Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Poller als Geschenk vor Weihnachten?

Bisher müssen Betonpoller zum Teil gemietet werden: Aufnahme vom Weihnachtsmarkt.
Bisher müssen Betonpoller zum Teil gemietet werden: Aufnahme vom Weihnachtsmarkt.

Die Ausrichtung des Bauernmarkts am Wochenende auf der Maximilianstraße wird zum Kraftakt für die Organisatoren. Die Sicherheitsauflagen sind hoch. Sie zu erfüllen, ist teuer. Erleichterung wird erhofft, wenn das stadteigene Poller-System zur Absperrung der Maximilianstraße installiert ist. Dafür nennt die Stadt jetzt einen Termin.

Der Bauernmarkt gehört mit mehreren 10.000 Besuchern alljährlich zu den erfolgreichsten Veranstaltungen in Speyer. Er wird von einem Verein organisiert, dem momentan Thomas Scherner (Weisenheim am Sand) vorsteht. Der sagt am Donnerstag auf Anfrage: „Der Druck, der inzwischen auf solchen Veranstaltungen lastet, ist zu viel für das Ehrenamt.“ Er bezieht sich auf die Auflagen, die ihm auch persönlich zu schaffen machten. Der Verein hatte lange gezögert, ob er den Markt 2023 ausrichtet. Mit Hilfe der Stadt habe es geklappt, so Scherner.

Für das kommende Jahr müsse aber neu beraten werden. Er warte ab, wie am Samstag und Sonntag alles läuft. Schon im vergangenen Jahr habe in die Rücklagen gegriffen werden müssen, um die Auflagen zu erfüllen. Diesmal kommt hinzu, dass keine landwirtschaftlichen Großfahrzeuge mehr für die Absperrung der Maximilianstraßen-Zufahrten akzeptiert würden, weil diese nach Auffassung der Sicherheitsbehörden von Amokfahrern gekapert werden könnten. Nun müssen Betonpoller verwendet werden. Das koste noch mehr, bedauert Scherner.

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Bestellung ist raus

Die Stadtverwaltung hat schon länger angekündigt, die Maximilianstraße samt Nebenstraßen mit eigenen, mobilen Pollern abzusperren. „Sie wurden bestellt und sollen im November dieses Jahres geliefert werden“, teilt Pressesprecherin Annika Roth auf Anfrage mit. Theoretisch könnten sie somit beim Weihnachtsmarkt als nächster Großveranstaltung zum Einsatz kommen. Es handele sich dabei um ein „mobiles Barrieresystem“ für die Absperrung von in der Summe 50 Meter Breite. Kosten für Anschaffung, Transport und Montage: 500.000 Euro. Die 27 Poller sollten den Schutz für Großveranstaltungen verbessern. Dass sie Betonklötze gänzlich überflüssig machen, konnte die Verwaltung am Mittwoch auf Anfrage nicht bestätigen. Eine Vorgabe für alle Absperreinrichtungen bei Festen in Speyer: Sie müssen für Rettungsfahrzeuge geöffnet werden können.

„Ich werde zu den Problemen in meiner Eröffnungsrede etwas sagen“, kündigt Scherner an, der am Samstag beim Bauernmarkt-Beginn um 11 Uhr das Wort ergreifen will. „Wir können uns nicht verwirklichen wie angedacht“, sagt er über den Markt-Aufbau. Ein zusätzliches Problem besteht für den Verein darin, dass er die große Gemüse-Präsentation, die in der Vergangenheit stets den Domplatz zierte, dort nicht mehr aufbauen darf: „Die Haftungskosten für diesen Platz würden jeden Rahmen sprengen.“ Das Gemüse müsse jetzt in den abgesperrten Bereich umziehen und komme zur Pilgerstatue. Es werde sehr eng, sagt Scherner: Das eigentlich als Ausweichort vorgesehene Geschirrplätzel falle weg, weil die neuen Stadtmöbel dort nicht verrückbar seien.

Problem am Berliner Platz

Hoffnungsvoll in Bezug auf die neuen Stadt-Poller zeigte sich Peter Bödeker, der Vorsitzende der Leistungsgemeinschaft „Herz Speyers“: Sie machten die Ausrichtung von Veranstaltungen einfacher. Mit der Leistungsgemeinschaft hat Scherner zufolge auch der Bauernmarkt-Verein Gespräche wegen möglichen Kooperationen aufgenommen.

Versenkbare Poller – wenn auch nicht so massiv wie in der Maximilianstraße geplant – gibt es schon auf dem Berliner Platz. Sie sollen Fahrten über den Platz verhindern, würden aber schon länger nicht mehr hochgefahren, teilt der CDU-Ortsverband Speyer-West mit. Er will nun von der Stadt erfahren haben, dass sie defekt seien. Der Baubetriebshof solle sie ertüchtigen.

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