Speyer Ordnungshüter auf einen Blick
Einem 17 Jahre alten Nordbadener verdankt die Polizei in Speyer, dass ihre neuere Geschichte öffentlich wird. Woraus nie ein Geheimnis gemacht wurde, aber bisher war sie nie so prägnant zusammengefasst. Marvin Wiesweg hat die Chronologie als Praktikant im Stadtarchiv aufgearbeitet und vorgelegt.
Im Stadtarchiv konnte der junge Ketscher, unterstützt von Archivleiterin Christiane Pfanz-Sponagel und Diplom-Archivarin Nathalie Fromm, seinem – wie er im Gespräch mit der RHEINPFALZ sagt – „Kindheitstraum, Polizeibeamter zu werden“ – näherkommen. Er befasste sich mit der Geschichte der Polizei der Stadt. Ergebnis: seine Speyerer Chronologie. 1950 gab es 55 Polizisten für rund 33.000 Speyerer. Um deren Verwaltung zu verschlanken, entstand Ende der 1960er Jahre der Plan, die Stationen Speyer, Berghausen, Heiligenstein, Mechtersheim und Waldsee zum 1. Januar 1970 aufzulösen und in Schifferstadt eine Station der Kreis-Gendarmerie einzurichten. Dieser Plan wurde wegen fehlender Bürgernähe verworfen. Die Polizeidirektion Speyer blieb, wie sie war. Ihre Aufgaben waren vielfältig. Zu ihnen gehörten Pass-, Wehr- und Ausländerwesen, Bearbeitung von Fragen zu Staatsangehörigkeit und Namensrecht sowie die Angelegenheiten des gesamten Straßenverkehrs. Ab dem 1. Januar 1987 war Schluss damit, die Aufgaben wurden auf Bereiche der Stadtverwaltung übertragen, vor allem auf das Ordnungsamt. Was blieb, war die Raumnot im Gebäude Maximilianstraße 6. Umbauten im Innen- und Außenbereich halfen wenig, es wurde immer enger. Das änderte sich am 1. September 1993, als die am 25. Juni 1992 angekündigte Neuorganisation des Polizeiwesens in Kraft trat. Die vormals in Speyer ansässige Polizeidirektion zog nach Ludwigshafen, in Speyer entstand eine Inspektion. Heute sind dort 100 Beamte für nicht ganz 74.000 Bürger zuständig – in der Stadt und in den umliegenden Gemeinden Berghausen, Heiligenstein, Mechtersheim, Dudenhofen, Harthausen, Hanhofen und Otterstadt. „Zum Bildungsgang für den Dienst in der Polizei gehört auch eine kommunale Ausbildung, die auf zwei Wegen möglich ist“, ließ Wiesweg auf RHEINPFALZ-Anfrage wissen. „Es gibt einen Weg für Polizei-Anwärter mit Abitur und einen Weg für junge Leute mit mittlerer Reife.“ Diese hat der Ketscher in Ludwigshafen abgelegt und den ersten kommunalen Teil beim Speyerer Stadtarchiv. Im Januar 2018 will er dort wohl weitermachen.