Speyer Online-Symposium zum Jubiläums des Museums Purrmann-Haus
Künstlerpaare sind ein besonders interessantes und vielschichtiges Phänomen der modernen Kunstgeschichte, das durch die Wiederentdeckung und Neubewertung zahlreicher Künstlerinnen immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die Fragen zum Weg der Ausbildung, nach Realität und Alltag der künstlerischen Arbeit, nach Stellung und Rang in Ausstellungswesen und Kunstmarkt sowie nach der Rollenverteilung in Partnerschaft und Familie werfen das Licht auf ein breites Spektrum vielfältiger Lebensbilder. Aspekte der Kunstgeschichte, der Quellenforschung, Rezeptionsgeschichte und Genderforschung bilden in vielen Fällen spannende und fruchtbare Synergien. Die gemeinsame Betrachtung und Diskussion der sich im Zusammenleben der Künstlerpaare entwickelnden Impulse, Einflüsse und Spannungen ermöglichen einen neuen Zugang zu wesentlichen Werken des Kunstschaffens der Moderne. Mit dem Symposium werden diese Wechselwirkungen erstmals in einem intensiven Vergleich in den Blick genommen und diskutiert.
Im Rahmen des Symposiums wird das Malerpaar Purrmann in einem größeren kunst- und kulturhistorischen Rahmen präsentiert und ihm bekannte Künstlerpaare der Moderne gegenübergestellt. An den Beispielen von Reinhold und Sabine Lepsius, Oskar und Marg Moll, Leo von König und Mathilde Tardif, Maria Caspar-Filser und Karl Caspar, Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin, Gabriele Münter und Wassily Kandinsky und schließlich Max Beckmann und Minna Tube entsteht ein imposantes Panorama der Avantgarde. Das Speyerer Symposium wirft ein Licht auf ein breites Spektrum vielfältiger Lebensbilder.
Bedeutende Forscher
Die einzelnen Themen werden von den bedeutendsten Forschern auf diesem Gebiet vorgestellt. Es sprechen Vertreter aus renommierten Institutionen wie der Humboldt-Universität zu Berlin, der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München, dem Museum Wiesbaden oder dem Max Beckmann Archiv der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München, dem Hans Purrmann Archiv München und dem Museum Purrmann-Haus Speyer. Dazu kommen einige der wichtigsten Wissenschaftler zur Kunst der Klassischen Moderne und ihren Protagonisten. Neben der Oberbürgermeisterin von Speyer werden Enkelin und Urenkel von Hans Purrmann und Mathilde Vollmoeller-Purrmann das Symposium durch ihre Grußworte eröffnen.
Das Symposium bildet den Abschluss eines Forschungs- und Buchprojektes des Purrmann-Hauses Speyer und des Hans Purrmann Archivs in München, zu dem die Leiterin des Museums, Maria Leitmeyer, und der Leiter des Archivs, Felix Billeter, die bislang unveröffentlichten Briefe aus dem Purrmann-Haus und dem Hans Purrmann Archiv in einer zweibändigen Edition herausgegeben haben. 2019 erschien der erste Band „Sehnsucht nach dem Anderen“ der Jahre 1909-1914, Ende Oktober 2020 der zweite Band mit dem Titel: „Stürmische Zeiten“ der Jahre 1915-1943.
Tagungsband erscheint
Druckfrisch zum Symposium erscheint nun der dritte Band „Künstlerpaare der Moderne. Hans Purrmann und Mathilde Vollmoeller-Purrmann im Diskurs“ als Tagungsband.
Das Symposium findet online statt.
Anmeldung
Für den Besuch ist eine Anmeldung erforderlich unter
www.speyer.de/symposium-kuenstlerpaare. Mit der Anmeldebestätigung erhalten Sie den Link zur Veranstaltung.
Programm
6. Juli 2021
14 Uhr Beginn des Symposiums mit den Grußworten von:
Stefanie Seiler (Oberbürgermeisterin der Stadt Speyer), Regina Hesselberger-Purrmann (Enkelin von Hans und Mathilde Purrmann und Architektin, Vorstand der Hans
Purrmann Stiftung, München), Robert Wieland (Urenkel von Hans und Mathilde Purrmann, Hans Purrmann Archiv München)
14.30 Uhr „Es ist recht leer ohne Dich“. Künstlerpaare der Moderne, Referat von Felix Billeter, Leiter des Hans Purrmann Archivs in München, und Maria Leitmeyer, Kustodin des Museums Purrmann-Haus Speyer
15 Uhr Vom Schatzfund zur Brücke. Der Briefwechsel von Hans Purrmann und Mathilde Vollmoeller-Purrmann und der Diskurs mit anderen Künstlerpaaren, Referat von Peter Kropmanns, freier Kunsthistoriker, Paris
16.15 Uhr Oskar und Marg Moll. Ein großbürgerliches Künstlerehepaar zwischen wilheminischer Ära und nationalsozialistischer Diktatur, Referat von Gerhard Leistner, ehemaliger Sammlungsleiter (Gemälde/Skulptur) und Ausstellungskurator, Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg
17 Uhr Leo von König und Mathilde Tardif. Panoptikum der Gesellschaft um 1900, Referat von Ingrid von der Dollen, freischaffende Kunsthistorikerin
17.45 Eigenart und Einklang. Die Kunst- und Lebensgemeinschaft von Maria Caspar-Filser und Karl Caspar, Referat von Stefan Borchardt, freier Kunsthistoriker, Emden
7. Juli
9 Uhr Präsentation Museum Purrmann-Haus Speyer
9.30 Uhr „Nicht zum Paradiesvogel bestimmt“. Das Künstlerpaar Reinhold und Sabine Lepsius, Referat von Annette Dorgerloh, Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Kunst- und Bildgeschichte
10.15 Uhr Gabriele Münter und Wassily Kandinsky. Geschichte und Rezeption eines Künstlerpaares der Moderne, Referat von Isabelle Jansen, Leiterin der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München
11.30 Uhr Beziehung als Kunststoff. Das Künstlerpaar Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin, Referat von Roman Zieglgänsberger, Kustos der Klassischen Moderne, Museum Wiesbaden
12.15 Uhr Max Beckmann und Minna Tube. Märchenprinzessin und Seelenverwandte, Referat von Christiane Zeiller, Max Beckmann Archiv der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München