Speyer Pfälzisch auf dem besten Weg zur Weltsprache

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Der „einzig wahre Pfälzer Kabarett-Barde“ sowie ein „aus Funk und Fernsehen bekanntes“ Musik-Kabarettduo aus Sachsen: Den Besuchern der Mechtersheimer Schulturnhalle ist am Donnerstagabend viel geboten worden – und wenig erspart geblieben. Alex Entzminger begeisterte mit Auszügen seines neuen Soloprogramms „Zwischen Marx und Moritz“, und das Duo „Zärtlichkeiten mit Freunden“ eroberte Dörfler wie Städter im Sturm.

Entzminger erreichte sie alle – seine Zuhörer aus dem Heimatdorf Berghausen, die aus Mechtersheim, aus Hessen, dem Rheinland und Husum. Mundart kommt direkt aus dem Herzen des Musik-Kabarettisten. Bei „Moi Palz“ wurden deshalb nicht nur Pfälzer Augen feucht. „Engelsgleich zwischen Marx und Moritz“ bewegte sich Entzminger in Prosa und Versen, gesprochen und vertont, zwischen Gott und der Welt. Seine Botschaften offenbarten sich im Detail, im Nebensatz und immer wieder im „Kurzlied“. Sein Lied vom „lieben Gott“ zeugte von Mitleid des himmlischen Vaters mit denen, die er geschaffen hat, aber nach des Kabarettisten Ansicht nicht wirklich liebt. Er besang nicht von der Hand zu weisende Vorteile nach der Trennung vom lästig gewordenen Partner und ließ den „Happy“-Song aus Gema-Gründen weg. „Hessen auf Rädern“ war Entzmingers Vision einer transportablen Stadt, „perfekt“ sein persönliches Unwort des Jahres. Mit „Life to go“ beschrieb er „Zwischendurch- und Nebenbei-Leben“ im medialen Zeitalter und wies nach, warum Pfälzisch auf dem besten Weg ist, Englisch als Weltsprache abzulösen. Was er sang und wortakrobatisch zum Besten gab: Stets blieb der Wahl-Karlsruher sich und seiner Herkunft treu. „Vonne wie hinne“ eben, selbst „Zwischen Marx und Moritz“. Mit Christoph Walther, Stefan Schramm, Stehlampe, Gitarre und Schlagwerk kam es nach Entzminger auf und vor der Bühne zu ausschweifenden „Zärtlichkeiten mit Freunden“. Mit ihrem vielfach preisgekrönten und aktualisierten Programm „Mitten ins Herts“ wollten die Künstler aus Riesa „für einen Wimpernschlag der Geschichte den Hauch eines Lächelns auf die Gesichter dieser tapferen Menschen zaubern“. Mit umwerfender Komik, außergewöhnlicher Musikalität und viel herausforderndem Mitleid mit den Pfälzern, die nach Überzeugung der Sachsen „außer Wein, der sich allenfalls zur Entfernung von Kalkflecken eignet, Hoffnung und Spargel“ nichts ihr Eigen nennen, erzeugte das „Musik-Kasparett“-Duo Reaktionen, die Walther von Anfang an prophezeit hatte: „Das wird zwiebeln.“

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