Speyer Respektvoller Umgang im täglichen Leben

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Speyer und die umliegenden Gemeinden unterhalten vielfältige Beziehungen zur ganzen Welt. Die Stadt pflegt gleich sieben offizielle Partnerschaften, aber auch Dudenhofen und Martell, Harthausen und Uchizy, Hanhofen und Kondoros und und und tragen zur Völkerverständigung bei. Darüber hinaus knüpften Sportvereine ihre ganz eigenen Kontakte. Wir stellen sie vor. Heute: die Judoka aus Speyer und Györ (Ungarn).

Zart sind die Bande noch, die zwischen Speyer und Györ geknüpft wurden. Vor vier Jahren erst begann die Geschichte eines Austauschs, der mittlerweile zur lieb gewonnenen Regel bei der Jugend des JSV Speyer und des Györszentiváni Judo SE geworden ist. Seit Sonntag sind wieder 20 junge Judoka mit ihren drei Betreuern in der westungarischen Stadt inmitten der kleinen Tiefebene des Landes. Dort, wo der Fluss Raab in den rechten Seitenarm der Donau fließt, trainieren die Kämpfer gemeinsam, aber nicht nur. „Natürlich ist der Austausch schon alleine dahingehend sinnvoll, dass unsere Sportler andere Trainingspartner kennenlernen und sich so weiterentwickeln können“, sagt Geschäftsführerin Gerlinde Görgen vom JSV Speyer. Aber viel wichtiger ist ihr etwas anderes: „Sie sollen erkennen, welche Probleme auftauchen, wenn man in einem fremden Land ist und die Sprache dort nicht kennt.“ Ein anderer Umgang mit Menschen aus unbekannten Regionen in der Heimat soll dem Nachwuchs angedeihen, der respektvolle Umgang nicht nur auf der Matte, sondern im täglichen Leben. Seit Anbeginn trägt Görgen die Partnerschaft mit. Dass die überhaupt zustande kam, verdankt der JSV Ferenc Nemeth. Seit 2008 lebt der im ungarischen Tata geborene Mann in Deutschland. In seiner Heimat führte er unter anderem die Nationalmannschaft der Frauen zu Erfolgen und bekam für seine Leistung im Judosport den goldenen Verdienstorden des Landes. Beim JSV Speyer gibt er seine Fachkenntnis an die Jugend weiter. Auch diese Arbeit trägt Früchte. „Als Ferenc zu uns gekommen ist, hat er mit seinem alten Verein Kontakt aufgenommen“, berichtet Görgen. Mit der Leiterin der Trainingsgruppe in Györ, Zsuzsanna Hatos, steht Nemeth ständig in Verbindung. „Der erste konkrete Kontakt war die Verstärkung unserer Damenmannschaft durch drei Ungarinnen“, denkt Görgen an das erste Jahr der Verbindung zurück. Es dauerte nicht lange, bis die in die Jugend hineinwirkte. „2013 waren die Ungarn erstmals hier. 2014 gab es wechselseitige Besuche. Das soll in diesem Jahr ebenso laufen“, führt Görgen aus. Seit dem Premierenbesuch in der ungarischen Stadt mit fast viermal so vielen Einwohnern wie Speyer schwärmt sie von der Atmosphäre dort. „Es gibt so viele tolle historische Gebäude und mit Hilfe von Fördermitteln der Europäischen Union geschaffene Plätze“, erzählt sie. Eindrucksvoll sei das Audi-Werk, das größte in Europa. Auch das steht auf dem Programm der Speyerer. Wenngleich die Freundschaft zu Györ erst vier Jahre zählt, stellte die Geschäftsführerin deutliche Veränderungen dort fest: „Dank der Europäischen Union ist die Stadt deutlich vorangebracht worden. Es hat sich unheimlich viel getan.“ Das, ist sie sicher, ist für die Speyerer Judoka, die von Anfang an in den Austausch eingebunden sind, ein interessanter Aspekt. Unheimlich gastfreundlich seien die Ungarn, stellt Görgen fest: „Sie feiern gut und gerne.“ Bei allen JSV-lern habe sich das Bild, das vor der Partnerschaft von dem Land bestand, gewandelt. Dass gerade Sport eine gute Möglichkeit ist, Barrieren abzubauen, habe sich dabei wiederholt gezeigt. Voneinander lernen könnten die Jugendlichen natürlich im Judo-Training. „Wobei unsere Jugend die ungarischen Trainingsmethoden gewöhnt ist“, meint Görgen lächelnd mit Verweis auf Ferenc Nemeth. Disziplin als positiv besetzter Faktor spiele dabei eine große Rolle. „Andere sagen, bei euch ist es viel strenger“, weiß Görgen. Nemeth lege Wert auf die Rituale, die der Judosport mit sich bringt. Weiter beleben möchte Görgen mit dem JSV die Freundschaft zu Györ. „Sie ist eine Bereicherung für das Vereinsleben“, hebt sie hervor. Abgesehen vom Gegenbesuch der ungarischen Jugend im Spätsommer ist laut Görgen ein weiterer Höhepunkt in Sicht: „Das U18 Nationalteam hat geplant, zu einem Trainingslager nach Speyer zu kommen.“

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