Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Rattenplage: Werbung für gemeinsames Vorgehen

Ratte: unbeliebter Nager.
Ratte: unbeliebter Nager.

Sie sind da, aber oft nicht zu sehen. Wenn Ratten in der Wohnbebauung allzu auffällig werden, muss jedoch reagiert werden. In Speyer geschieht das nicht immer so, wie erhofft.

Die Eigentümergemeinschaft in der Dudenhofer Straße hält sich zugute, vorbildlich zu handeln. Seit Jahren werde etwas gegen Ratten auf den Grundstücken getan, sagt Peter Gerbes, Geschäftsführer der Hausverwaltung Weinschütz Treuhand. Für die zahlreichen Parteien in der Wohnanlage 6 bis 8 gibt es gemeinsame Müllbehälter, bei denen – auch aus dem öffentlichen Raum sichtbar – gerade aktuell wieder Warnungen angebracht wurden. Sie weisen mit Schildern auf eine Rattenplage hin und mahnen, Bio- sowie Restmüll sauber zu trennen. „Wir kontrollieren regelmäßig und haben seit Jahren eine Fachfirma beauftragt“, berichtet Gerbes.

Der erfahrene Hausverwalter macht jedoch auch deutlich, dass Eigentümergemeinschaften in dieser Hinsicht nur begrenzte Möglichkeiten haben, wenn die Umgebung nicht mitspielt. Ratten könnten auch von Nachbargrundstücken kommen, was gerade in diesem dicht bebauten Bereich der Dudenhofer Straße mit angrenzendem Supermarkt, mit Bushaltestelle, Parkplatz und Schützengarten vor der Tür naheliege. Gerbes appelliert an eine gemeinsame Herangehensweise und an Disziplin im öffentlichen Raum. Zu oft würden Abfälle nicht ordentlich beseitigt. „Das ist ein gesellschaftliches Problem.“

Immer wieder Bedarf

Hausverwalter in Speyer sind immer wieder damit konfrontiert, etwas gegen die als unhygienisch verrufenen Nagetiere tun zu müssen. Gerbes weiß unter anderem auch von Fällen in der Bahnhofstraße beim Rauschenden Wasser. An dieser Kreuzung wurden die Tiere sogar schon für die Beschädigung von Kabeln verantwortlich gemacht, die 2023 einen Ausfall der Ampelanlage nach sich zogen.

Die städtischen Entsorgungsbetriebe (EBS) berichten von größeren Einsätzen in den vergangenen Monaten im Bereich der Alten Ziegelei am Rhein, in der VDK-Siedlung in Speyer-West, nördlich der A61 oder auch in der Altstadt in der Nähe des Speyerbachs. Dabei gilt eine dreigeteilte Verantwortung: Die EBS sind für Ratten „verantwortlich“, die mit dem Kanalnetz in Verbindung zu bringen sind, die städtische Ordnungsbehörde muss auf Straßen sowie Plätzen eingreifen und der jeweilige Eigentümer eben auf Privatgrundstücken.

Wachstum, aber nicht signifikant

Die Statistik der EBS gibt insofern nur einen Ausschnitt des Rattenproblems wieder – sofern dieser Begriff in Speyer überhaupt angemessen ist. „Es ist kein signifikanter Anstieg zu verzeichnen“, teilt Sprecherin Angela Sachweh auf Anfrage mit. Auch die Stadtverwaltung sieht keine ausufernde Beschwerdelage. Bei den EBS gingen 2025 bisher 25 Beschwerden ein (2024: 23). Folge waren 86 Einsätze (2024: 65), wobei es zunächst stets um das Auslegen sogenannter Fraßköder gehe. Erst bei nachgewiesenem Befall dürfe gegebenenfalls Gift eingesetzt werden, erklärt Sachweh.

Hausverwalter Gerbes hat nach eigenem Bekunden auch schon im Gespräch mit Ordnungsdezernentin Irmgard Münch-Weinmann (Grüne) für ein gemeinsames Vorgehen der unterschiedlichen Verantwortlichen geworben. Die Politikerin sieht die Notwendigkeit ebenfalls. Ein Grund für vermehrte Rattensichtungen könne auch der Klimawandel sein, sagt sie. Ihr schwebt eine Informationskampagne mit vor allem präventiver Wirkung vor. „Wir wollen das im nächsten Jahr intensiver angehen.“

Dudenhofer Straße: Hinweis zum Umgang mit Müll wegen Rattenbefalls.
Dudenhofer Straße: Hinweis zum Umgang mit Müll wegen Rattenbefalls.
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