Tischtennis RHEINPFALZ Plus Artikel Pfalzverband: Umstellung von Sechser- auf Vierermannschaften weiter in Diskussion

Findet Sechsermannschaften geselliger: Erik Borger vom TTV Otterstadt.
Findet Sechsermannschaften geselliger: Erik Borger vom TTV Otterstadt.

Der Pfälzische Tischtennisverband (PTTV) hat eine große Aufgabe vor sich.

Nach einer Abstimmung beim Verbandstag des PTTV am 21. Juni diesen Jahres werden die Mannschaftsgrößen von Sechser- auf Viererteams umgestellt. Dies ist eine Folge eines Antrages des Tischtennisbezirks Vorderpfalz Nord, dem auch Ludwigshafen, Frankenthal und Bad Dürkheim angehören. Die Zustimmung des Antrages war schon überraschend.

28 Ja-Stimmen, 23 Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen gab es zu dem Thema, das schon seit Jahren die Spielerschar spaltet. Ausgetauscht wurde sich entgegen des sonstigen Delegierten-Verhaltens während des Verbandstages vor der Abstimmung nicht. In der Sitzungspause kurz nach dem Antrag war die Stimmung nervös.

Baumann skizziert Folgen

Die Anwesenden diskutierten über diese Abstimmung, ehe der Vizepräsident Sport des PTTV Peter Baumann Folgen aufzeigte, die wohl wenigen klar waren. Baumann kündigte an, dass das Saarland wohl die gemeinsame Verbandsoberliga aufkündige. Zudem gebe es weitreichende Verschiebungen in den Spielklassen, Neugründungen von Teams und eine ungleiche qualitative Verteilung durch weitere Ligen, da schließlich nur noch vier statt deren sechs Akteure eine Mannschaft bilden, somit künftig mehr entstehen.

Bei der Sitzung gab es auch den Versuch, mit den von Baumann nach der Abstimmung vorgebrachten Schwierigkeiten erneut zu entscheiden. Jürgen Harz (TTV Römerberg), Gremiumsmitglied des PTTV, merkte während der Versammlung jedoch an, „es liegt keine Dringlichkeit vor, da der Antrag erst zur nächsten Saison umgesetzt wird“, so der Jurist, der damit die Spielrunde 2026/2027 meinte.

Danach stimmten die Delegierten darüber ab, ob überhaupt ein Dringlichkeitsantrag gestellt werden soll. 16-mal Ja, 27-mal Nein bei einer Enthaltung lautete das Ergebnis. Baumann gibt nun, an die Verbandsoberliga retten zu wollen. Der PTTV arbeitet an einer Umsetzung. „Wir sind in der Findungsphase. Tatsache ist, dass es bereits ab der nächsten Saison eine Umstellung geben soll. Ob dies dann in einer oder zwei Saisons passiert, wurde final noch nicht beschlossen, auch nicht, ob wir zunächst in den oberen und dann in den unteren Klassen umstellen oder umgekehrt. Derzeit stimmt sich der Verbandssportausschuss darüber ab. Wir wollen, sofern wir einen gemeinsamen Termin finden, dies im Oktober dann final beschließen, und wenn der Gesamtvorstand dann zustimmt, bis spätestens Anfang Dezember veröffentlichen“, erklärt Baumann, der als Vorteil der Neuregelung die bessere Planbarkeit des Spielendes sieht, da die Partien dann wohl nur maximal drei Stunden dauern.

Borger hinterfragt

Erik Borger vom TTV Otterstadt stellt sich die Übergangsphase schwer vor. „Wer geht aus den Mannschaften raus? Die Teams sind zusammengewachsen. Das stelle ich mir schwierig vor“, sagt Borger, der die Sechserteams geselliger findet. Jedoch sehe er einen deutlichen Vorteil bei einem Aufstieg in eine höhere Liga.

„Wenn du heute aufsteigst und musst plötzlich von Vierer- auf Sechserteams umstellen, ist das sehr schwierig“, meint der TTV-Akteur, der künftig jedoch auf sich zukommen sieht, dass er alleine hinter der Bande sitzt. „Zwei spielen, einer zählt. Da bist du alleine draußen, weil du auch coachen musst“, sagt Borger.

Thomas Varlemann vom ASV Harthausen sieht den Schritt als überfällig an. „Dieser Hick-Hack von der 1. Bundesliga zu den Bezirksspielklassen, so ein Hick-Hack gibt es sonst nur im Tennis. Durch Corona sind viele Leute abgewandert. Viele bekommen die Sechsermannschaften nicht voll. Spielgemeinschaften sind nicht erlaubt“, sagt Varlemann, der auch die Spieldauer als besser abschätzbar ansieht. Als Ausrichter der letztjährigen Relegation von der Kreisklasse in die Kreisliga habe er auch gesehen, wie schwierig es ist, wenn Teams plötzlich statt vier, sechs Akteure aufbieten müssen.

Mehr zum Thema
x