Speyer Ohne Steuerungskonzept

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Neustadt

. Grundsätzlich ist Radfahren im Wald in Rheinland-Pfalz nur auf Fahrwegen erlaubt. In zahlreichen Waldgemeinden sind jedoch, im Gegensatz zu Neustadt, so genannte „Trails“, also schmale Wege, für Mountainbiker ausgewiesen. Möglich ist eine solche Ausweisung im Kontext eines so genannten „Besucherlenkungskonzeptes“. Dieses liegt in Neustadt jedoch erst in einer „Rohfassung“ vor. Der damit beauftragte Mitarbeiter habe lediglich eine Teilzeitstelle und außerdem noch zahlreiche andere Aufgaben, heißt es dazu in einem Schreiben der Umweltabteilung. Zudem habe der bis zur Kommunalwahl 2014 zuständige Beigeordnete Georg Krist das Konzept als „nicht prioritär“ bewertet. Umweltdezernentin Waltraud Blarr (Grüne) betonte in der Sitzung des Umweltausschusses am Mittwoch, dass für die Aufgabe eine stärkere Kooperation von Naturschützern und Touristikern nötig sei. Die Umweltabteilung sei personell nicht in der Lage, das allein zu stemmen. Blarr wies darauf hin, dass es einen „starken Druck“ gebe. Dieser rührt daher, dass Neustadt für zahlreiche Mountainbiker aus den Ballungsgebieten aufgrund seiner guten Verkehrsanbindung Ausgangspunkt für Touren ist. Neben den „Touren-Mountainbikern“ gibt es außerdem noch die reinen „Downhiller“, die sich mit Autos den Berg hinauffahren lassen und mit dem Rad mit hoher Geschwindigkeit abfahren – oft querfeldein. Das illegale Befahren sensibler Waldgebiete hat im Frühjahr dazu geführt, dass die Umweltabteilung am Wolfsberg und am Bergstein eine Downhill-Strecke gesperrt hat, indem sie 80 Kiefern „hineingefällt“ hat. Diese Baumfällungen haben die jetzige Diskussion ausgelöst: Eine Anfrage Ulli Zabels, der für die Grünen im Umweltausschuss sitzt, beantwortete die Umweltabteilung mit einem sechsseitigen Schreiben, in dem der Stand der Dinge ausführlich beschrieben wird: Mountainbiken sei ein Massenphänomen geworden, bei der Regulierung fühle die Untere Naturschutzbehörde sich allein gelassen. In der öffentlichen Sitzung des Umweltausschusses gab sich Dezernentin Blarr kurz angebunden. „Wir müssen warten, bis das Konzept fertig ist“, sagte sie. Eine Reaktion, die ihren Parteifreund Ulli Zabel nicht zufrieden stellte. Das Problem dürfe nicht auf den „Sankt-Nimmerleins-Tag“ verschoben werden, betonte er. Auch Volker Platz, Vertreter des Umweltschutzverbands BUND im Ausschuss, wies auf die Dringlichkeit des Problems hin. Andreas Böhringer (SPD) sagte, die Antwort der Umweltabteilung könne man mit dem Satz zusammenfassen: Neustadt hat kapituliert. Dem widersprach Blarr. So lange keine Wege ausgewiesen seien, könne man versuchen, durch Info-Tafeln auf die Regeln hinzuweisen. Das Thema Kontrolle werde sie ans Ordnungsamt weitergeben.

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