Speyer
Salierbrücke: Haarrisse im Beton entdeckt
Dass der Beton der Kappe der Vorlandbrücke „bereits jetzt jede Menge Haarrisse aufweist“, hat den Dudenhofener Rainer Gödel doch arg verwundert und ihn dazu veranlasst, nach dem Erscheinen des Artikels „Sanierung auf der Zielgeraden“ in der Ausgabe vom 6. August, in dem es unter anderem um rostbraune Flecken auf dem Fuß- und Radweg der stählernen Strombrücke ging, sich an die RHEINPFALZ zu wenden. „Wird die Sanierung der Sanierung zu einer weiteren Verzögerung führen, oder handelt es sich um eine Quantité négligeable (Belanglosigkeit, Anm. d. Red.), die bei der Abnahme geflissentlich übersehen und erst nach Ablauf der Gewährleistung für Überraschung sorgen wird?“, fragt er.
„Weiter beobachten“
Die Antwort auf seine Frage weiß Bauingenieur Ralph Eckerle vom Regierungspräsidium Karlsruhe, der die Sanierung der Salierbrücke betreut. Auf die Rissbildung angesprochen, sagt er, dass es „grundsätzlich keinen Stahlbetonbauteil ohne Risse gibt“. Das hat der Projektleiter bereits beim Baustellenbesuch der RHEINPFALZ Ende Juli festgestellt. „Im Fall der neuen Kappen der Salierbrücke sind die angesprochenen Risse kurz nach der Betonage aufgetreten und entsprechen in ihrer Regelmäßigkeit der Lage der Querspannglieder des Bauwerks. Bisher konnten seit ihrem Auftreten noch keine Veränderungen festgestellt werden“, ergänzt der Fachmann. Auch wenn es derzeit noch „keinen Grund zur Sorge“ gebe, würden die Risse „natürlich weiter beobachtet“.
Der einbetonierte Stahl liegt laut Eckerle fünf Zentimeter unter der Fahrbahn des Fuß- und Radwegs. „Gemäß dem geltenden Regelwerk stellen die vorhandenen Risse auch keinen Mangel dar“, informiert der Ingenieur. „Dies gilt erst ab einer Rissbreite von 0,2 Millimetern und davon sind wir noch weit entfernt.“ Eine vertragliche Grundlage, um die Sanierung der Risse zu fordern, gebe es deshalb nicht.
Die abschließende Begutachtung der 1956 eingeweihten Rheinquerung, deren Sanierung seit Januar 2019 läuft, soll Ende 2021 stattfinden. 28,7 Millionen Euro wird das Projekt laut Eckerle letztlich kosten. „Eine Abnahme erfolgt nach Fertigstellung der Ertüchtigung des gesamten Bauwerks, dabei werden die Risse dokumentiert“, so Eckerle. Danach beginne der fünfjährige Gewährleistungszeitraum. „Sollten sich währenddessen die Risse zu einem Mangel entwickeln, müsste die ausführende Baufirma diesen auf ihre Kosten beseitigen.“
Problemstelle im Asphalt
Schneller angegangen werden muss laut Eckerle aber eine andere Stelle, die der Dudenhofener Rainer Gödel aufgedeckt hat: Im Asphalt der B39-Fahrbahn nahe des Lußhofs hat er eine festsitzende Schraube entdeckt, die bereits Rost ansetzt. „Die muss natürlich entfernt werden“, sagt Eckerle. Bis zum Abschluss der Sanierung dürfen dort zwar nur Baustellenfahrzeuge, Shuttle-Busse und Rettungsfahrzeuge fahren, später soll der Bereich aber für alle Autos und Lkw freigegeben werden. Nach einiger Zeit könnte die Schraube dann freiliegen und leicht einen platten Reifen verursachen.