Kunstradsport RC Vorwärts Speyer sammelt im Elsass Pokale und Erfahrung

Trockentraining zum Aufwärmen mit Trainerin Sarah Seidl. (Mitte).
Trockentraining zum Aufwärmen mit Trainerin Sarah Seidl. (Mitte).

Bei einem Wettkampf im Elsass holt die Trainingsgruppe des RC Vorwärts Speyer vier Podiumsplätze. Nach dem „coolen Ausflug“ gehen die Vorbereitungen auf die neue Saison weiter. Im Training gibt’s Warteschlangen.

Mit dem Sieg von Carlo Roller, den zweiten Plätzen von Lars und Madlene Berger und dem dritten Platz von Xenia Ivosevic ist der kleine „Familienausflug“ des RC Vorwärts Speyer nach Geispolsheim zu Ende gegangen. Fast noch wichtiger aber sind die Erlebnisse, die die vier Starterinnen und Starter aus Frankreich mitbringen. Ein Auslandsstart jedenfalls kann ganz schön prägen, und wenn das auch noch mit der Trainingsgruppe geschieht, dann ist das eine wunderbare teamprägende Maßnahme. „Andere Länder, andere Sitten, das hat uns einfach mal gereizt, und es war sehr cool“, begründete Trainerin Sara Seidl die Fahrt ins Elsass.

Gar nicht gewohnt waren die Speyerer, dass man sich zu sechst auf der Fläche einfährt, und in der Halle standen auch nur zwei Kreise zur Verfügung. Nun gut, „man wächst an solch ungewohnten und neuen Dinge“, sagte Trainerin Elke Eichberger: „Für unsere Kinder war das ein tolles Erlebnis. Wir waren erstaunt, wie viele französische Vereine teilgenommen haben und auch Sportlerinnen und Sportler aus Tschechien waren da.“

Carlo Roller überrascht

Sarah Seidls erst fünf Jahre alter Sohn Carlo Roller staubte in Frankreich einen richtig großen Pokal ab. „Es ist sein erster großer Sieg, er stellte eine Bestleistung auf und fuhr zum ersten Mal den Sattel-Lenker-Stand, er hat’s richtig gut gemacht“, sagte die stolze Mama. Der Zweitplatzierte Axel Fuger aus Schiltigheim war drei Jahre älter und kam aus dem Staunen über das, was so ein Fünfjähriger schon aufs Rad bringen kann, gar nicht mehr heraus. 18 Kürteile hat Carlo Roller in den fünf Minuten gezeigt.

„Völlig neu und aufregend war’s“, gestand Lars Berger, „weil so viele Leute zugeschaut haben“. Er bekam für seinen Vortrag nur sechs Punkte Abzug und fand ihn „recht okay“, gegen den Franzosen Felix Lentz aus Schiltigheim aber hatte er keine Chance. Seine jüngere Schwester Madlene fand ihre Kür „nur ein bisschen okay“. Sie hat den ersten Platz nur ganz knapp verfehlt, die Mama musste trösten.

Ab Montag im Alltag

Als „sehr interessant“ bewertete Xenia Ivosevic die Stippvisite nach Geispolsheim, nicht nur, weil „die Leute dort anders sprechen als bei uns“. Mit einem Sturz verdarb sie sich eine bessere Platzierung, fand aber: „Der dritte Platz ist aber auch ganz gut.“ Zwei Starterinnen aus Tschechien lagen vor ihr, immerhin zehn Konkurrentinnen ließ sie am Sonntag hinter sich.

Am Montag dann hatte der Alltag die Trainingsgruppe wieder eingeholt. Zwei Stunden wird geübt, wie jeden Montag und wie mittwochs und samstags. Die Gruppe des RC Vorwärts ist inzwischen auf 13, 14 Kinder und Jugendliche angewachsen und damit fast schon an ihre Kapazitätsgrenze gestoßen, was sich insofern bemerkbar macht, als sich gelegentlich eine Warteschlange am Fahrkreis bildet. Manche sind noch ohne Lizenz und gelten als Anfänger wie Ellen Frickhöffer und Lina Seltenreich. Oder auch Tom Maurer, der Enkelsohn von Elke Eichberger, der am Montag zum ersten Mal ins Training reinschnupperte. „Wir könnten einen vierten Kreis ganz gut gebrauchen“, sagte Trainerin Sandra Kotter, bei deren Sohn Tim (15) es wieder ganz gut läuft. Er, der neben Emily Eichberger (21) zu den erfahrenen Kunstradfahrern in Speyer zählt, hat nach eigenen Worten seine Blockade im Kopf gelöst, die sich nach seinem Sturz mit Armbruch vor drei Jahren gebildet hatte. „Es zeigt sich eine deutliche Tendenz nach oben“, sagte seine Mutter und Trainerin Sandra, die demnächst, wie auch Kollegin Sarah Seidl, selbst mal wieder aufs Rad steigt – bei einem Turnier, an dem nur Ehemalige ohne Lizenz teilnehmen dürfen.

Trainerin Elke Eichberger mit Enkelsohn Tom Maurer und Carlo Roller (links)
Trainerin Elke Eichberger mit Enkelsohn Tom Maurer und Carlo Roller (links)
Xenia Ivosevic auf dem Wackellenker.
Xenia Ivosevic auf dem Wackellenker.
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