Speyer
Römerberg: Neuer Ortsbürgermeister will Verkehrsbelastung verringern
Es ist wohl das Aufregerthema Nummer eins in Römerberg: der Verkehr in den Hauptstraßen. Wie groß der Frust bei den Anwohnern ist, lässt sich auch an Kommentaren in sozialen Netzwerken ablesen. Der neue Ortsbürgermeister Matthias Hoffmann (Grüne) will das Thema zur Chefsache machen. Er spricht sich für bauliche Veränderungen und mehr Kontrollen aus.
„Autos rasen durch, hupen, quietschende Reifen und den Motor bis zum Begrenzer heulen lassen“, beschwerte sich jüngst im sozialen Netzwerk Facebook eine Heiligensteinerin, die in der Ortsmitte wohnt. Und weiter: „Ich hoffe, unser neuer Bürgermeister liest mit.“ Leidensgenossen schildern in der Diskussion, die sich daraus entwickelte, ähnliche Erlebnisse: „Vorne an der neuen Welt ist es auch nicht besser“, schreibt einer – nach eigenen Angaben Schichtarbeiter. „Zum Glück ziehen wir in vier Wochen aus in eine ruhigere Ecke.“
Auch am Bahnhofsgebäude in Berghausen werde „grundlos gehupt“, beklagt eine Anwohnerin. Es gebe zudem „nächtliche Beschleunigungsrennen“ und „regelmäßig zugeparkte Haustüren“. „Es ist leider nicht nur die Lärmbelästigung“, findet eine Diskussionsteilnehmerin aus der Harthäuser Straße. Dort sei das Problem, „dass die Leute auf den Bürgersteig fahren. Es gab schon oft brenzlige Situationen, wo ein Auto knapp an den Füßen vorbei fuhr.“ Mit ihren Hunden aus dem Hof zu gehen, sei immer mit Angst verbunden.
„Eine Rennstrecke“
„Es ist in der Berghäuser Straße Höhe Brunnen nicht viel besser“, schreibt eine weitere Römerbergerin. „Da ist ein Zebrastreifen, aber das interessiert niemanden.“ Das wiederum bestätigt eine weitere Facebook-Nutzerin: „Ich war schon oft mit meinen Kindern dort gestanden und mehrere Autos sind einfach weiter gefahren“, schreibt sie. Und wieder eine andere meint: „Und wenn man am Zebrastreifen anhält, um Fußgänger drüber zu lassen, wird man vom Hintermann noch angepöbelt.“ Es wundere sie, dass in Römerberg nicht mehr Verkehrsunfälle passieren.
„Also ich kann nur sagen, die Berghäuser Straße ist eine Rennstrecke“, findet ein Römerberger. „Sobald einer kurz hält, um sein Hoftor zu öffnen, wird man blöde angeschaut und gehupt.“ „Ich glaube, dass ist ein generelles Problem“, befürchtet ein Anwohner aus der Heiligensteiner Straße. „Ich brauche des Öfteren mal einen neuen Spiegel, weil er abgefahren wird.“ Parkplätze seien Mangelware, doch im Hof parken könne er auch nicht, schreibt der Mann: „weil wir oft nicht rauskommen“. Viele parkten vor der Einfahrt und sagten – darauf angesprochen – dass sie nur kurz etwas zu erledigen hätten.
„Diverse Katzen überfahren“
„Wie hier gefahren wird ... Da fehlen mir schon die Worte. Und ich fahre aus beruflichen Gründen täglich knapp 100 Kilometer und habe schon einiges gesehen ...“, schreibt ein weiterer Facebook-Nutzer. Neben den bereits angesprochenen Problemen sei es „wohl auch in Vergessenheit geraten, dass die Fahrzeuge mit dem Hindernis auf der eigenen Seite zu warten haben, während der Gegenverkehr Vorfahrt hat“. Sein Kind habe sich schon gewünscht wegzuziehen, „weil in kurzer Zeit diverse Katzen überfahren wurden“. Der Anwohner plädiert unter anderem für mehr Kontrollen: und zwar nicht „mehr Strafzettel für Leute, die ihr Auto drei Zentimenter auf dem Bürgersteig geparkt haben. Ich denke da an Menschen, die meinen, sie müssten mit mehr als 80 Kilometern pro Stunde hier durchrasen.“
Das sagt der Ortsbürgermeister
Mit den in sozialen Netzwerken von Römerbergern geäußerten Klagen rund um das Thema Verkehr, insbesondere in den Hauptstraßen, hat die RHEINPFALZ den neuen Ortsbürgermeister Matthias Hoffmann (Grüne) konfrontiert. Hoffmann hatte sich auch selbst in die Diskussion im Internet eingeklinkt, dabei angekündigt, sich mit dem Thema beschäftigen zu wollen, und die Bürger um Geduld gebeten. Auf RHEINPFALZ-Anfrage sagt Hoffmann, es gebe vier große Themen rund um den Verkehr, die die Römerberger beschäftigten: das Befahren der Gehwege, die Lärmbelästigung durch Verkehrsteilnehmer, die gefahrenen Geschwindigkeiten und die Parksituation. „In den Diskussionen werden die Themen oft vermischt“, hat Hoffmann beobachtet. „Ich versuchen nun zu sortieren und führe schon erste Gespräche.“ Die Bußgelder für das Befahren der Gehwege seien so gering, dass dies niemanden davon abhält, glaubt der Bürgermeister. „Daher werden wohl nur weitere Pfosten oder Baumpflanzungen dies verhindern.“ Das Problem der Lärmbelästigung sei schwierig von Gemeindeseite zu beheben. „Aber ich arbeite daran.“ Was das Thema Geschwindigkeit angeht, sagt Hoffmann: „Da helfen nur Kontrollen an wechselnden Stellen. Aber dazu benötigen wir eine Bußgeldstelle. Ich werde prüfen ob eine solche Stelle auf Kreisebene denkbar wäre.“ In verschiedenen Straßen werde er Messungen durchführen lassen. Bei Gemeindestraßen könnten Bremsschwellen wie „Kölner Teller“ eingesetzt werden. Auch verschiedene bauliche Maßnahmen seien denkbar. „Zusammen mit dem Gemeinderat werde ich dies ausarbeiten und sehen ob es auch für ,unbequeme’ Lösungen Mehrheiten gibt.“ Was das Parken angehe, gebe es klare Regeln – „und wir müssen uns gefallen lassen, dass die Einhaltung wie in der Stadt auch regelmäßig kontrolliert wird.“ Mit der zuständigen Fachstelle werde er dies bald besprechen.