Handball
Phantomtore bei Dudenhofen/Schifferstadt
Kosteten den TV Hauenstein Phantomtore mindestens einen Zähler bei der 27:29 (13:18)-Pleite bei Pfalzliga-Spitzenreiter HSG Dudenhofen/Schifferstadt? Die Partie hatte wenig mit dem Hinspiel gemein. Beide Seiten agierten stark fehlerbehaftet, schnell zeichnete sich ein Sieger ab, was auch erklärt, dass die Emotionen nicht aufkamen, die nach zwei diskutablen Ereignissen zu erwarten gewesen wären.
Erst in den letzten Minuten wurde es spannend. In der kalten Schifferstadter Halle, deren Belag sich als wenig rutschfest erwies, taten sich beide Teams schwer. Ungenauigkeiten prägten die Partie, sowohl bei den Abschlüssen wie auch im Spielaufbau, wo beiden Mannschaften zahlreiche Ballverluste unterliefen.
Schnelle Tore
Weil die HSG in der ersten Hälfte das Duell der Torhüterinnen klar gewann, führte sie nach dem 4:3 durchgehend und schnell recht deutlich. Keiner in der Halle reagierte, als in der zwölften Minute die Anzeigetafel nach einem Treffer von HSG-Rechtsaußen Sandra Bäuerle von 7:4 auf 9:4 sprang. „Ich habe das nicht mitbekommen, weil die Anzeige im Rücken hing und ich nicht nach jedem Tor dort hinschaue“, sagte TVH-Trainer Björn Stoll, weshalb der TVH nicht protestierte.
Der Spielbericht wies zwei Treffer in der gleichen Sekunde aus. Schiedsrichter Pascal Schumacher gab später an, dass die Torfolge mit seinen Aufzeichnungen übereinstimme, er sich jedoch nicht erklären könne, wie zwei Tore in einer Sekunde gefallen sein könnten. Auch die Zeitnehmer konnten nicht zur Lösung des Rätsels beitragen: „Wir haben uns zu dritt abgestimmt und keiner hatte eine Abweichung“, sagte Carina Setzer, die jedoch nur für die Anzeigetafel die Verantwortung hatte.
Kurioser Strafwurf
Ihr Kollege Hans-Jürgen Remmele war nach Spielschluss nicht mehr zu erreichen. Die zweite Situation, die den TVH höchstwahrscheinlich um einen regulären Treffer brachte, war ein Strafwurf von Lena Seibel in der 32. Minute, der scheinbar am Tor vorbeigezischt war. Schumacher zögerte kurz, ließ dann das Spiel mit einem Abwurf fortsetzen.
Die Proteste des TVH kamen erst beim nächsten eigenen Angriff – und zwar beim Stand von 18:14 – zaghaft. Laura Fuchs sprach Schumacher an, Stoll sprang ihr bei – zu spät, auch wenn ein Loch im Tornetz ausgemacht wurde. Der Ball war wohl drin, wenn man den Winkel in Betracht zieht, den der Ball bis zum Einschlag an der Wand hinter dem Tor hatte.
Fohs verletzt
Da ging aber noch keiner davon aus, dass das Spiel noch einmal spannend werden würde, denn die HSG schien alles im Griff zu haben. Doch nach einer Verletzung von Spielmacherin Jennifer Fohs (36.), die erst in der Schlussphase wieder ins Spiel kam, und einer verbesserten Abwehrleistung des TVH kippte die Partie gegen Ende, nachdem die Gäste zunächst stets die Chancen verpassten, wieder in Schlagdistanz zu kommen.
Doch dann markierte Annkatrin Stretz das 26:25 (55.), ehe sich der TVH wieder zu viele Fehler leistete und am Ende der eine Strafwurf zu viel, den Marlene Oetzel verwertete, die Entscheidung brachte. „Wir haben später mutig in der Abwehr verteidigt. Das hat zu Beginn gefehlt, da waren wir zu passiv. Die HSG hat Spielerinnen, die dann aus dem Rückraum treffen. Auch die Chancenverwertung wurde später besser. Und am Ende ist die HSG auch nervös geworden. Wenn wir früher auf zwei Treffer rangekommen wären, wäre noch mehr drin gewesen“, sagte Stoll: „Wir haben leider die Chancen nicht gut genug genutzt, aber die Mannschaft hat wieder gut gekämpft.“
Sein Kollege Julian Großstück analysierte deckungsgleich: „Wir haben nicht mehr so strukturiert gespielt, sind nervös geworden, haben es versäumt, das Spiel früher zu entscheiden, aber Hauenstein hat in der zweiten Hälfte auch eine richtig gute Abwehr gespielt.“ Er freute sich „über wichtige Punkte“ auf dem Weg zur Meisterschaft.
So spielten sie
HSG Dudenhofen/Schifferstadt: Lehr, ab 31. Albrecht – van den Driesch (2), Fohs (5/1), Oetzel (8/3) – Sandra Bäuerle (5), Kripp (1) – Jana Bäuerle (2); Ziegler (5), Marceaux, Fischer, Genova, Fischer, Pesla
TV Hauenstein: Luisa Seibel – Lena Seibel (3/1), Dausch, Fuchs (8/5) – Ferkah (2), Brill (6) – Stretz (6); Siegel (1), Wolfer, Mainka (1)
Spielfilm: 2:3 (3.), 6:3 (10.), 12:5 (17.), 18:11 (27.), 18:13 (Halbzeit), 22:18 (43.), 25:21 (51.), 26:25 (55.), 29:27 (Ende) – Siebenmeter: 6/5:8/6 – Zeitstrafen: 4:3 – Beste Spielerinnen: Fohs, Ziegler, Lehr – Fuchs, Stretz, Luisa Seibel – Zuschauer: 100 – Schiedsrichter: Schumacher (TV Wörth).