufkommt, entwickeln werden. Beide Tiefenwasserbelüftungsanlagen – die zweite soll nächste Woche im Weiher verankert werden – verfügen laut Scheid über Sensoren, mit denen eine ständige Überwachung der Schadstoffkonzentrationen in dem Gewässer möglich ist. Die Messergebnisse würden automatisch an die Fachfirma CDM Smith in Mannheim übermittelt. Dort bewerteten Experten die Schadstoffveränderungen und gäben Empfehlungen zu einem darauf abgestimmten Betrieb der Anlagen. „Sollten die Anlagen durch die mit ihrem Betrieb verbundene Geräuschentwicklung Anwohner, Camper oder Badegäste stören, würde auch darauf Rücksicht genommen. Es könnte etwa die Pumpleistung vermindert und dafür die tägliche Laufzeit verlängert werden“, sagte Scheid. Er wies darauf hin, dass die beiden Anlagen bis höchstens Ende 2016 notwendig sein sollen. „Voraussichtlich noch Ende des laufenden Jahres wird Siemens mit der Grundwassersanierung vor dem Bonnetweiher beginnen. Sie soll die LCKW-Werte auch in dem Badegewässer dauerhaft senken“, sagte er.

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