Speyer
Otterstadt: Laborant im Abenteuerland
Marie siebt akribisch Hartweizengries und Emil lernt, dass nicht nur Möhren orangefarben sind. Linsen, die er per Sieb von Kichererbsen getrennt hat, sind es auch. Vermittelt bekommen das die Kleinen der kommunalen Kindertagesstätte Abenteuerland in Otterstadt derzeit von Auszubildenden der BASF.
Tim Schwidetzky ist auf dem Weg, Chemielaborant zu werden. Seine fünf Mitstreiter ebenso. In eine andere Rolle schlüpfen sie in der Kita. Sie werden zu Bildungsförderern. Mit praktischem Probieren funktioniert das bestens. „Mit Neugier und Pipette“ heißt das Projekt, das von der „Offensive Bildung“ und der BASF-Ausbildung getragen wird. Die Kita Abenteuerland ist laut BASF aktuell die einzige Kita im Speyerer Umland, die daran teilnimmt.
Das Hauptziel: die frühkindliche Wissenserweiterung im naturwissenschaftlichen Bereich zu unterstützen. „Das Experimentieren entspricht dem Interesse der Kinder. Es ist toll, spannend und kommt der natürlichen Entdeckerfreude entgegen“, sagt Einrichtungsleiterin Stephanie Best.
Die Azubis betreuen eine zwölfköpfige Gruppe im Alter von durchschnittlich vier Jahren. „Ich finde die Arbeit mit den Kindern supertoll, weil die kindlichen Denkstrukturen so interessant sind“, sagt Schwidetzky. Bei einem ersten Termin haben sich die Azubis den Kleinen vorgestellt. Diesmal ist es ans Experimentieren gegangen. Es wird gesiebt auf Teufel komm raus.
Auch nach 20 Minuten haben die Mädchen und Jungen noch nicht genug davon auszutesten, welches Sieb für welches Produkt optimal ist. Hirse, Gries, Linsen und Kichererbsen werden im Wechsel in die löcherigen Behältnisse geschüttet und beim Herauspurzeln in andere Schüsseln beobachtet. Lehrling Michelle ist zufrieden mit der „Arbeit“ von Tobias. „Das klappt gut bei dir“, lobt sie den Jungen, der statt der Spreu vom Weizen gerade den Gries von den Linsen getrennt hat. Das Feine lässt sich prima mit dem Sieb vom Groben lösen.
Noch weitere Termine
„Wir wollen die Neugierde fürs Ausprobieren wecken und dafür sorgen, dass die Kinder sich an Experimente herantrauen“, fasst Schwidetzky zusammen. Den Azubis steht dafür eine Materialkiste steht zur Verfügung. In der Kita wird es noch weitere Termine mit ihnen geben. Der Bau eines Magnetrührers, das Arbeiten mit Mörser und Stößel sowie mit Filterpapier und der Umgang mit der Pipette stehen in den kommenden Wochen auf dem Programm.
„Am 9. Mai soll es zum Abschluss ein Forscherfest geben“, kündigt Best an. Familienangehörige werden zu der Veranstaltung, die die angehenden Labor- und Produktionstechniker gemeinsam mit den Erzieherinnen und Kindern vorbereiten, eingeladen.