Speyer
Römerberg: Für manche wird erweitertes Zehnthaus eine Umgewöhnung
Seit Anfang des Jahres wird das Zehnthaus in Berghausen umgebaut und erweitert. Die Arbeiten liegen laut Ortsbürgermeister Matthias Hoffmann (Grüne) im Zeitplan. Wenn das Gebäude wiedereröffnet ist, wird es ab 2020 für ganz besondere Anlässe zur Verfügung stehen.
Die Veränderung ist bereits sichtbar. Der Erweiterungsbau des Zehnthauses steht. Dieser werde nach der Fertigstellung modern aussehen, sagt Hoffmann, dem bereits herangetragen wurde, dass die Spannung zwischen alter und neuer Architektur nicht jedem gefalle. Das Zehnthaus sei nicht historisch, sondern es seien bauliche Überreste einer Scheune gewesen, die damals im Stil der Zeit hergerichtet wurden, sagt der Ortsbürgermeister. Gerade die Gegensätze von alt und modern hätten dem Rat bei der Entscheidung für diese Form der Erweiterung gut gefallen. Hoffmann ist sich sicher, dass das Gebäude nach dem Umbau die Römerberger Seele widerspiegeln werde – auch wenn sich traditionelle Buntsandsteinlieberhaber daran gewöhnen müssten.
Bisher wurden laut dem Ortschef der Altbau entkernt, Stahlträger eingebaut, und die Dachkonstruktion wurde geändert. „Damit entfallen die zuvor immer störenden Säulen im Saal“, sagt er. Derzeit werde die Elektronik in den Toiletten-Anlagen installiert. Ab nächster Woche sollen die Fliesenarbeiten in den WC-Anlagen beginnen. Es folgen kleinere Arbeiten und die Umgestaltung der Außenanlage.
Brunnen soll saniert werden
Laut Hoffmann wird derzeit geprüft, ob im Zuge der Arbeiten am Zehnthaus auch der Weiberbratenbrunnen auf dem Platz davor saniert werden kann. Dabei müsse vor allem die Zuleitung und das Management des Brunnes verbessert werden, weil dieser durch verstopfte Ausgänge immer wieder Wasser verliere, erklärt der Ortsbürgermeister. Er schätzt die Kosten auf rund 8000 Euro. Diese könnten mit den Fördergeldern für die Zehnthaus-Erweiterung abgedeckt werden, sagt Hoffmann. Zudem soll die Grünanlage umgestaltet werden. Der Ortsbürgermeister spricht unter anderem von mehr Sitzmöglichkeiten und zwei neuen Bäumen, da für den Anbau zwei Bäume gefällt werden mussten. Platz für weitere Pflanzen bietet auch das Dach des Anbaus, das begrünt werden soll.
Ortsgemeinde muss nicht zahlen
Die Kosten für den Umbau und den Anbau wurden auf 1,15 Millionen Euro kalkuliert. Es gebe geringfügige Mehrkosten, die aber durch Einsparungen an anderer Stelle ausgeglichen werden konnten, sagt Hoffmann. Als Beispiel nennt er Mehrkosten für den Austausch der alten Fenster im Ratssaal und eine Induktionsschleife für Hörgeschädigte für die Lautsprecheranlage im Saal. Da die geschätzten Kosten für Fliesen- und Malerarbeiten von den Firmen unterboten worden seien, liegen die Kosten laut Hoffmann weiter im Rahmen.
Finanziert werden sie durch die sogenannte „Hochzeitsprämie“, die das Land der Ortsgemeinde im Zuge der Fusion mit der Verbandsgemeinde Dudenhofen zahlt, sowie durch weitere Fördermittel des Landes und des Kreises. Die Ortsgemeinde muss somit nichts für den Umbau und die Erweiterung zahlen.
Der Ortsbürgermeister erzählt, dass er immer wieder darauf angesprochen werde, warum gerade das Zehnthaus erweitert wird, aber es keinen Kunstrasen oder neue Räume für die Mediathek gebe. Er macht deutlich, dass die Ortsgemeinde dem Land eine Liste mit allen Projekten vorgelegt und um Fördermittel gebeten habe. Die Vorgabe des Landes sei aber gewesen, dass es nur Geld für etwas gebe, was mit der Fusion zu tun habe. Deshalb habe sich das Land, das Zehnthaus als förderfähiges Projekt ausgesucht, weil dort der Ortsgemeinderat tage. Dieser wird laut Hoffmann in der nächsten Legislaturperiode sicher mehr Platz brauchen, weil sich die Anzahl der Mandate erhöhen wird. Das hat damit zu tun, dass Römerberg gewachsen ist und noch wachsen wird. Die Anzahl der Ratsmandate richtet sich nach der Einwohnerzahl.
Neue Funktion für Zehnthaus
Derzeit rechnen Hoffmann und die Verbandsgemeindeverwaltung damit, dass die Arbeiten Ende November abgeschlossen werden. „Wir hoffen, dass es noch vor Weihnachten wieder zur Verfügung steht“, sagt der Ortsbürgermeister über das Zehnthaus. Er informiert außerdem, dass das Gebäude ab nächstem Jahr das Trauzimmer im Rathaus in Heiligenstein ersetzen werde. Grund sei, dass der dortige Sitzungs- und Trausaal in Büros für die Verbandsgemeindeverwaltung umgewandelt wird. Hintergrund ist, dass das Heiligensteiner Rathaus seit der Fusion der Verbandsgemeinde gehöre und im Rathaus in Dudenhofen Büros für Mitarbeiter fehlten. Hoffmann freut es, dass die Ortsgemeinde Römberg dann eine Räumlichkeit mit moderner Technik und einem ansprechenden Foyer für diese schönen Termine haben wird.