Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Pfalzliga: TG Waldsee empfängt TSV Speyer zum lange vermissten Derby

2012: Benjamin Eisensteck im Tor der TG Waldsee.
2012: Benjamin Eisensteck im Tor der TG Waldsee.

Viele Jahre ist es her, als die TG Waldsee in einem Ligaspiel auf den TSV Speyer getroffen ist. Entsprechend groß ist die Vorfreude auf dieses Derby, das am Sonntag für eine volle Rheinauenhalle sorgen soll. Für zumindest einen Beteiligten ist es ein ganz besonderes Derby, auf der Gegenseite will man von einer Favoritenrolle nichts wissen.

Am Sonntag um 18 Uhr geht die in der Handball-Pfalzliga etablierte TG Waldsee gegen den Aufsteiger TSV Speyer ins Derby, das viele seit Jahren vermisst haben. Wer nun aber glaubt, dass die TG hier der Favorit ist, der täuscht sich, sagt deren Trainer Benny Wingerter: „Speyer hat ein Team mit ganz viel Ober- und Drittliga-Erfahrung, wir dagegen sind in einem Verjüngungsprozess, haben eine blutjunge Mannschaft, die sich voll in der Findungsphase befindet. Die Tabellensituation passt schon ganz gut zu unserem Leistungsvermögen.“

Seitenwechsel hier wie da

Wingerter spielte bis zur B-Jugend beim TSV Speyer, hatte dort in Jürgen Siewerth seinen, so sagt er es, „besten Trainer“ und Förderer seiner gesamten Spielerlaufbahn, die er später beim TV Offenbach fortsetzte. Kürzlich wurde er für seine zehnjährige Trainertätigkeit bei der TG Waldsee ausgezeichnet. „Natürlich ist es mit dieser Vorgeschichte für mich ein ganz besonderes Spiel“, gesteht Wingerter, der aber das nicht auf seine Mannschaft übertragen sehen will: „Für die Spieler ist es von der Vorbereitung her nicht anders als alle anderen Spiele auch. Wir haben einen Matchplan, der umgesetzt werden soll.“ Vor allem das „sehr schnelle Spiel des TSV“ soll unterbunden werden. Mehr wollte sich Wingerter zur taktischen Ausrichtung nicht entlocken lassen, sagt aber auch: „Wir wissen genau, was für eine Abwehr und welche Schlüsselspieler auf uns zukommen.“ Trotz Tabellenplatz neun und erst zwei Saisonsiegen stehe sein Team nicht unter Druck: „Wir wissen das alles richtig einzuschätzen“, sagt der 36-jährige Coach.

Erwartetes Derby-Gefühl

Auf der Gegenseite ist Benjamin Eisensteck der Sportliche Leiter der Speyerer Kobras. Er hat eine Waldseer Vergangenheit. „Wir kennen uns auch von außerhalb der Handballhalle. Er macht dort eine sehr gute Arbeit, hat ein starkes Team zusammengestellt. Man sieht ja, wo die herkommen“, zollt Wingerter Respekt. „Alles harte Arbeit, nicht, wie oft gemutmaßt, mit viel Geld gekauft“, sagt der Gelobte und verweist darauf, dass die Mannschaft des Rangfünften „zu 90 bis 95 Prozent aus Speyerern oder zugezogenen Speyerern“ bestehe. „Wir haben uns in die Pfalzliga hochgearbeitet und freuen uns jetzt richtig auf dieses Spiel, dass es stattfinden kann; und das hoffentlich in voller Halle“, sagt Eisensteck. Auch seine Sieben habe keinerlei Druck: „Die Gerüchte, dass wir einen Durchmarsch planen, sind völlig falsch. Wir wollen uns in dieser Liga etablieren, um dann unsere Nachwuchsspieler in das Team einzubauen.“ Eisensteck schiebt die Favoritenrolle daher mit Verweis auf die Historie einfach zurück: „Waldsee ist in der Pfalzliga jahrelang etabliert. Das ist eine Mannschaft, deren Stärke es ist, dass sie nie aufgibt, aber die sich auch in einem Auf und Ab befindet, immer abhängig davon, wer spielt.“ Spielen werden beide Teams wohl mit dem gleichen Aufgebot wie in der Vorwoche.

„Ich erwarte echtes Derby-Gefühl und Kampf bis zum Abpfiff und dass wir uns einfach ordentlich verkaufen. Ein Derby ist ja immer vom Ausgang her offen“, sagt Eisensteck. Danach ist die Rivalität wieder Schnee von gestern.

Rheinpfalz-Tipp: 29:33

Die Erfahrung aus den höheren Spielklassen wird sich in den 60 Minuten durchsetzen, auch wenn die junge TG-Mannschaft es schafft, das Tempo des TSV phasenweise zu drosseln. mame

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