Speyer
Römerberg/Speyer: Nach Rohrbruch längere Straßensperrung nötig
Ein Wasserrohrbruch in der Germersheimer Straße in Berghausen legt seit Donnerstagabend den Verkehr zwischen Römerberg und Speyer in großen Teilen lahm. Weil die Straße an der Stelle komplett unterspült ist, wird das voraussichtlich auch noch eine Weile so bleiben. Manche können der Situation aber auch Positives abgewinnen.
Wer mit dem Auto von Speyer nach Römerberg will, der muss seit Donnerstagabend den Umweg über die B9 nehmen. Der Grund: Die Hauptwasserleitung ist in der Germersheimer Straße, Ecke Wasengartenstraße, gebrochen. Das Wasser hat die Straße an dieser Stelle komplett unterspült. „Die Meldung ging kurz vor 16 Uhr durch einen Kollegen von uns ein, der die Stelle passierte“, berichtet Angela Sachweh, bei den Stadtwerken Speyer für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Erwischt habe es die dickere von zwei Wasserleitungen nach Römerberg mit einem Durchmesser von 25 Zentimetern. Die Werke hätten das Wasser daraufhin abgestellt. Betroffen gewesen seien – aus Speyer kommend – die linke Straßenseite und rechts die Tankstelle sowie das Hotel Morgenstern. „Da Römerberg zum Trinkwasserverbund Bründelsberg gehört, konnte die Versorgung der anderen Anwesen über die Ringleitung aufrecht erhalten werden“, berichtet Sachweh.
Ersatzteile aus Aschaffenburg
Die Jahresvertragsfirma der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen habe noch am Donnerstag mit einem Saugbagger die Schadensstelle freigelegt. Für die provisorische Behebung des Schadens seien nachts Ersatzteile aus Heidelberg nach Römerberg gebracht worden. Seit 6 Uhr am Freitagmorgen hätten die betroffenen Haushalte und Betriebe wieder mit Wasser versorgt werden können. Die endgültige Reparatur war für Freitagabend geplant, denn laut Sachweh hätten zunächst weitere Ersatzteile aus Aschaffenburg besorgt werden müssen. Während der Reparatur müsse das Wasser zeitweise erneut abgestellt werden, worüber Stadtwerke-Mitarbeiter die Betroffenen direkt informierten.
Am Freitag konnten Vertreter der Werke, der Verbands- und der Ortsgemeinde auch die beschädigte Straße näher unter die Lupe nehmen und entscheiden, was der Rohrbruch für den Verkehr bedeutet. „Das ist unsere Hauptverkehrsachse mit 11.000 Autos am Tag“, macht Ortsbürgermeister Matthias Hoffmann (Grüne) die Bedeutung der Germersheimer Straße deutlich. Am Donnerstagabend und am Freitagmorgen gab es wegen der Sperrung teils massive Behinderungen im Berufsverkehr mit Rückstau bis auf die B9 und nach Speyer. Laut Hoffmann habe die ortsfremde Firma am Donnerstag zunächst Schilder falsch aufgestellt. Am Freitag sei noch hinzugekommen, dass der Bahnübergang in der Dudenhofener Straße zeitweise nicht funktionierte, sodass auch dieser Weg nach Römerberg versperrt war. „Murphy’s Law“ – alles was schiefgehen kann, geht auch schief – meint der Ortsbürgermeister dazu.
Straße wird neu aufgebaut
Die anfängliche Hoffnung, dass die Germersheimer Straße halbseitig schnell wieder geöffnet werden kann, zerschlug sich. Wie Ralf Möhler, Technischer Leiter der Verbandsgemeindewerke, informiert, sei die Straße komplett unterspült worden. Betroffen sei ein rund 7,5 Meter breiter und 14 Meter langer Straßenabschnitt. Nach der Reparatur der Leitung soll ab heute damit begonnen werden, den Asphalt zu entfernen und den Unterbau der Fahrbahn wiederherzustellen. „Am Dienstag oder Mittwoch könnte der Abschnitt dann neu asphaltiert werden“, kündigt Möhler an.
Für Verkehrsteilnehmer bedeutet dies bis mindestens Mitte kommender Woche: Wer aus Richtung Speyer nach Römerberg will, kann nicht auf die L507 in Richtung Ortseingang fahren, sondern muss auf die B9 und von dort die Abfahrt auf die Dudenhofener Straße nehmen. Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen, die aus Römerberg kommend in Richtung Speyer unterwegs sind, werden über die Schulstraße, Friedhofstraße und Wasengartenstraße umgeleitet. Alle anderen müssen auch in diese Richtung den Umweg über die Dudenhofener Straße und die B9 nehmen.
Unterdessen finden Anwohner auch positive Aspekte der Straßensperrung: „Totenstille in der Germersheimer Straße“, „Mal die Ruhe genießen“ oder „Daran könnte man sich sofort gewöhnen ... ein Traum. Welch himmlische Ruhe“, schreiben Berghäuser, die an der sonst viel befahrenen Straße wohnen, im sozialen Netzwerk Facebook. Doch des einen Freud ist des anderen Leid: Dafür sei „in der Dudenhofener Straße umso mehr“ los, beklagt ein weiterer Facebook-Nutzer.