Speyer
Postgalerie: Weitere Umbauten angekündigt
„Der Betrieb läuft hervorragend“, melden Jasmin Rausch und Aziz Rahimi. Sie sind die beiden Geschäftsführer des Lokals „Wilma Wunder“, das seit Ende Februar im Eingangsbereich der Postgalerie bewirtet. Sie erhielten in den ersten Wochen viele positive Rückmeldungen und könnten sich auf ihr Team verlassen. Zufrieden sind die Chefs auch mit dem Podest vor dem Einkaufs- und Dienstleistungszentrum: „Der Freisitz wird von den Gästen sehr gut angenommen und erfreut sich großer Beliebtheit.“
Die Terrassenkonstruktion war lange umstritten, nachdem der Postgalerie-Betreiber sie errichtet hatte. Sie geht auf eine Vereinbarung mit der Stadt aus dem Jahr 2019 zurück. Die darin ebenfalls erwähnte Neugestaltung des gesamten Eingangsbereichs und des Postplatzes steht noch aus. Daher wurde mit dem provisorischen Freisitz ein Anfang gemacht. Seine Ausmaße, seine Optik und das Problem, dass angrenzend der Fußgängerweg eingeschränkt ist, hatten in der Folge für Kritik gesorgt. Im Stadtrat gab es Rückbau-Forderungen.
Auf baldige Entscheidung gehofft
„Natürlich wünschen wir uns, dass die aktuell noch bestehenden baulichen Einschränkungen, insbesondere die Absperrungen am Gehweg, zeitnah gelöst werden“, so die Gaststätten-Betreiber Rausch und Rahimi auf Anfrage. Ein mit der Stadt vorbesprochener Ansatz besteht darin, das Podest um rund einen Meter zu verkürzen, dafür aber auf der Mittelinsel des Postplatzes einen zusätzlichen Freisitz für „Wilma Wunder“ zu schaffen. Rausch und Rahimi hoffen auf eine „baldige Entscheidung“. Sie wollten die Gastronomiefläche attraktiver gestalten – unter anderem mit Sonnenschirmen und mehr Begrünung.
„Wir warten auf die Stadtverwaltung“, sagt Postgalerie-Sprecher Jörg Bretschneider. Diese müsse den zusätzlichen Freisitz genehmigen. Daran sei aus Betreibersicht die Verkleinerung des Podests gebunden.
Bauarbeiten im Inneren der Postgalerie laufen in alleiniger Verantwortung: So wird die Rolltreppe aus der Erdgeschoss-Ebene im Obergeschoss abgebaut. „Sie kommt ersatzlos weg“, erklärt Bretschneider. Anlass sei die Umgestaltung der Mall, nach der im Obergeschoss keine Einzelhandelsgeschäfte mehr angesiedelt seien. Arztpraxen sind dort schon entstanden, ein Fitnessstudio kommt hinzu. Für dieses laufen aktuell bauliche Vorarbeiten. Die Übergabe an den Betreiber – der nach wie vor nicht genannt werden wolle – sei zum 1. Mai geplant. Das Unternehmen, ein überregionaler Anbieter, werde den weiteren Ausbau selbst verantworten.
Galerie ist verkauft worden
Die Maßnahmen in der Postgalerie werden von der Frankfurter Firmengruppe Erwe von Immobilienunternehmer Rüdiger Weitzel gesteuert, die die Immobilie 2016 erworben hatte. Mittlerweile hat sie die Galerie weiterverkauft, teilt sie auf Anfrage mit: „Im Zuge einer erfolgreichen finanziellen Restrukturierung ist das Eigentum an der Objektgesellschaft an eine Treuhandgesellschaft übergegangen, die einer Gruppe von Kapitalgebern gehört.“ Sie nenne sich KSLK Trust GmbH. Bretschneider begründet den im Jahresverlauf 2024 vollzogenen Schritt mit zwischenzeitlichen Einbrüchen am Immobilienmarkt; Kredite hätten deshalb nicht bedient werden können wie geplant.
Die Erwe Immobilien AG ist laut Bretschneider weiterhin operativ voll für die Galerie tätig, das heißt mit der Verwaltung, Vermietung und Steuerung sowie den laufenden Umbaumaßnahmen befasst. Rüdiger Weitzel und sein Sohn Philipp blieben Geschäftsführer der Objektgesellschaft. Erwe hat die Postgalerie in den vergangenen Jahren restrukturiert und überwiegend Nutzungen außerhalb des Einzelhandels dazugeholt. Jetzt sei sie fast komplett vermietet und könnte damit reif sein für einen Weiterverkauf. Auch diesen Prozess werde Erwe begleiten. Er sei jetzt aber wegen des Eigentümerwechsels und der Zinslandschaft zurückgestellt. „Weil die Erträge aus der Vermietung fließen, gibt es dabei aktuell keinen Zeitdruck“, erklärt Bretschneider.