Speyer
Pfälzerwald-Verein: „Wir gehen in die Vollen“
Es waren nicht Monate, sondern Jahre, in denen der frühere Vorsitzende altersbedingt aufhören wollte bei der Speyerer Ortsgruppe im Pfälzerwald-Verein (PWV). Es gab jedoch keine Nachfolge. Dass seit diesem Jahr mit dem 57-jährigen Helmut Back ein im Vergleich zur bisherigen Führungsriege fast jugendlicher neuer Vereinschef im Amt ist und gleich noch mindestens ebenso junge Mitstreiter mitgebracht hat, sei auch ein wenig dem Zufall geschuldet, gibt Back zu: Er engagiert sich in Speyer als Organisator des „Sattelfests“ und wollte für die Auflage 2021 den PWV, in dem er seit dem Jahr 1998 Mitglied ist, als Kooperationspartner gewinnen. Radeln und Wandern, lautete sein Ansatz, der letztlich nicht eins zu eins umgesetzt wurde, aber dem Verein am Ende einen neuen Vorsitzenden bescherte.
Ottfried Braun, der bisherige Vereinschef, der so dringend einen Nachfolger suchte, habe bei Backs Anruf mit einem Gegenvorschlag geantwortet: „Sie könnten doch bei uns Vorsitzender werden.“ Und so kam es. Im August wurden Back als Vorsitzender und der mit neuen Mitgliedern aus Backs Kollegen- und Freundeskreis ergänzte Vorstand gewählt. Bernhard Steigleider ist Vize und Wanderwart, Sebastian Bittmann Rechner, Roswitha Petry Schriftführerin und Bernd Hintermayr Wegewart. Der Verein sei zuvor keineswegs am Ende gewesen, betont Back: „Sehr solide, eine super Basis.“ Das neue Team sei mit offenen Armen aufgenommen worden.
Auf die Angebote kommt es an
„Es fühlt sich richtig gut an“, sagt SAP-Mitarbeiter Back über seine ersten Erfahrungen und begründet das „wahnsinnige Potenzial“, das er im PWV Speyer sieht. Das Wandern liebten die Bewohner der Domstadt ohnehin schon, gerade in der Region ab dem Haardtrand. Mit guten Angeboten und über ein gutes Netzwerk seien sie auch für den Verein zu begeistern. Die Mitgliederanzahl sei zuletzt über die 200er-Grenze geklettert und bei 227 angelangt. Im kleineren Schifferstadt zähle der PWV 300 Mitglieder. Das wolle er übertreffen, sagt Back. „Wir haben die Latte ganz schön hoch gelegt.“ Kooperationen mit benachbarten Ortsgruppen seien vorgesehen, zum Beispiel bei Busfahrten.
Elf Busfahrten stehen im Jahresprogramm für 2022 – das ist einer von den Punkten, bei denen der Verein „in die Vollen“ geht. Die Fahrzeuge seien gebucht, so Back. „Der Wanderplan ist das A & O“, betont der Vorsitzende. Ihn gibt’s unter anderem auf der neuen Website pwv-speyer.de und ansprechend gedruckt im A5-Format mit einem Vorwort der Oberbürgermeisterin. Mehr als 60 Veranstaltungen stehen darin, die auch unter den Corona-Bedingungen stattfinden sollen. Zehn neue Wanderführer sind dafür schon ausgebildet worden.
Besonderheit „Weinsteig-Pokal“
Gab es früher nur Monats- und Seniorenwanderungen, ist nun ein breites Angebot an Familien-, Sport-, Rad- sowie Jungseniorenwanderungen dazukommen. Eine Familienfreizeit ist ausgeschrieben und soll den Aufbau einer Familiengruppe vorantreiben. Außerdem gibt’s einen gemeinsamen Hüttendienst in der Böchinger Hütte und als Besonderheit den „Weinsteig-Pokal“: Innerhalb von drei Jahren bis zum 120-jährigen Bestehen soll dabei in elf Etappen der Fernwanderweg „Pfälzer Weinsteig“ beschritten werden. Wer am Ende die meisten Etappen absolviert hat, erhält den Pokal.
„Wandern stößt auf viel Begeisterung“, sagt Back. Wenn dazu die richtige Organisation komme und wie im Fall PWV-Hauptvereins die passende Image-Kampagne, seien die Voraussetzungen optimal, um die Ortsgruppe zu beleben. Die Pandemie müsse für das Wandern kein Nachteil sein: „Man hat Bewegung, man kann auch mit Freunden wandern, und im Freien ist die Ansteckungsgefahr gering.“