Speyer Radeln für den guten Zweck

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m September 2015 machten sich die Speyerer Elias Kappner und Toyah Kaufmann mit dem Fahrrad auf den Weg ins spanische Alicante, um dort zwei Monate auf einer Finca bei der Ernte zu helfen (wir berichteten). Zurück in Deutschland zieht RHEINPFALZ-Mitarbeiterin Kaufmann Bilanz über die aufregende Reise und die damit verbundene Spendenaktion zugunsten der Hebammensprechstunde in Speyer.

I Nach dem Bachelor-Studium in Marburg und Frankreich entschieden wir uns für ein Jahr Auszeit bis zum Master. Den Wunsch, unsere Spanisch-Kenntnisse zu verbessern, kombinierten wir mit einer Idee, die uns sportlich an unsere Grenzen bringen sollte, und kamen zu dem Schluss: eine Fahrradtour nach Südspanien. Nach knapp sechs Wochen auf dem Fahrrad standen zwei Monate auf einem Bio-Acker bevor. Gefunden haben wir José und seine Finca im Internet – für einige Stunden Arbeit am Tag erhalten wir Kost und Logis. Diese Art des Auslandsaufenthalts ist beliebt. Jedoch steht und fällt das Angebot mit den Menschen, für die man arbeitet und auch zusammenlebt. Bereits nach ein paar Stunden mit José ist uns klar, dass wir es gut getroffen haben. Schnell schließen wir den herzlichen Spanier mit seinem lauten Lachen in unser Herz und meistern Tag für Tag die mal mehr und mal weniger anstrengenden Aufgaben: Olivenernte, kleinere Konstruktionsarbeiten auf dem Feld und vor allem den trockenen südspanischen Boden von Steinen befreien. Bald erkennen wir, dass sich manche Gewohnheiten im Süden sehr von denen in Mitteleuropa unterscheiden. Auf das Abendessen müssen wir beispielsweise meist geduldig und mit knurrendem Magen bis 22 Uhr warten. José wiederum kann nicht verstehen, warum wir in Deutschland bereits um 18 Uhr zu Abend essen und anschließend keinen Hunger mehr haben, bis wir schlafen gehen. Auch die Herzlichkeit, die man Südländern klischeehaft nachsagt, lernen wir bald kennen. „Besos“ (Küsschen) bei jeder Begrüßung und zahlreiche Diskussionen, in die wir trotz mangelnder Sprachkenntnisse eingebunden werden, helfen schnell freundschaftliche Beziehungen aufzubauen. In Speyer ist die Hebammensprechstunde, für die wir Spenden gesammelt haben, währenddessen in vollem Gange und wird von zahlreichen Flüchtlingsfrauen in Anspruch genommen. Sie kommen aus Syrien, Somalia oder Aserbaidschan und sind häufig bereits schwanger. Hebamme Kerstin Cramer hat die Sprechstunde ins Leben gerufen (wir berichteten). „Über die Spendenaktion habe ich mich sehr gefreut. Es fühlt sich gut an, wenn andere meine Idee für unterstützenswert halten“, sagt sie. Es motiviere sie nach vorne zu schauen. Unserer Sponsorenliste zufolge sollten etwa 1800 Euro an die Speyerer Hebammensprechstunde überwiesen worden sein. Die genaue Summe steht allerdings noch nicht fest. Das Geld sei in erster Linie genutzt worden, um den benötigten Übersetzerinnen eine kleine Entschädigung für ihre wertvolle Arbeit geben zu können, berichtet Cramer. Ohne diese sprachliche Hilfe bleiben laut der Hebamme viele Fragen der Flüchtlingsfrauen ungeklärt. Außerdem sei ein Teil des Geldes auch für Anschauungsmaterial oder pflanzliche Medikamente verwendet worden, erläutert Cramer. Auch die Faltblätter müssten überarbeitet werden – es gibt immer was zu tun. Die Spenden erlauben es dem Team zu planen und zumindest für einen bestimmten Zeitraum eine finanzielle Sicherheit zu haben. (tyk)

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