Speyer / Rhein-Pfalz-Kreis
Südafrikanische Variante bei älterer Frau diagnostiziert
Der Fall mit der südafrikanischen Mutation gab den Verantwortlichen Rätsel auf, berichtete Wresch am Freitag. Damit infiziert war demnach eine ältere Frau aus dem Rhein-Pfalz-Kreis, die allein und ohne größere Kontakte lebe. „Es ist ein Einzelfall mit nicht nachvollziehbarer Infektionskette“, so Wresch nach längeren Gesprächen mit der Frau. Er erwarte aber nicht, dass sich diese Variante in der Region durchsetzen wird, da sie weniger ansteckend als die britische sei. Sie sollte sich auch nicht durchsetzen, sagte er, denn bei ihr wirke der Impfschutz nur eingeschränkt.
57 Prozent betrug zuletzt laut Landesuntersuchungsamt der Anteil der britischen Mutation unter den Neuinfektionen in Speyer. 50 bis 55 Prozent der Neuinfektionen werden laut Wresch im Testzentrum diagnostiziert, die anderen überwiegend in Arztpraxen. Dass von 470 Tests in der vergangenen Woche 158 positiv waren (34 Prozent), erkläre sich teilweise dadurch, dass Infizierten ein weiterer PCR-Test vor Verlassen der Quarantäne angeboten werde, der im Mutationsfall oft noch positiv ausfalle. Von den 306 erstmals Getesteten seien 84 positiv gewesen, eine Quote von 27 Prozent, die deutlich über dem Bundesmittel von 12,5 Prozent liege. Auch hier gibt es laut Wresch eine Teil-Erklärung, nämlich dass bei vielen symptomatischen Testpersonen und ihren nahen Kontakten ein positiver Test oft zu erwarten sei.
Private Kontakte als Problem
Die Infektionen, die er nachvollziehen könne, gingen zu 70 bis 80 Prozent auf private Kontakte zurück, so der Mediziner des St.-Vincentius-Krankenhauses. Bei der britischen Variante sei es in Einzelfällen auch zu Ansteckungen bei längeren Kontakten im Freien ohne Mund-Nase-Bedeckung gekommen. Auch der Arbeitsplatz und Fahrgemeinschaften zur Arbeit spielten eine Rolle. Es gebe einzelne Firmen mit mehreren, dennoch begrenzten Infektionen. Das mobile Testzentrum des Roten Kreuzes sei zur Kontrolle größerer Gruppen nach Fällen an der Zeppelinschule, im Jugendhaus Gabriel in Speyer und bei einem Gemüsehof in Schifferstadt gefahren. Aus Schifferstadt lägen die Ergebnisse schon vor: fünf von 23 Getesteten positiv.
Die vom Landesuntersuchungsamt am Freitag für Speyer ausgewiesene Inzidenz von 136,5 war nicht aussagekräftig. Es war nämlich kein einziger neuer Fall eingerechnet worden, was laut Kreisgesundheitsamt auf einem „kurzzeitigen technischen Problem“ beruhte: So seien nicht die aktuellen Zahlen übermittelt worden. Eigentlich habe es in Speyer fünf Fälle gegeben. Nach der Meldefrist um 14.10 Uhr sei das Problem behoben worden.