Speyer „Olympischer“ Spargel-Fünfkampf

Von wegen verletzt. Dortmund-Spieler Marco Reus, oder besser gesagt: ein Junge im Reus-Trikot, holt aus, wirft – die Zehn-Meter-Marke ist ein Klacks. Der braunhaarige Ben bleibt cool. Seine Leistung bringt ihm zwei Zusatzpunkte ein bei der Spargelolympiade für Kinder am Sonntagnachmittag auf dem Dudenhofener Spargelfest.
Fünf Stationen hat der Fußballverein, der für die Umsetzung verantwortlich ist, auf dem Rasenplatz aufgebaut. Bodenständige Übungen werden dem Nachwuchs zwischen drei und zwölf Jahren abverlangt. Riesendosen- oder Becherwerfen – je nach Alter –, Weitwurf, Weitsprung, Fußball-Slalom und Sackhüpfen. Die Jüngsten von drei bis sechs Jahren machen stattdessen Wettrennen. „Aus Sicherheitsgründen“, sagt Hauptorganisatorin Christiana Fahrnbach. Gut 50 Sprösslinge machen sich mit ihren jeweiligen Teamleiterinnen auf den Weg von Station zu Station. Der sechsjährige Raffael muss als erster beim Wurf auf die überdimensionalen Blechdosen ran. Souverän schießt er sie mit Tennisbällen ab. Die gleichaltrige Diana tut es ihm gleich – sogar im Wortsinn: mit links. Beim Weitwurf dreht sich der Ball eines Jungen skurril in der Luft. Bei Fahrnbach heißt das: „Der is awwer hinner sich vor sich gange.“ Wie die Richtung auch immer aussehen mag: Der kleine Olympiade-Teilnehmer bekommt eine zweite Chance – schließlich zählt der Spaß an der Sache. Ein strenges Regiment wird derweil in einer anderen Gruppe geführt. „Kein Hütchen auslassen! Sonst muss der Ball zurück!“, lautet die klare Anweisung. Max, Nik und Mika warten unruhig auf das Startsignal. Flugs bahnt sich Max den Weg durch die Hütchen und führt gekonnt den Ball am Fuß. Nik und Mika kommen sich am Ende der ersten Bahn in die Quere, müssen Füße und Bälle erst neu sortieren. Für Fahrnbach erneut Anlass zum motivierenden Kommentar: „Max, du bischd jo de Owwercoole.“ Der Jung-Kicker des FV Dudenhofen grinst. Zum zweiten Mal bietet der Verein die Olympiade zum Spargelfest an. „Es ist wichtig, auch für die Kinder etwas zu gestalten“, hat Fahrnbach bei der Begrüßung betont. Preise für erfolgreiche Teilnahme stehen bereit. Während der Nachwuchs sich an verschiedenen Disziplinen versucht, verfolgen die Erwachsenen das Unterhaltungsprogramm. Die Jung-Trainerinnen Kathrin Hook (12) und Lara Bolzer (11) vom Karnevalverein Dudenhofen rocken mit fünf weiteren Mädels die Bühne. Die „Dance Connection“ des Turnvereins bekommt Applaus für ihren Schautanz „Sister Act“ und lädt zum Flashmob auf dem Rasenplatz ein – natürlich erst, nachdem auch der letzte Olympiateilnehmer im Ziel ist. (xsm)