Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Römerberg: Generationencafé mit treuer und wachsender Fangemeinde

Servieren den Senioren Kuchen: (stehend, von links) Elvira Theurer und Stefanie Kratz.
Servieren den Senioren Kuchen: (stehend, von links) Elvira Theurer und Stefanie Kratz. Foto: Lenz

Einmal im Monat treffen sich rund 30 Senioren aus Berghausen, Heiligenstein und Mechtersheim in der Mensa der ehemaligen Realschule plus. Für sie ist das vom Seniorenbeirat initiierte und organisierte Generationen-Café ein echter Renner. Ein Besuch.

Offiziell öffnet das Café um 14.30 Uhr. Schon eine halbe Stunde vorher kommen die ersten Besucher. An der Kasse sitzt heute Stefanie Kratz. Später will sie Akkordeon spielen und mit den Senioren singen, sagt sie. Fünf Euro zahlt jeder Ankömmling. Dafür gibt es zwei Tassen Kaffee und ein Stück selbst gebackene Torte. „Mit den Einnahmen finanzieren wir das Café-Angebot“, sagt Seniorenbeirats-Vorsitzende Elvira Theurer. Zusammen mit Monika Guhmann steht sie in der kleinen Küche und schneidet drei Torten an. „Diesmal ist auch der Kuchen herbstlich“, weist sie auf Kastanien- und schwedische Apfeltorte hin.

Herbstlich sind auch die Tische geschmückt, an denen sich die Besucher verteilen. „Sollen wir schon was singen?“, fragt Kratz. „Die Leute wollen erstmal erzählen“, ist Guhmann überzeugt. Der Kaffee läuft durch, die Tische sind gedeckt. „Freie Platzwahl“, erklärt Theurer einer Frau, die zum ersten Mal da ist. „Komm zu uns an den Berghausen-Tisch“, ruft ihr eine Seniorin zu.

Zunächst habe es wirklich die Tischordnung nach Dörfern gegeben, erzählt Regina Etzkorn. Die 72-Jährige ist von Anfang an dabei. Vor der Eröffnung des Generationencafés im Jahr 2017 habe sie in der Berghausener Altenstube geholfen, sagt sie. „Mit 70 wollte ich als Besucherin hingehen.“ Aber die Altenstube habe mangels Teilnehmern den Betrieb eingestellt. Deshalb sei ihr das Generationen-Café sehr entgegengekommen, sagt die Seniorin. Neben ihr sitzt Rosmarie Gutting aus Heiligenstein. „Ich komme immer. Im Sommer mit dem Rad, im Winter mit dem Auto“, sagt sie.

Mechtersheimer kommen per Bus

„Die Mechtersheimer kommen“, ruft einer der fünf Männer. Sie besetzen den einzigen noch freien Tisch. Jürgen Sturm hat sie im Bus der Verbandsgemeinde hergefahren. Theurer stellt Sturm als neuestes Mitglied des Römerberger Seniorenbeirats vor. „Das war heute seine Jungfernfahrt“, erklärt sie. Als alle mit Kaffee und Kuchen versorgt sind, greift Kratz zum Akkordeon. Dienstags sei ihr freier Tag, erklärt sie. Die Zeit schenke sie den Senioren gerne.

In der Küche ist Hochbetrieb. Theurer und ihre Mitstreiterinnen werfen sich in Kostüme. „Wir spielen gleich einen Sketch“, kündigt die Beiratsvorsitzende an. „Von Geistern und Heiligen – Das Gespenst von Römerberg“ steht auf dem Programm. Im Café ahnt niemand etwas von der Theater-Einlage. Es wird erzählt und viel gelacht. Es geht ums Dorfleben, um Familien- und Krankheitsgeschichten.

Otto Haaf berichtet von früheren Generationen-Café-Programmpunkten. Dabei sind Spiele, Gymnastik, Vorträge, Treffen mit Kindern der angeschlossenen Ganztags-Grundschule und gemeinsames Singen. „Frau Theurer lässt sich immer etwas einfallen“, sagt er. Darin stimmt ihm Marianne Hoffelder zu. „Solange es die Gesundheit zulässt, werde ich immer wieder kommen“, betont sie. Tischnachbarin Margarete Völcker findet das Generationen-Café „richtig gemütlich“. „Am Anfang waren gar keine Männer da“, berichtet „Ur-Mechtersheimerin Gertrud Weiß am Nebentisch. Männer brauchten länger, bis sie sich in solche Gemeinschaften trauten, meint sie.

Kratz verteilt Liederbücher in Großdruck an jeden zweiten Besucher. Für die mehr als 30 Teilnehmer reichen sie heute nicht. Sturm wünscht sich „Hoch auf dem gelben Wagen“, und alle singen mit. Noch eine Stunde bis zur Schließung des Generationen-Cafés um 17 Uhr, dann fährt er die Mechtersheimer wieder nach Hause. „Die Zeit vergeht hier wie im Flug“, meint Neuzugang Rudi Schnell und kündigt an: „Ich komme wieder.“ Das nächste Mal öffnet das Römerberger Generationen-Café am Dienstag, 10. Dezember, 14.30 Uhr. „Dann wird es weihnachtlich bei uns“, verspricht Theurer.

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