Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Römerberg: Protestantisches Gemeindehaus besteht seit 50 Jahren – Langer Weg bis zum Bau

Steht seit 50 Jahren im Kirchenweg in Heiligenstein: das Dietrich-Bonhoeffer-Haus. Neben der Friedenskirche in Mechtersheim ist
Steht seit 50 Jahren im Kirchenweg in Heiligenstein: das Dietrich-Bonhoeffer-Haus. Neben der Friedenskirche in Mechtersheim ist es die Versammlungsstätte für Protestanten in Römerberg. Foto: Hartwig Humbert/frei

Es ist der Mittelpunkt des protestantischen Gemeindelebens in Heiligenstein: das Dietrich-Bonhoeffer-Haus im Kirchenweg neben der protestantischen Kindertagesstätte Spatzennest. Die Versammlungsstätte gibt es seit 50 Jahren. Bis sie damals gebaut werden konnte, vergingen viele Jahre, die das Gemeindeleben auf eine harte Probe stellten.

Gemeindemitglied Hartwig Humbert hat anlässlich des Jubiläums im Zentralarchiv der Evangelischen Landeskirche in Speyer recherchiert und die Geschichte des Gebäudes in einer Broschüre zusammengetragen. Darin ist zu lesen, dass die Gottesdienste in Berghausen und Heiligenstein in den katholischen Schulen stattfanden, bevor es das Dietrich-Bonhoeffer-Haus gab. Weil es in der Schule in Heiligenstein nur 20 Sitzplätze gab, waren die Gläubigen gezwungen, einen Stuhl mitzubringen. Das wirkte sich natürlich negativ auf die Anzahl der Gottesdienstbesucher aus.

Karl Gerhard Wien, Dekan des Speyerer Kirchenbezirks, empfahl 1956 mit Blick auf die steigende Anzahl evangelischer Menschen, an der Grenze der zusammenwachsenden Orte Berghausen und Heiligenstein einen Bauplatz für einen Betsaal zu kaufen. Im Februar 1959 erwarb die Kirchengemeinde tatsächlich ein Grundstück im Neubaugebiet am Kirchenweg für rund 11.300 DM. Die Landeskirche steuerte rund 6300 DM bei und gewährte ein Darlehen von 5000 DM, da die Kirchengemeinde nicht sehr finanzkräftig gewesen sei.

Anschließend ging es an die Planungen für das Gebäude, die jedoch aufgrund der Kosten und der stagnierenden Anzahl von Protestanten immer wieder geändert wurden. Auch die Landeskirche verfolgte das Projekt nicht vehement, geht aus Humberts Broschüre hervor. Erst im Oktober 1968 – fast zehn Jahre nach Kauf des Grundstücks – kam eine positive Nachricht von der Landeskirche. Am 20. Juli 1969 wurde das Gemeindehaus in Fertigholzbauweise eingeweiht. Bis heute musste das Haus immer mal wieder repariert werden. Seinen Namen – Dietrich-Bonhoeffer-Haus – bekam es vor zehn Jahren zum 40-jährigen Bestehen. Seitdem weist auch das Holzkreuz auf den kirchlichen Charakter des Gebäudes hin.

Termin

Feier zum 50-jährigen Bestehen des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses am Samstag, 5. Oktober, 17 Uhr, Kirchenweg 22. Die Festpredigt wird Pfarrer Frank Maertin halten, der vor Bettina Beyerle die Pfarrstelle in Römerberg innehatte.

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