Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Römerberg: Mehrmals im Jahr werden in Berghausen Kraftfahrzeuge versteigert

Versteigerung in Berghausen: Auktionatorin Meike Nahli (rechts) soll ein Motorrad unter den Hammer bringen.
Versteigerung in Berghausen: Auktionatorin Meike Nahli (rechts) soll ein Motorrad unter den Hammer bringen. Foto: Lenz

Nach zehn Minuten schon war alles vorbei: Vier Autos, zwei Wohnwagen und ein Motorrad haben am Samstag neue Besitzer gefunden. Das Kfz-Pfandhaus Rheinpfalz in Berghausen versteigert zwei- bis dreimal im Jahr Pfandsachen.

Seit fast 13 Jahren führen Petra Zecherle und Manuela Eikelboom ihr Pfandhaus für Kraftfahrzeuge im Berghausener Gewerbegebiet an der Bundesstraße 9. „Seit 23. November 2006 gibt es unsere Firma“, sagt Eikelboom. Während sie sich beruflich ausschließlich um dieses Unternehmen kümmert, bei dem Diskretion an erster Stelle steht, bietet ihre Geschäftspartnerin unter dem Namen PZ-Transfer noch Fahrten zu Flughäfen an.

Vor dem Versteigerungstermin am Samstag, dem letzten in diesem Jahr, hat Manuela Eikelboom alle Besitzer von 15 verpfändeten Fahrzeugen persönlich darauf hingewiesen, dass sie noch eine letzte Chance hätten, ihre Schätze zu retten. „Das ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber mir ist das wichtig. Dieser Service gehört bei uns dazu“, sagt sie. Acht Fahrzeugbesitzer haben das Angebot wahrgenommen und ihre Wagen mit einer entsprechenden Barzahlung ausgelöst, wie die Inhaberin informiert. Andernfalls hätten 15 statt sieben Posten auf der Versteigerungsliste gestanden.

Drei Monate steht eine Pfandsache auf dem Gelände

„Wenn wir ein Fahrzeug zur Pfändung angeboten bekommen, dann begutachten wir es zunächst“, erläutert Petra Zecherle. Diese Aufgabe übernimmt Mitarbeiter Peter Rudolph. Danach erst mache man dem Eigentümer ein Angebot, wie viel Pfandkredit, also Geld, er bekommen kann. „Werden wir uns einig, dann wird ein dreimonatiger Vertrag abgeschlossen, und das Fahrzeug wird auf unserem Gelände abgestellt. Wenn der Eigentümer es wieder zurück haben möchte, muss er nach drei oder je nach Kulanz spätestens nach vier Monaten den Pfandkredit plus Standgebühren und Zinsen zurückzahlen, berichtet Eikelboom. „Die Standgebühr fällt je nach Größe des Fahrzeugs aus und wird von uns tagegenau abgerechnet. Die Höhe der Zinsen ist staatlich geregelt“, sagt sie. Auch diese Zahlungen erfolgten in bar.

Diskretion beginnt in dem Pfandhaus schon bei der Begutachtung eines Fahrzeugs. „Das wird in unserer Halle gemacht“, sagt Zecherle. „Die meisten Leute schämen sich, wenn sie ihren Wagen ins Pfandhaus bringen müssen“, fügt Eikelboom hinzu. Der Großteil der Kunden komme nicht aus der Region, sondern aus einem weiteren Umkreis von 150 bis 200 Kilometern. „Vom Hartz-IV-Empfänger bis zum Millionär haben wir alle hier“, sagt Mitarbeiter Rudolph.

Den Zuschlag bekommt eine Bieternummer und nicht ein Name

Über Versteigerungstermine informiert Manuela Eikelboom mit Zeitungsanzeigen und per E-Mail an rund 100 Adressen. Anonymität werde bei dem Verfahren großgeschrieben. „Es kommt immer nur ein Versteigerungsteilnehmer ins Büro. Dort legt er seine Ausweispapiere vor und erhält dann von mir eine Bieternummer.“ Bei der Versteigerung selbst fallen keine Namen; den Zuschlag erhalte jeweils eine Bieternummer.

Meike Nahli vom Auktionshaus Wendt in Darmstadt ist am Samstag wie üblich die staatlich geprüfte Auktionatorin. „Kfz-Pfandhäuser gibt es nur wenige“, betont sie die Besonderheit des Termins. Meist gehe es bei ihren Versteigerungen um andere Pfand-, aber auch um Fundsachen. Zum Beispiel um Briefe und Pakete, die bei Hermes, der Post oder Fraport hängengeblieben seien. Dass eine Auktion schon nach zehn Minuten vorbei ist, sei nicht unüblich, berichtet Nahli. Zumal dann, wenn wie an diesem Tag nur sieben Fahrzeuge auf der Liste stehen.

Ein Suzuki-Motorrad vom Typ Marauder GZ 125 hat sich als positive Überraschung erwiesen. „Bei einem Limit von 390 Euro ist sie für 600 Euro weggegangen“, sagt Eikelboom. Ein junger Mann habe sich das Bike privat ersteigert; er sei Stammgast bei Auktionen in Berghausen. Bei Versteigerungen dort habe bisher ein Bentley mit 50.000 Euro den Rekordpreis erzielt, erinnert sich Meike Nahli. Das sei aber schon sechs, sieben Jahre her.

Im Netz

www.kfz-pfandhaus-rheinpfalz.de
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