Speyer Pumuckel, Pippi und Co
Ein Leseabend zur Ausstellung „Das Sams und die Helden der Kinderbücher“ gab es am Freitag im Historischen Museum der Pfalz – in Kooperation mit der Stadtbibliothek Speyer: Eine zugegeben überschaubare Schar versammelt sich. Es sind 13 Kinder – eine magische Zahl für eine magische Lesenacht.
Um Punkt 18.30 Uhr geht es los: Almut Neef, die Kuratorin der Ausstellung, lässt die Begrüßung und Einführung angenehm kurz ausfallen, merkt sie doch, wie hibbelig die Kinder schon sind. Bis auf vier Kinder waren alle in der Ausstellung. Im Pumuckel-Raum beginnt die Führung: Ein Kind sagt kichernd: „Wie im Film ,Nachts im Museum’, cool!“ Ja, denn auch hier werden die Requisiten lebendig. In der Vitrine bewegt sich Pumuckels alte Schiffschaukel wie von Geisterhand – pardon, Koboldhand natürlich. Und die Bettdecke? Wer hat die plötzlich zur Seite gezogen? Wahrscheinlich war es wirklich der freche Rotschopf aus den Büchern von Ellis Kaut. „Da ist er“, ruft die elfjährige Madita auch schon; sie hat ihn entdeckt – als lebhafte Projektion auf dem Schrank. Ein gelungener Auftakt vor der ersten Geschichte: Angela Magin von der Stadtbibliothek liest in der Kulisse von Pippi Langstrumpf – vor der Figur des kleinen Onkels; Pippis Pferd kennen wirklich alle Kinder. Die lustigen Passagen über Meister Eder und seinen kleinen Freund trägt Magin gewohnt routiniert vor; sie lässt den Kindern Raum für Zwischenrufe. Man merkt: Die Kinder sind voll dabei, aufmerksam und interessiert. Nun wird ein Spiel gespielt: Die Kinder sitzen an einem Tisch und müssen raten, für wen hier gedeckt wurde. Schnell bekommen die kleinen Profis es raus und erkennen Ritter Trenk, Pippi Langstrumpf, den kleinen Vampir, das Sams und Co an den passenden Teller-Füllungen. Ziemlich wild geht es dann in den Räumen des Sams’ zu. Hier stehen einige Dinge, die man ausprobieren kann – zum Beispiel die „Knackwurstbringmaschine“. Auch das Originalkostüm, in dem die Schauspielerin Christine Urspruch das Sams verkörperte, und das Steuerrad der Regenmaschine aus dem Film „Sams im Glück“ von 2012 begeistern die kleinen Besucher. Die nächste Station ist der Schriftstellerin Cornelia Funke gewidmet, die mit ihren „Tintenherz“-Büchern eher die etwas älteren Kinder in ihren Bann zieht. Die Hauptfigur Capricorn können hier die Kinder nach ihren Vorstellungen gestalten. Danach dreht sich alles um den Autor Otfried Preußler und Figuren wie den kleinen Wassermann, die kleine Hexe und Räuber Hotzenplotz. Und bei einer Spielstation zu Ritter Trenk können die Mädchen und Jungen erfahren, was gebräuchliche Redewendungen überhaupt bedeuten und dass sie ihren Ursprung im Mittelalter haben. Die letzte Aktion sollte dann in der Gruft des kleinen Vampirs stattfinden; die Kinder sind gespannt. Tatsächlich sitzt Magin für diese Lesung auf einem Sarg, es läuft gruselige Beschallung, das Licht ist gedimmt, und im Hintergrund sieht man eine düstere Burg: Kaum Getuschel oder Zwischenfragen gibt es, als Magin von Antons erster Besichtigungstour erzählt, die ihn in die Familiengruft seines Freundes Rüdiger von Schlotterstein führt ... Der Abend endet mit der Bemerkung einer kleinen Leseratte: „Ohne Buch geht gar nichts.“