Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Pläne für Deich: Eine Treppe, eine Rampe an der Franz-Kirrmeier-Straße

Franz-Kirrmeier-Straße: einer von mehreren Trampelpfaden, die den Deich destabilisieren können.
Franz-Kirrmeier-Straße: einer von mehreren Trampelpfaden, die den Deich destabilisieren können.

Der Zustand des Rheindeichs entlang der Franz-Kirrmeier-Straße ist seit Jahren besorgniserregend: Trampelpfade gefährden den Hochwasserschutz. Nun gibt es erste Rettungspläne.

Vor allem am „Lidl-Kreisel“ im nördlichen Bereich der Franz-Kirrmeier-Straße und beim Industriehof weiter südlich ist es auffällig: Viele Fußgänger haben an diesen Stellen den Deich überquert, um zum Bermenweg am Rhein zu gelangen. Sie haben über die Jahre Trampelpfade hinterlassen. Die Grasnarbe ist beschädigt und teilweise komplett verschwunden – was negative Auswirkungen auf den Hochwasserschutz haben kann. „Die Sorge um die Standsicherheit des Deiches ist damit berechtigt“, heißt es in einer Vorlage der Stadt für die Bau- und Verkehrsausschusssitzung am Dienstag, 9. Juni (ab 17 Uhr, Stadtratssitzungssaal). „Es besteht eine hohe Dringlichkeit, aufgrund von Bodenerosion und Verkehrssicherheit eine Lösung zu finden und umzusetzen.“

Demnach hat die für den Deich zuständige Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd des Landes in Zusammenarbeit mit der städtischen Tiefbauabteilung eine Machbarkeitsstudie erarbeiten lassen, in der Lösungsmöglichkeiten skizziert werden. Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) will darüber im Ausschuss und am 25. Juni im Stadtrat abstimmen lassen. Es geht um grundsätzliche Zustimmung zu den Plänen und die Freigabe von ersten 45.000 Euro für Planungsleistungen.

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Vorgesehen ist demnach der Bau von zwei Querungsstellen, mit denen eine generelle Sperrung des Schutzwalls für die Bevölkerung abgewendet werden könnte. Im südlichen Bereich bei der Eisdiele „Eis am Rhein“ könnte eine Treppenanlage über den Deich gebaut werden, die über einen Übergang mit Fußgänger-Druckampel an der Franz-Kirrmeier-Straße zugänglich wäre. Im nördlichen Bereich beim Kreisel könnte es eine Rampenanlage geben, zu der ein Zebrastreifen führt. 2025 hatte die SGD im Einbau von Treppen auf Anfrage noch „keine zufriedenstellende Lösung“ gesehen. Nun hat die Landesbehörde laut Vorlage angeboten, „die Deichquerungen, sowohl planerisch als auch in der Umsetzung, zu übernehmen, wenn die Stadt im Gegenzug die erforderlichen Straßenquerungen übernimmt.“

Auf das Land kämen demnach 360.000 Euro zu, auf die Stadt 245.000 Euro. Die städtische Tiefbauabteilung möchte das Projekt erweitern und auch die jeweiligen „Seitenräume“ der Kirrmeier-Straße zwischen dem nördlichen Ende des Industriehofs und dem Kreisel an der Einmündung der Auestraße umbauen. Das würde Empfehlungen aus dem städtischen Radverkehrskonzept aus dem Mai 2017 entsprechen und hätte mit dem vor einem Jahr umgebauten Bereich zwischen dem Ziegelofenweg und der Straße Am Heringsee ein Vorbild. Der Gehweg würde neu und einheitlich gepflastert, der gegenläufig nutzbare Radweg erhielte eine durchgängige Asphaltfahrbahn mit roten Markierungen an den Grundstückszufahrten.

Zusätzliche Kosten dafür: rund 195.000 Euro. Auf die Stadt kämen einschließlich Planung also 485.000 Euro zu, von denen 115.000 Euro an erwarteten Zuschüssen abgezogen werden könnten. Anliegerbeiträge fielen nicht an, weil es sich um eine Kreisstraße, die K2, handelt.

Wohl Zäune erforderlich

Eine dritte Querungsmöglichkeit für die Franz-Kirrmeier-Straße würde unabhängig davon errichtet, so die Stadt: Sie sei im südlichen Bereich des Industriehofs zur Alten Ziegelei hin geplant und gehöre zum Industriehof-Projekt, mit dem dieses als „Urbanes Gebiet“ mit Wohn- und Gewerbeeinheiten aufgewertet wird. Hinzukommen würden wohl auch einzelne Zaunanlagen am Deichfuß, heißt es, denn die Fußgängerströme müssten zu den künftigen Querungen „gelenkt“ werden. Im Fall eines Grundsatzbeschlusses würde die SGD demnach noch in diesem Jahr die Planung der Deichquerungen beauftragen. Die Treppenanlage und die Rampe sollten dann in der ersten Jahreshälfte 2027 errichtet werden, die Querungsstellen sowie der Umbau des Rad- und Gehweges könnten 2028 folgen. Dafür wäre aber noch ein separater Ratsbeschluss zur Freigabe der Haushaltsmittel erforderlich.

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